Maria – die „Mutter Gottes“?

Maria ist die Mutter Jesu, soviel ist klar. Aber warum wird sie die „Mutter Gottes“ genannt?

Leider gibt es auf die Frage keine kurze Antwort, denn sie führt mitten hinein in die Ursprungsfrage des
Christentums: Wer war, wer ist Jesus?

Auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichem Akzent versuchen die Evangelien darauf eine Antwort zu geben.
Alle vier Evangelisten sind sich einig, dass Jesus ganz und gar ein Mensch war. Er hat gegessen und getrunken, geliebt und gestritten und er ist – darauf legen alle sehr viel Wert – wirklich am Kreuz hingerichtet worden, gestorben und begraben worden.
Und natürlich wird ein richtiger Mensch auch von einer richtigen Mutter geboren, und das ist Maria. Sie ist die Mutter Jesu.

Genauso einig sind sich die Evangelien aber auch, dass Jesus nicht nur ein Prophet war, ein Heiler oder Prediger. Das war er sicher auch, aber noch viel mehr. Durch Jesus, so die Überzeugung derer, die ihn erlebt haben, konnte man Gott selbst erfahren, konnte man mit Gott direkt in Kontakt treten. Die Beziehung zwischen Jesus und Gott, den er seinen Vater im Himmel nannte, war anders als die zwischen den anderen Menschen und Gott, einzigartig.

Und Jesus ist nicht im Tod geblieben, sondern an Ostern auferweckt worden, zu neuem, ewigen Leben.

In einem Vergleich könnte man sagen: wie durch ein ganz reines Glas hat durch Jesus das Licht Gottes in diese Welt hineingestrahlt. Daher nennen die Evangelien Jesus den „Sohn Gottes“, den „Messias“ (übersetzt ins Lateinische: Christus) und den „Herrn“ (die Bezeichnung „Herr“ war im Alten Testament Gott selbst vorbehalten!). Und das war er von ganz von Anfang seiner Existenz an, also vom Augenblick der Empfängnis.

Es hat eine Weile und sehr viele Konflikte gebraucht, um diese beiden Pole gedanklich und begrifflich einigermaßen zu verarbeiten.
Herausgekommen ist ein Mysterium, ein Geheimnis, das man zwar umschreiben, aber nicht vollständig verstehen kann, dass es zwar nur einen Gott gibt, dieser in sich aber nicht monolithisch ist, sondern Dynamik und Bewegung, und dass sich drei „Personen“ unterscheiden lassen (aber nicht drei Götter!): der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Jesus ist der menschgewordene Gottessohn, die zweite Person des dreieinigen Gottes. Insofern in Jesus Gott in dieser Welt konkret Mensch wurde, ist Maria die Mutter Gottes für diese Welt.

Sie ist, darauf hat die Bischofsversammlung von Ephesus (431 n.Chr.), die diesen Glaubenssatz definiert hat, Wert gelegt, nicht die Mutter der Dreifaltigkeit oder gar selbst eine Göttin. Jesus hat von ihr nur seine menschliche Seite bekommen.

Die Aussage von der Gottesmutterschaft Marias enthält im Übrigen eine ganz starke spirituelle Aufforderung an die Kirche und jeden Christen (das hat das II.Vatikanische Konzil herausgearbeitet): so wie durch Maria, ihren Glauben und ihre freiwillige Bereitschaft, Gott in dieser Welt konkret wurde, so soll durch die Kirche und das Leben jedes einzelnen Christen Gottes Liebe jetzt und heute konkret werden, nicht mehr als
Person, als Mensch (da war und ist Jesus einzigartig), sondern in Taten und Worten.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis III: Gott, der Vater

Es gibt nur einen Gott. Er ist in sich Bewegung und Fülle und Liebe. So hat sich die Überzeugung gebildet, dass man in Gott drei „Personen“ unterscheiden kann, die für diese Dynamik stehen. Der Vater, von dem die Liebe ausgeht, der Sohn, der die Liebe empfängt, und der Geist, das ist das Band der Liebe.

Wenn wir von Gott, dem Vater, sprechen, meinen wir nicht, dass Gott ein Geschlecht hat. „Vater“ bedeutet, dass Gott der Ursprung und Anfang von allem ist, dass er gut ist, für uns sorgt, uns liebt und zugleich Autorität hat. Die Bibel spricht von Gott an einigen Stellen aber auch wie von einer Mutter.

