Wort Gottes

Christinnen und Christen glauben, dass Menschen Erfahrungen mit Gott machen. Menschen haben diese Erfahrungen zuerst weiter erzählt und dann aufgeschrieben, vor vielen Jahrhunderten und Jahrtausenden: Geschichten aus dem Volk Israel, Alltägliches und Großes. Sie haben im Wirken von Menschen, in Vorgängen der Natur und im Lauf der Geschichte Gott  gesucht und gefunden.

Was in der Bibel steht, ist zuerst Erzählung gewesen, Geschichten, die man sich abends am Lagerfeuer und zu Hause erzählt hat. Später wurden diese Erzählungen, aber auch Lieder und Gedichte, Sprüche und Botschaften aufgeschrieben und immer wieder abgeschrieben.

Die jüdische Kultur war und ist eine Kultur von Erzählen und Hören – gar nicht so sehr von Auge und Sehen. In der jüdischen Tradition sagt man: Glaube kommt vom Hören. Und da schwingt zweierlei mit:

  • Zum einen kann ich sagen: Ich glaube, was du mir erzählt hast; dass das stimmt.
  • Wichtiger noch aber ist der zweite Aspekt: Ich glaube dir, ich schenke dir mein Vertrauen.

Glauben ist Vertrauen, Glauben ist Beziehung.

In diese Beziehung lassen wir uns heute mit hineinnehmen. Und die alten Erzählungen von damals gewinnen an Bedeutung für uns, wenn wir sie uns gegenseitig erzählen und entdecken, was sie in uns zum Klingen bringen. Wo spricht das, was diese Menschen mit Gott erlebt haben, auch mich heute an? Wo entdecke ich einen Anhaltspunkt, dass Gott auch in mein Leben hineinspricht?

Denn er hat ja nicht einfach aufgehört, mit den Menschen zu sein, als die Bibel – dieses Buch – fertig war.

Und so kann das, was niedergeschrieben ist, uns helfen zu entdecken, wie Gott heute mit uns, mit mir unterwegs ist.

Die Erfahrung, dass Gott in meinen Leben zu Hause ist, die wünsche ich uns allen.

Das liturgische Gewand für Laien

Auf eine Frage hin habe ich die einschlägigen Richtlinien herausgesucht und das Ergebnis kurz zusammengefasst.

Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch (AEM); Nr. 298

„298. Das allen Diensten entsprechende liturgische Gewand ist die Albe, die mit einem Gürtel gehalten wird; es sei denn, sie ist so angefertigt, dass man sie auch ohne Gürtel tragen kann. Falls die Albe am Hals nicht gut schließt, soll man ein Schultertuch tragen.“

Weiterlesen

Morgenlob in der Fastenzeit

Für eine Mitarbeiterandacht habe ich ein kleines Morgenlob zusammengestellt.

Eröffnung
Wir haben den Aschermittwoch hinter uns gelassen und sind nun mitten in der Österlichen Bußzeit. Landläufig sagt man „Fastenzeit“. Viele unserer Zeitgenossen verzichten in dieser Zeit auf Fleisch, auf Alkohol, auf Süßigkeiten, manche enthalten sich ganz der Nahrung. Andere wiederum schauen wenig oder kein Fernsehen. Das ist alles gut und richtig.

Christinnen und Christen erkennen aber: Es geht nicht einfach um Weniger, um Verzicht um des Verzichts willen, sondern um ein Mehr. Es geht um ein Mehr an Freiheit, um ein Mehr an bewusstem Handeln und Leben, um ein Mehr an Versöhnung und Liebe. Das ist der Weg, den wir Gott entgegengehen.

So beginnen wir im Zeichen des Glaubens: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Weiterlesen

Das Gewissen

Es ist nicht zu leugnen, dass die Frage nach dem höchsten Maßstab sittlichen Handelns in der katholischen Kirche immer wieder umstritten war. Vor allem das Verhältnis zwischen Gewissensurteil und geschuldetem Gehorsam musste immer wieder neu bestimmt werden.

Die klassische Lehre vom Gewissen hat im Mittelalter Thomas von Aquin vorgelegt.

In jedem Menschen ist die Fähigkeit angelegt, Gut und Böse zu unterscheiden. Außerdem ist der Mensch frei genug, um das als gut Erkannte dann auch zu tun. Das Urteil des Gewissens ist verbindlich.

Weiterlesen

Krankheit und Krankenkommunion, Teil 3

Krankheit und Krankenkommunion, Teil 3

In Vorbereitung auf einen Seminarabend habe ich mir die Gedanken von Eberhard Schockenhoff aus Ethik des Lebens. Ein theologischer Grundriss, Mainz 32000, 268-286 angeeignet.

