Michael Welker: Was geht vor beim Abendmahl? – Zusammenfassung (Teil 2)

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Teil 1: Das Abendmahl – Menschen sagen Gott Dank und feiern zeichenhaft ein Gemeinschaftsmahl in bedrohter Welt

Solches tut …! Wer soll was tun?

Die römisch-katholische Tradition hat getrennt:

  • das Messopfer: Bereitung des Mahles durch Wandlung

  • die Kommunion: das Mahl wird ausgeteilt und verzehrt

Wenn das Messopfer das Eigentliche ist, braucht das Abendmahl nicht notwendigerweise eine versammelte Gemeinde → Alleinmesse eines Priesters, Verehrung des Leibes Christi außerhalb der Mahlfeier, z.B. Fronleichnam

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Michael Welker: Was geht vor beim Abendmahl? – Zusammenfassung (Teil 1)

Hiermit möchte ich eine neue Reihe beginnen, und zwar bin ich auf der Suche nach einer recht leichtverständlichen Erläuterung des eucharistischen Geschehens auf eine Abhandlung von Michael Welker gestoßen: Was geht vor beim Abendmahl? Gütersloh 32005. Seine Gedanken möchte ich in diesem und den folgenden Beiträgen kurz zusammenfassen und referieren. Gleichzeitig bitte ich alle geneigten Leserinnen und Leser, sich anhand des Originals zu vergewissern, inwieweit ich die Gedanken von Michael Welker richtig wiedergegeben habe.

Einleitung: Was geht vor beim Abendmahl?

In den verschiedenen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften wird diese Feier unterschiedlich bezeichnet, z.B. Messe, heilige Kommunion, Eucharistie (Danksagung) in der katholischen Tradition. Alle Kirchen aber beziehen sich auf die eine Feier nach 1 Kor 11, 23-26

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Joseph Ratzinger: Demokratie in der Kirche – Zusammenfassung (Teil 6)

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3. Die kollegiale Struktur der Kirche

Presbyterat und Episkopat sind kollegial strukturiert. (42) Priester ist man nicht allein, sondern im Presbyterium eines Bischofs, Bischof ist man nicht allein, sondern im weltweiten Bischofskollegium mit dem Papst als Einheitspunkt, Christ ist man nicht allein, sondern in einer konkreten Gemeinde mit dem Priester als Einheitspunkt.

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Nehmt nichts mit auf den Weg – zu Mk 6,7-13 (Aussendung der Zwölf)

Ich hatte die Ehre, im ökumenischen Gottesdienst beim diesjährigen Bäretriewerfescht in Durmersheim die Predigt halten zu dürfen, die ich im folgenden schriftlich wiedergebe (beachten: es gilt das gesprochene Wort!).

Nehmt nichts mit auf den Weg – die Jünger werden losgeschickt und dürfen nichts dabei haben, was ihnen den Unterhalt sichert. Sie werden dazu gezwungen, auf die Gastfreundschaft der Menschen zu vertrauen. Essen und Trinken und ein Dach über dem Kopf erhalten sie nur, wenn sie auf die Menschen zugehen, offen sind für Begegnung.

Nehmt nichts mit auf den Weg – alles, was ihnen vordergründig Sicherheit gibt, lassen die Jünger zurück. Sie sollen die Unsicherheit aushalten. Auch wo man sie aufnimmt, sollen sie nicht lange bleiben, sondern sich immer wieder auf den Weg machen, in Bewegung bleiben.

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Das Apostolische Glaubensbekenntnis X: …die Vergebung der Sünden…

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…die Vergebung der Sünden

Wir glauben daran, dass Gott barmherzig ist, dass er immer zur Versöhnung bereit ist und denen, die einsehen, dass sie Böses getan haben, einen neuen Anfang schenkt. So wie Gott verzeiht, sollen auch wir denen verzeihen, die uns etwas angetan haben. Nur so kann Frieden entstehen.

…die Auferstehung der Toten

Die Jünger Jesu haben erfahren: Jesus ist nicht im Tod geblieben, die Liebe des Vaters war stärker als der Tod. An Ostern feiern wir, dass Jesus auferstanden ist. Weil wir Schwestern und Brüder Jesu Christi sind, so sind wir zuversichtlich, dass Gott auch uns nicht im Tod lassen wird.
Alle Menschen müssen sterben, aber Gott ruft sie nach dem Tod zu sich in die Vollendung. Wie das geschieht und wie es dann sein wird, ist ein Geheimnis, das wir uns nicht vorstellen können.

…und das ewige Leben. Amen.

Die vollkommene Gemeinschaft mit Gott und mit den Menschen, die wir geliebt haben und die vor uns gestorben sind, nennen wir „Himmel“ oder „ewiges Leben“. Es ist das Ziel jedes Menschen, in den Himmel zu kommen.

Joseph Ratzinger: Demokratie in der Kirche – Zusammenfassung (Teil 5)

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2. Der Subjektcharakter der Gemeinden: zur Frage der Ämterbesetzung durch Wahlen 

(39) Gerade in der Liturgie ist bewusst geworden, dass die versammelte Gemeinde als ganze das Subjekt der Liturgie ist. Bis ins Mittelalter hinein war die gemeindliche Mitwirkung bei der Bestellung der Ämter daher ein guter Ausdruck des Subjektcharakters.