In besonderer Weise ist Gott der Vater Jesu.

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Das Apostolische Glaubensbekenntnis II: Ich glaube an Gott

Ich glaube an Gott

Alle Menschen suchen nach Sinn und Glück in ihrem Leben. Sie fragen danach, woher die Welt kam und wohin sie geht. Diese Suche hat ihren Ausdruck in verschiedenen Religionen gefunden. Wir glauben, dass Gott das Ziel dieser Suche ist, dass wir in ihm allein schlussendlich Sinn und vollkommenes Glück finden.

Wenn wir von Gott sprechen, sind wir uns bewusst, dass er unendlich ist und dass wir nie ganz verstehen können, wer er ist und wie er ist. Wir vertrauen nach den Aussagen der Bibel aber darauf, dass Gott sich uns sich aus mitteilen will. Er will, dass wir ihn verstehen und lieben, so wie er uns versteht und liebt.

Man kann etwas von Gott erahnen, wenn man die Natur anschaut, die Schönheit einer Blume oder die Sterne in der Nacht. Man kann etwas von Gott erahnen, wenn man sich bewusst machen, was Menschen ersehnen und erhoffen, von was sie träumen und was sie wirklich bewegt.

Von Anfang an haben Menschen Erfahrungen mit Gott machen dürfen. In besonderer Weise hat Gott sich dem Volk Israel mitgeteilt. Die Gedanken und Geschichten von Menschen aus Israel mit ihrem Gott sind in der Bibel aufgeschrieben und gesammelt. Ihnen hat er gesagt, dass er Jahwe heißt, der „Ich bin da“. In unüberbietbarer Weise hat Gott sich in Jesus von Nazareth gezeigt.

Glauben heißt, Gott zu vertrauen. Glauben heißt hören, was Gott mir sagen will und mich darauf einzulassen. Unser Glaube ist die Antwort darauf, dass Gott Beziehung mit uns aufnehmen will. Er will, dass jede und jeder aus freien Stücken Ja zu ihm sagt. Es ist ein Geschenk, wenn man glauben kann. Gleichzeitig ist man selbst gefordert, sich immer wieder für den Glauben zu entscheiden und trotz aller Zweifel Ja zu sagen. Zweifel gehören zum Glauben dazu, sie führen dazu, dass man sich mit dem Glauben beschäftigt und zu einem tieferen Glauben finden kann, einem Glauben mit Verstand.

Niemand kann sich selbst den Glauben geben, es braucht aber auch niemand alleine zu glauben. In der Gemeinschaft der Glaubenden, die wir „Kirche“ nennen, stützen wir uns gegenseitig im Glauben, wir geben den Glauben weiter, wir weisen uns auch gegenseitig in Liebe darauf hin, wenn einer in eine falsche Richtung läuft.

Das Glaubensbekenntnis beginnt mit den Worten „Ich glaube an Gott“. Zusammen mit Juden und Muslimen glauben wir an den einen Gott, neben dem es keine anderen Götter gibt. Die Menschen der Bibel haben Gott als treu erfahren, als barmherzig und gnädig, als einen Gott, der mit ihnen fühlt und mit ihnen geht. Gott ist Wahrheit und Gott ist Liebe.

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Jesus-Gedichte

Heute im Religionsunterricht habe ich den Schülerinnen und Schüler der 10.Klasse Realschule die Aufgabe gegeben, ein „Elfchen“ über Jesus zu schreiben. Ich war erstaunt und sehr zufrieden mit dem Ergebnis und habe die Schülerinnen und Schüler um die Erlaubnis zur Veröffentlichung gebeten. Hier sind also einige „Elfchen-Gedichte“:

Jesus

Heiliger, Helfer.

Beschützer, über uns,

Herrscher über die Welt.

Danke

 (Yannick Nagel)

 

Jesus.

Ein Mensch,

und auch Gott.

Gottes Sohn auf Erden.

Verletzlich.

(Melissa Zengin)

 

Gottessohn,

der heilte.

Er, der Herr,

opferte sich für uns.

Jesus.

 (Nadine Landhäußer)

 

Jesus,

der Auferstandene,

hat sich geopfert.