Religiöse Deutungsmuster des Krankseins
Kreuz und Auferstehung eröffnen den Kranken eine neue Perspektive. Die Selbstverständlichkeit und Alltäglichkeit von Krankheit und großer Not in Antike, Mittelalter und Neuzeit und die intensive Auseinandersetzung damit führen allerdings oft auch zu einer Verklärung und mystischen Überhöhung.

Eine christliche Deutung von Krankheit muss den folgenden Rahmen akzeptieren:

  • Krankheit und Leid sind widergöttliche Mächte und widersprechen dem Reich Gottes, das in Jesus angebrochen ist
  • Kein Leid und keine Not ist mehr gottfern, wer leidet, ist nicht gottverlassen.
  • Krankheiten sind nicht immanent sinnvoll, wohl aber kann ein Mensch seiner Krankheit einen individuellen Sinn geben.

Weiterlesen

Krankheit und Krankenkommunion, Teil 2

Krankheit und Krankenkommunion, Teil 2

In Vorbereitung auf einen Seminarabend habe ich mir die Gedanken von Eberhard Schockenhoff aus Ethik des Lebens. Ein theologischer Grundriss, Mainz 32000, 268-286 angeeignet.

Krankheit im Neuen Testament
Jesus hat eine besondere Vorliebe für die Kranken (vgl. Mt 9,12). Die Krankenheilungen sind ein besonderes Zeichen der anbrechenden Gottesherrschaft.

Zum Kern von Jesu Wirken gehören Dämonenaustreibungen als wirksames Zeichen der messianischen Heilszeit (vgl. Lk 11,20). Die äußere Heilung macht deutlich, dass Gottes Wirken bis ins tiefste Innere reicht und den Grund der Krankheit, die Verfallenheit an das Böse, vom Kern her aufbricht.

Weiterlesen

Krankheit und Krankenkommunion, Teil 1

Krankheit und Krankenkommunion, Teil 1

In Vorbereitung auf einen Seminarabend habe ich mir die Gedanken von Eberhard Schockenhoff aus Ethik des Lebens. Ein theologischer Grundriss, Mainz 32000, 268-286 angeeignet.

Die christliche Deutung von Krankheit
Krankheit (v.a. längerdauernde) verändert das gesamte Interaktionsgefüge eines Menschen mit seiner Umgebung. Die Reaktionsweisen auf Krankheit sind daher entsprechend vielgestaltig. Krankheit kann als sinngebend und sinnbedrohend empfunden werden, konstruktiv und destruktiv, sie kann als Instrument dazu dienen, andere zu beherrschen, Zuwendung zu gewinnen usw.

Weiterlesen

Eschatologie, Teil 9

Teil 9: Biblische Grundlagen der Hoffnung auf die Vollendung des Einzelnen (AT)

In Vorbereitung auf einen Seminarabend im Rahmen der Ausbildung Trauerbegleitung habe ich folgenden Beitrag zusammengefasst:

Franz-Josef Nocke: L. Eschatologie, in: Theodor Schneider (Hg.): Handbuch der Dogmatik, Düsseldorf 2000, Bd. 2, 377-478.

Konzentration auf das Leben
Zunächst geht es um den einzelnen im alten Israel nur im Kontext des Volkes. Die entscheidenden Hoffnungen sind:

  • in der Gemeinschaft des Volkes, der Sippe lange leben zu dürfen
  • zahlreiche Nachkommen zu haben
  • nicht in fremder Erde, sondern bei den Vätern begraben zu werden

Weiterlesen

Eschatologie, Teil 8

Teil 8: Zentrale Inhalte der allgemeinen Eschatologie

In Vorbereitung auf einen Seminarabend im Rahmen der Ausbildung Trauerbegleitung habe ich folgenden Beitrag zusammengefasst:

Franz-Josef Nocke: L. Eschatologie, in: Theodor Schneider (Hg.): Handbuch der Dogmatik, Düsseldorf 2000, Bd. 2, 377-478.

Zum Abschluss der allgemeinen Eschatologie, der es um das Schicksal der Welt als ganzer geht, noch einmal zusammenfassend die zentralen Aussagen:

Weiterlesen

Eschatologie, Teil 7

Teil 7: Zum Verständnis der allgemeinen Eschatologie

In Vorbereitung auf einen Seminarabend im Rahmen der Ausbildung Trauerbegleitung habe ich folgenden Beitrag zusammengefasst:

Franz-Josef Nocke: L. Eschatologie, in: Theodor Schneider (Hg.): Handbuch der Dogmatik, Düsseldorf 2000, Bd. 2, 377-478.

Es ist nicht einfach, die Aussagen der Bibel und der theologischen Literatur über das Schicksal der Welt richtig einzuordnen. Daher folgen hier noch einige Hinweise:

Der Umgang mit dem möglichen Untergang

Weiterlesen