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Das Apostolische Glaubensbekenntnis IX: Ich glaube an den Heiligen Geist …

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Der Heilige Geist ist die dritte Person Gottes. Er ist Kraft, Liebe, Energie. Nach dem hebräischen Wort ist der Heilige Geist eigentlich von der Sprache her weiblich, steht also auch für die Mütterlichkeit Gottes. Er bringt in Bewegung, wo Erstarrung droht. Sein großes Fest ist Pfingsten, wo er den Jüngern die Begeisterung und den Mut gab, die Sache Jesu weiterzutragen.

… die heilige katholische Kirche …
Katholisch ist ein griechisches Wort und heißt: „allumfassend“. Und „heilig“ ist die Kirche nicht deshalb, weil die Menschen, die zur Kirche gehören, keine Fehler machen, sondern weil sie zu Gott gehört. Wenn wir so beten, dann heißt das also: Ich glaube daran, dass der Heilige Geist in der Gemeinschaft derer wirkt, die zu Jesus Christus gehören.

… die Gemeinschaft der Heiligen …
Was uns Christen ganz wichtig ist: wir gehören zusammen und treten füreinander ein, wir sind eine Gemeinschaft, sollen alles in Liebe teilen und immer mehr zusammenwachsen. Die „Gemeinschaft der Heiligen“ umfasst auch unsere Verstorbenen, die vor uns gelebt und geglaubt haben und die jetzt ganz bei Gott sind. Sie treten bei Gott für uns ein, zugleich bitten wir Gott für sie.

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Joseph Ratzinger: Demokratie in der Kirche – Zusammenfassung (Teil 4)

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Kapitel 3: Möglichkeiten und Aufgaben

(35) Die Kirche hat „ihre eigenen, wenn auch vielfach verschütteten demokratischen Überlieferungen, die neu zu entfalten ihrem Wesen durchaus gemäß ist“. Folgende Aspekte: (36)

  1. Die Radiusbegrenzung des geistlichen Amtes

Die Bindung an das Evangelium ist zugleich die Freiheit der Gläubigen und Schutz vor der Willkür der Vorsteher. Integration in der Kirche liegt allein in der Kraft des einen Glaubens. (37) Von daher ergibt sich Möglichkeit und Pflicht zu verschiedenen Zusammenschlüssen zur Verwirklichung des Evangeliums am jeweiligen Ort. Alle Bereiche kirchlicher Regierung, die nicht eigentlich das Evangelium berühren (z.B. Finanzen) können und sollen – soweit sachgemäß – demokratisch geregelt werden, und haben dann doch wieder große Auswirkungen auf den Kern der Kirche. (38) Eine Parteien-Demokratie darf die Kirche nicht werden, aber sie sollte unbedingt eine unabhängige Rechtspflege und Rechtsschutz übernehmen.

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Das Apostolische Glaubensbekenntnis VIII: … am dritten Tage auferstanden

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… am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.

Das große Ereignis von Ostern: Jesus wird auferweckt. Die Liebe des Vaters ist stärker als der Tod, sie überwindet alle Grenzen. Jesus ist aber nicht wieder ins normale, irdische Leben zurückgekehrt. Die Jünger haben nach Ostern die Erfahrung gemacht: Jesus ist er selbst geblieben und doch anders geworden. Er ist mit Gott, dem Vater, in einer Weise verbunden, die wir uns nicht vorstellen können.
Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.
Diese Zeit und diese Welt haben ein Ende. Auf dieses Ende gehen wir alle zu. Tröstlich daran ist: auch dann wird Jesus uns entgegenkommen. Er wird richten – das heißt: es ist nicht alles egal, was man jetzt tut, sondern es gibt gutes und böses Handeln, und das wird eines Tages ans Licht kommen. Jesus steht für eine schlussendliche Gerechtigkeit, so dass die, die jetzt unterdrückt sind und leiden, die betrogen und benachteiligt werden, zu ihrem Recht kommen, geheilt und versöhnt werden. Das gibt ihnen auch jetzt und hier Hoffnung. Gleichzeitig ist es eine Aufforderung an alle, den Willen Gottes zu tun und schon in dieser Welt für Gerechtigkeit und Versöhnung zu arbeiten.

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Joseph Ratzinger: Demokratie in der Kirche – Zusammenfassung (Teil 3)

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  1. Zur Frage der „synodalen Struktur“

Die Forderung nach einer nationalen Synode aus Bischöfen, Priestern und Laien (30) ist dem NT und der kirchlichen Überlieferung fremd. Die antike Volksversammlung („ecclesia“) bestand aus Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit, die durch Akklamation das Geschehen beeinflusste. (31) Die Entscheidungsträger in Apg 15 waren nur Apostel und Presbyter. Die Anwesenheit von Laien auf den mittelalterlichen Konzilien ist so zu verstehen, dass dies nicht nur Konzilien der Kirche, sondern zugleich politische Generalversammlungen der lateinischen Christenheit waren. Die Grundkonzeption bleibt: das Konzil ist eine Bischofsversammlung. Eine gemischte Synode als Regierungsorgan würde Weihe- und Hirtengewalt unzulässigerweise trennen – (32) die Weihegewalt würde ins Magische, die Hirtengewalt ins Profane abgedrängt. (33) Ein solcher Vorschlag liefe der gesellschaftlichen Entwicklung sogar entgegen, nämlich in Richtung einer umfassenden Regulierung statt Entlastung. (34) Das Evangelium anzunehmen und weiterzutragen sollte Aufgabe freier Initiativen sein, die aber nicht mit der Gemeinde selbst verwechselt werden dürfen. Die Kirche als solche ist nur Schiedsrichter, aber nicht selbst Subjekt solcher Initiativen.

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