Für die Menschen gestorben.

Danke.

(Linus Baumstark)

 

Jesus.

Der Heilige.

Beschützer von uns.

Lebt noch in Ewigkeit

hier.

(Mandy Lehanka)

 

Jesus.

Der Große,

Heilige, Barmherzige, Beschützende,

lebt für immer im

Herzen!

(Michelle Huditz)

 

Gnädig.

Gottes Sohn,

gestorben am Kreuz,

gelitten für unsere Sünden.

Jesus.

(Yannick Busch)

Der vierfache Schriftsinn in der Bibelauslegung

Thomas von Aquin unterscheidet zwei prinzipielle Bedeutungsebenen, die in jedem Wort der Schrift drinstecken: (a) die buchstäbliche bzw. historische Bedeutung und (b) die geistliche. Letztere enthält in sich (b1) die allegorische, (b2) die ethische und (b3) die eschatologische Bedeutung, so dass schließlich vier Schriftsinne unterschieden werden.

Thomas weist der buchstäblichen Bedeutungsebene den höchsten Rang zu, die anderen beruhen auf ihr und haben nur nachgeordnete Bedeutung. Allein die buchstäbliche Bedeutungsebene ist für den Glauben notwendig. Die anderen sind höchstens erbaulich.

Als Beispiel soll „Jerusalem“ genannt werden:

  1. buchstäblich: die Hauptstadt Israels
  2. allegorisch: die Kirche
  3. ethisch: die menschliche Seele
  4. eschatologisch: die zukünftige Heimat in der Vollendung bei Gott

Hier meine Übersetzung von Summa theologiae I, 1, 10 (lat. Text unter www.corpusthomisticum.org):

Argument 1: Es scheint, dass die heilige Schrift unter einem Wortsinn nicht mehrere Bedeutungsebenen haben sollte, das heißt, den historischen oder buchstäblichen Sinn, den allegorischen, den tropologischen oder moralischen, und den anagogischen. Denn die Mehrdeutigkeit der Sinndeutungen in der einen Schrift öffnet der Verwirrung und Täuschung Tor und Tür, und nimmt die Festigkeit im Argumentieren weg. Daher geht aus der Vielzahl der Deutungen keine (richtige) Beweisführung hervor, sondern nur irgendwelche Täuschungen. Die heilige Schrift muss aber die Wahrheit wirksam zeigen können ohne jede Täuschung. Folglich dürfen in ihr unter dem einen Wortlaut nicht mehrere Bedeutungsebenen überliefert werden.

Argument 2: Weiter sagt Augustinus (De util. cred.), dass die Schrift, welche Altes Testament genannt wird, auf vierfache Weise überliefert wird, d.h. auf historische, ätiologische, analoge und allegorische Weise. Diese vier scheinen freilich ganz anders als die vorgenannten vier zu sein. Es scheint folglich nicht günstig, dass derselbe Wortlaut der heiligen Schrift nach den vorgenannten vier Bedeutungsebenen ausgelegt wird.

Argument 3: Weiter ist neben den genannten Bedeutungsebenen (auch noch) eine gleichnishafte Bedeutungsebene zu finden, welche in jenen vier Bedeutungsebenen nicht enthalten ist.

Andererseits: Gregor sagt (in Moral. XX), dass die heilige Schrift durch ihre sprachliche Gestalt alle Wissenschaften übersteigt, da aus jedem Ausdruck, während er eine Tatsache erzählt, ein Mysterium hervorgeht.

