Michael Welker: Was geht vor beim Abendmahl? – Zusammenfassung (Teil 11)

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4 Solches tut zu meinem Gedächtnis

Im Abendmahl werden Menschen durch den Heiligen Geist in die Fülle des Lebens Christi hineingeholt. Individuell und gemeinsam werden Christi Leben und Tod verinnerlicht, öffentlich verkündigt und dokumentiert. Das Abendmahl ist ein „lebendiges Denkmal“, in dem die Erinnerung an Christus weitergetragen und ausgebreitet wird. Das Abendmahl schafft ein sehr stabiles kulturelles Gedächtnis, das den einzelnen Menschen prägt. Diese Prägung kann eine Gesellschaft beflügeln oder hemmen – oder beides zugleich (Welker verweist auf die Theorie des Gedächtnisses von Jan Assmann).

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Michael Welker: Was geht vor beim Abendmahl? – Zusammenfassung (Teil 10)

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3 Ihr verkündigt Christi Tod, bis dass er kommt!

Im Abendmahl wird der Tod Jesu verkündigt. Das macht deutlich: die Sünde hat immer noch Macht über die Welt, die Welt bleibt auf Gottes rettendes Handeln angewiesen.

„bis dass er kommt“ – verweist auf die Parusie Christi, sein Erscheinen am Ende der Zeit. (Parusie heißt nicht das nochmalige Auftreten des Menschen Jesus!)

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Michael Welker: Was geht vor beim Abendmahl? – Zusammenfassung (Teil 9)

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Mit dem Abendmahl und dem Kreuzestod Jesu verbindet sich gelegentlich eine falsche Vorstellung von „Opfer“: ein rachsüchtiger Gott muss in seinem Kompensationsinteresse zufriedengestellt werden.

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Michael Welker: Was geht vor beim Abendmahl? – Zusammenfassung (Teil 8)

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2 Sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod Christi …

Es geht im Abendmahl um eine abgrundtiefe Schuld- und Leidenssituation und deren befreiende Überwindung. Die Fülle der Gegenwart Christi, alle Betonung des Erlösenden und Befreienden darf Leiden und Sterben Christi, seinen Tod für uns nicht ausblenden.

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Von „Hirten“ und „Vätern“

Es ist mir in letzter Zeit wieder aufgefallen, in welchen Bildern geweihte Amtsträger von ihrer Leitungsfunktion sprechen bzw. welche Begriffe benutzt werden.

Papst Benedikt XVI. benutzt als seine bevorzugte Metapher für die Aufgaben der Priester den Begriff des „Hirten“. Im Johannesevangelium (Joh 10) spricht Jesus von sich als dem guten Hirten. Tatsächlich enthält das Bild des guten Hirten einige durchaus stimmige Akzente: der Hirte sorgt für die Herde, stellt sich schützend vor sie, achtet auf sie, kennt jedes einzelne Schaf genau und ruft es bei seinem Namen.

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Michael Welker: Was geht vor beim Abendmahl? – Zusammenfassung (Teil 7)

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Indem Jesus sich mit dem Brot identifiziert, konzentriert er aufs Wesentliche. Jesus zeigt Mitgefühl, er versetzt sich in die Jünger hinein, er will sie in ihrer Hilflosigkeit stärken und trösten. Als Zeichen seiner Hingabe für sie gibt er ihnen das Brot, ein Zeichen, das sie auch weitergeben sollen.

Nicht der irdische, vorösterliche Jesus ist leibhaftig präsent. An ihn wird erinnert und die Kontinuität deutlich gemacht. Aber leibhaftig ist der österliche Jesus Christus da. Christus wird im Abendmahl nicht in der Weise präsent, in der er während seines irdischen Lebens anwesend war. Sein Wesen, das, was ihn ausgemacht und gekennzeichnet hat, ist da, die Versöhnung mit Gott und den Menschen. Im Teilen von Brot und Wein wird dieses Wesen erfahrbar. Erinnerung, Verkündigung, Verheißung, d.h. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umschließen die feiernde Gemeinde. Jesus kommt der Gemeinde dabei einzigartig nahe. Dennoch: das Abendmahl schöpft die Präsenz Jesu nicht aus → Jesus ist nahe und doch auch entzogen.

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Michael Welker: Was geht vor beim Abendmahl? – Zusammenfassung (Teil 6)

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Teil 2: Das Abendmahl – Feier der Gegenwart Jesu Christi

 1 Das ist mein Leib! … Das ist mein Blut!

Im Abendmahl ist der auferstandene und erhöhte Christus gegenwärtig – mit ihm ist Versöhnung der Menschen mit Gott und untereinander in Kraft gesetzt.

Die Emmausgeschichte macht deutlich: Christi Gegenwart wird am Brotbrechen erkannt – wo das Verhältnis zu Gott und das Verhältnis der Menschen untereinander erneuert wird, ist das gegenwärtig, was für Jesus wesentlich war.

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