Ich sage: Der Autor der heiligen Schrift ist Gott, in dessen Macht es ist, nicht nur in sprachliche Äußerungen hineinzulegen, was er mitteilen will (das kann auch der Mensch), sondern sogar in die Dinge selbst. Und daher, während in allen Wissenschaften sprachliche Äußerungen Bedeutung tragen, ist es dieser Wissenschaft zu eigen, dass die Dinge, die durch sprachliche Äußerungen bezeichnet werden, selbst (noch einmal) etwas bedeuten. Folglich gehört die erste Mitteilung, durch welche die sprachlichen Äußerungen die Sache bezeichnen, zur ersten Bedeutungsebene, das ist die historische oder buchstäbliche Bedeutungsebene (sensus historicus vel litteralis). Jene Mitteilung aber, in der die Dinge, welche durch sprachliche Äußerungen bezeichnet werden, selber wieder etwas anderes bedeuten, nennt man geistliche Bedeutungsebene (sensus spiritualis). Diese fußt auf der buchstäblichen Bedeutungsebene und setzt diese voraus. Diese geistliche Bedeutungsebene wird auf dreifache Weise aufgeteilt. So sagt es nämlich der Apostel (Paulus) in Hebr. 7: das alte Gesetz ist ein Vorausbild des neuen Gesetzes, und das neue Gesetz selbst, wie Dionysius in eccl. hier. sagt, ist ein Vorausbild der künftigen Herrlichkeit; auch im neuen Gesetz sind die Dinge, die in unserem Haupt (= Christus) getan wurden, Zeichen für die Dinge, die wir tun müssen. Demgemäß bezeichnen die Dinge, welche zum alten Gesetz gehören, Dinge, die zum neuen Gesetz gehören, das ist die allegorische Bedeutungsebene (sensus allegoricus), nach der aber die Dinge, die in Christus gemacht sind, oder in denen, die Christus bezeichnen,  Zeichen (wiederum) von den Dingen sind, die wir tun müssen. Das ist die ethische Bedeutungsebene (sensus moralis). Genauso bezeichnen sie aber die Dinge, welche in der ewigen Herrlichkeit sind. Das ist die eschatologische Bedeutungsebene (sensus anagogicus). Weil aber die buchstäbliche Bedeutungsebene die ist, die der Autor beabsichtigt, der Autor aber der heiligen Schrift Gott ist, der alles zugleich mit seinem Verstand erfasst, ist es nicht unangemessen, wie Augustinus in Confess. XII sagt, wenn auch nach dem buchstäblichen Sinn ein Wort der Schrift mehrere Bedeutungsebenen hat.

Zum  Argument 1: Die Vielzahl dieser Bedeutungsebenen schafft keine Zweideutigkeit oder Vieldeutigkeit, weil, so wie schon gesagt worden ist, die Bedeutungsebenen nicht vermehrt werden deswegen, weil eine sprachliche Äußerung von sich aus mehrere Dinge bedeutet, sondern weil die Dinge, die durch sprachliche Äußerungen bezeichnet werden, Zeichen für andere Dinge sein können. Und so folgt auch keine Verwirrung in der heiligen Schrift daraus, weil alle Bedeutungsebenen auf eine gegründet sind, nämlich die buchstäbliche. Und aus ihr allein kann ein Beweis genommen werden, nicht aber aus denen, welche nach der Allegorie benannt werden, wie Augustinus sagt (in Ep. contra Vinc.). Dennoch geht daraus nichts von der heiligen Schrift verloren, weil nichts, was in der geistlichen Bedeutungsebene enthalten ist, für den Glauben notwendig ist, was die Schrift nicht an anderer Stelle buchstäblich weitergibt.

Zum Argument 2: Jene drei Bedeutungsebenen, die historisch, ätiologisch, analog (genannt werden), gehören zu der einen buchstäblichen Bedeutungsebene. Denn die Geschichte ist, wie Augustinus selbst darlegt, wenn einfach etwas vorgestellt wird, die Ätiologie aber, wenn die Ursache des Genannten dazugelegt wird, so wie der Herr den Grund dafür angab, warum Mose es erlaubte, die Frauen aus der Ehe zu entlassen, nämlich wegen der Härte ihrer Herzen (Mt 19). Die Analogie aber ist, wenn man zeigt, dass die Wahrheit der einen Schriftstelle nicht der Wahrheit einer anderen widerspricht. Allein die Allegorie unter diesen vier steht für die drei geistlichen Bedeutungsebenen. So fasst auch Hugo von St.Viktor unter die allegorische Bedeutungsebene auch die anagogische, wenn er in Sent. 3 nur drei Bedeutungsebenen aufstellt, nämlich die historische, die allegorische und die tropologische.

Zum Argument 3: Die gleichnishafte Bedeutungsebene ist in der buchstäblichen enthalten, denn durch sprachliche Äußerungen wird etwas auf eigentümliche Weise bezeichnet und zugleich auf metaphorische Weise. Die Metapher ist auch nicht selbst die buchstäbliche Bedeutungsebene, sondern das, was mit der Metapher gemeint ist. Wenn die Schrift z.B. den „Arm Gottes“ erwähnt, dann ist die buchstäbliche Bedeutung nicht die, dass an Gott irgendein Körperglied ist, sondern das, was mit diesem Glied gemeint ist, d.h. die Kraft zu handeln. Daraus geht hervor, dass hinter dem buchstäblichen Sinn der heiligen Schrift niemals etwas Falsches stecken kann.

Aurelius Augustinus

Aurelius Augustinus (*354 in Thagaste/Numidien, +430 in Hippo Regius), stärkster Vertreter der lateinischen Theologie in der Zeit der alten Kirche.

Stichworte zum Lebenslauf: bestimmt von seiner Mutter Monica, Distanz zur christlichen Kirche, Studium der Rhetorik in Karthago, eine anonym gebliebene Frau, mit der zusammen er einen Sohn hatte und von der er sich später trennte, Sympathisant der Manichäer, berufliche Tätigkeit als Rhetoriklehrer in Rom und Mailand (ab 384), dort Begegnung mit dem Neuplatonismus in seiner christlichen Spielart → Bekehrung zum kirchlichen Christentum 386 in Mailand, Taufe in der Osternacht 387. Im Jahr 388 Rückkehr nach Thagaste und mönchsähnliches Leben zusammen mit Freunden. Priesterweihe ca. 390 in Hippo Regius, Diözesanbischof dort ab 396 bis zu seinem Tod.

Reiches literarisches Schaffen in Traktaten, Briefen, Auslegungen biblischer Texte, Predigten und seiner bekannten Autobiographie „Confessiones“ (Bekenntnisse).

Grundhaltungen: Dualismus, Zerrissenheit, Getroffensein durch den Tod nahestehender Menschen, Innerlichkeit ist wichtiger als Äußerlichkeit

Theologische Grundfragen: Zeit und Ewigkeit, der Geschichtsverlauf, die gute Schöpfung und das Leid in der Welt, die Sündenhaftigkeit und Erlösungsbedürftigkeit des Menschen, die Gutheit Gottes, die Suche nach dem unvergänglichen Glück, die Suche nach Gewissheit im Glauben, die Zugehörigkeit zur Kirche

Wirkungsgeschichte: Augustinus war nahezu alleiniges Vorbild für die Theologie bis ins 13.Jahrhundert hinein, auch wenn manche seiner radikaleren Ansätze zurückgewiesen wurden (z.B. in der Prädestinationslehre). Martin Luther bezog sich auf Augustinus in der Gnaden- und Gotteslehre, Anselm von Canterbury, Bernhard von Clairvaux, Petrus Lombardus in der Erkenntnislehre, das Konzil von Trient in der Sakramentenlehre, Bonaventura, Meister Eckhart u.a. in der Mystik, … bis hin zum gegenwärtigen Papst Benedikt XVI. (Dissertation 1953 über Augustin)

Zusammenfassung aus: Karl Suso Frank: Lehrbuch der Geschichte der Alten Kirche, Paderborn u.a. 1996, 431-437 und Wilhelm Geerlings: Art. Augustinus, Augustinismus, in: LThK 3 (Sonderausgabe 2006), 1240-1247

Weiteres und Tieferes zu Augustinus beim Zentrum für Augustinusforschung in Würzburg.

Ein Spiel zum Propheten Jona

Heute habe ich mit meiner siebten Klasse das Spiel zum Propheten Jona gespielt, das man unter www.ekd.de/spiele/jona findet. Die Geschichte ist flott erzählt, die wesentlichen Inhalte sind drin, die Bilder dazu sind knuffig. Zu den einzelnen Erzählabschnitten werden Fragen gestellt, die man durch Anklicken oder Eintippen eines Wortes beantworten muss. Es gibt auch ein Gewinnspiel dazu, das ist aber schon im Jahr 2008 abgelaufen. Macht nichts!

Die einzige ernüchternde Erfahrung war: die Schüler/innen haben das Spiel mit Begeisterung gemacht, aber 15 Minuten später vom Inhalt der Geschichte nur noch wenig gewusst. 🙁

Fazit: Das Spiel eignet sich nicht zum Kennenlernen der Jona-Erzählung, eher zum spaßigen Abschluss für Jugendliche, die sie schon kennen.

Das Gespräch mit Nikodemus (Joh 3,1-8)

Heute habe ich versucht, im Dankgottesdienst den Erstkommunionkindern und ihren Eltern einige Gedanken nahezubringen, die sich für mich aus der Erzählung von der nächtlichen Begegnung zwischen Jesus und Nikodemus im Johannesevangelium ergeben.

Nikodemus hat von Jesus gehört, er ist neugierig, aber so richtig öffentlich auf Jesus zugehen, das traut er sich nicht. Also kommt er bei Nacht. Das ist für Jesus auch in Ordnung. Wichtig ist, dass Nikodemus sich auf das Gespräch mit Jesus einlässt. Es wird ein Gespräch über das Zentrum des Glaubens.

Das Zentrum des Glaubens ist nach dem Johannesevangelium die Erfahrung einer Verwandlung: wer zum Glauben kommt, ist wie neugeboren.
Es gibt da diese Anzeigenplakate vom Roten Kreuz, die zur Blutspende aufrufen (Siehe hier). Diese Menschen, die da dargestellt sind, denen wurde neues Leben geschenkt durch die Blutspende, die haben einen neuen Anfang bekommen, als es mit dem Leben sonst wohl zu Ende gewesen wäre.

So ähnlich müssen das die ersten Christen erfahren haben, an die Johannes schreibt: dass der Glaube wie eine Bluttransfusion ist, dass er ihnen ein neues Leben gibt, dass der Glaube ihnen das Leben wieder schenkt, sie mit Kraft und Mut und Hoffnung erfüllt, ihnen einen neuen Anfang gibt.

Ihr habt gestern Jesus in der Gestalt des Brotes empfangen. Ich wünsche euch und uns allen: dass wir, wenn wir Jesus in der Eucharistie empfangen, dies immer wieder als eine Neubelebung, als eine neue Chance, einen neuen Anfang erfahren, dass er uns immer wieder Kraft, Mut und Hoffnung dafür schenkt, dass unser Leben immer wieder zum Guten hin verwandelt wird.

Medienportal der katholischen und evangelischen Medienzentralen

Ein Hinweis für alle, die im Religionsunterricht tätig sind:

Unter http://www.medienzentralen.de/ kann man sich registrieren und hat dann Zugriff auf eine ständig wachsende Anzahl von Medien (z.B. Filme), die man legal zu Unterrichtszwecken herunterladen und zeigen darf. Ich habe das selbst schon ausprobiert und bin begeistert! Ich finde das sehr praktisch, da ich sowieso immer wieder mit Laptop und Beamer in der Schule zugange bin.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis I: Entstehung

Die Kinder werden im Erstkommuniongottesdienst nach ihrem Glauben gefragt und antworten auf Glaubenssätze, die dem Apostolischen Glaubensbekenntnis entnommen sind. Da es immer wieder Fragen gibt, habe ich mich entschlossen, eine kleine Handreichung zum Glaubensbekenntnis zu verfassen. Die einzelnen Abschnitte werde ich in diesem Blog in loser Reihenfolge vorstellen.

Entstehung und Verwendung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses

Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist eines von zwei offiziellen Glaubensbekenntnissen der Kirche. Das andere nennt man das Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel. Es ist ausführlicher und vielleicht daher weniger im Gebrauch. Man kann es nachlesen im Gotteslob unter der Nr. 365.
Das Apostolische Glaubensbekenntnis wird so genannt, weil man seine Entstehung den Aposteln Jesu zugeschrieben hat.
Schon im Neuen Testament gibt es Versuche, den Inhalt des Glaubens in kurze Sätze zu fassen, denn die Christen wurden natürlich auch immer wieder gefragt: An was glaubt ihr denn eigentlich?
Bis zur Zusammenfassung im Apostolischen Glaubensbekenntnis war es aber ein langer Weg, der mit vielen Streitigkeiten und Diskussionen verbunden war. Seit dem 3.Jahrhundert ist es bezeugt und zwar aus den Taufgottesdiensten. Die Taufbewerber wurden nach ihrem Glauben gefragt und antworteten mit diesem Glaubensbekenntnis.

Zum Absatz: Ich glaube an Gott.