Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (4)

Das verlorene Paradies

In den alt-orientalischen, außerbiblischen Quellen verwehren es die Götter den Menschen ohne deren Schuld, ewig zu leben. Dass wir nicht ewig leben, damit müssen wir uns abfinden, meint auch die Bibel.

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Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (3)

Der Tod ist keine Strafe

Limbecks Grundüberzeugung: Wo wir Glück erleben, erleben wir Gott. Die Schöpfungserzählung von Adam und Eva wird daher meistens missverstanden, denn in Gen 2,16 geht es nicht um ein Verbot bestimmter Dinge, sondern einzig und allein um das Leben und um das Glück des Menschen.

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Gedanken zu Joh 8,12: Ich bin das Licht der Welt

Wir hatten heute einen Kindergottesdienst zum Wort Jesu aus dem Johannesevangelium: „Ich bin das Licht der Welt“.

Dazu wurden einige wunderschöne Gedanken vorgetragen:

Wenn es draußen so trüb und kalt ist, sehnen wir uns alle nach Wärme und Licht. Im Evangelium sagt uns Jesus:

Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. Was bedeutet das?

Dunkel ist, wenn wir traurig oder einsam sind. Ein Licht spendet Trost und Hoffnung und Wärme. Wir sind nicht alleine, Gott ist bei uns.

Dunkel ist, wenn es Streit oder gar Krieg gibt. Friede und Versöhnung sind ein Lichtblick. Gott hilft uns, mit uns und den anderen wieder ins Reine zu kommen.

Dunkel ist, wenn wir nicht weiterwissen, wenn wir keinen Ausweg sehen. Das Licht hilft uns, den Weg zu finden. Vielleicht sehen wir die Welt sogar in einem ganz neuen Licht. Gott zeigt uns den Weg und eröffnet uns neue Horizonte.

Dunkel ist, wo Tod ist. Jesus, das Licht, steht für Auferstehung und Leben.

Gott lässt uns teilhaben an seinem Licht. So können auch wir, jede/r einzelne von uns, für andere zum Licht werden.

Susanne Olbrich

Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (2)

II. „Damit es euch gut geht und ihr lange lebt…“ (Dtn 5,33)

Eine grundlegende biblische Geschichte zur Deutung der Frage „Warum Leid?“ ist die Erzählung von Adam und Eva. Sie lässt sich nach Limbeck am besten dann sinnvoll deuten, wenn wir uns bewusst machen, dass diejenigen, die diese Geschichte geschrieben haben, ein ganz bestimmtes Gottesbild zeichnen wollten. Dieses Gottesbild hatten sie aus sich, aufgrund ihrer Erfahrungen: einerseits Schmerzen, Mühsal und Tod, auf der anderen Seite Glück, Inspiration, Gemeinschaft, pflanzen und ernten. Das Erstaunliche ist: es gab in Israel damals offensichtlich einflussreiche Menschen: „Die es ihrem Gott zutrauten, dass er genau dieses Glück ursprünglich bei seiner Schöpfung gewollt habe“. (S.16)

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Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (1)

Ich habe Meinrad Limbeck mal vor Jahren bei einer Konferenz erlebt und war begeistert. Schon damals hatte ich mir das Büchlein „Alles Leid ist gottlos“ (Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2005) besorgt, bin aber erst diesen Sommer zum Lesen gekommen. Ich fand das Büchlein so stark, dass ich es euch die Gedanken nicht vorenthalten will – es lohnt sich aber auf jeden Fall, es sich selbst zu besorgen!

Das Vorwort

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Die Verurteilung der Beguinen

Die Beguinen waren eine religiöse Bewegung von Frauen, die im 12./13.Jahrhundert in den Städten in Flandern entstand und schließlich überall in Mitteleuropa zu finden war. Die Beguinen (auch: Beginen) lebten meist gemeinschaftlich zusammen, ohne sich einer  bestimmten Ordensregel verpflichtet zu fühlen, sie gelobten aber Armut, Keuschheit, Gebet. Auf dem Konzil von Vienne 1311 wurde diese Lebensform verboten, nachdem man sie der Häresie verdächtigt hatte.

Die diesbezüglichen Äußerungen des Konzils sind gesammelt und abgedruckt in den Clementinae, die ein Teil der mittelalterlichen kanonischen Rechtssammlung, des Corpus Iuris Canonici wurden. Die Texte nach der Edition von Emil Friedberg sind im Internet veröffentlicht: http://www.columbia.edu/cu/lweb/digital/collections/cul/texts/ldpd_6029936_002/index.html

In zwei Artikeln werden die Beguinen angesprochen, beide habe ich hier dem lateinischen Wortlaut  nach zu übersetzen versucht.

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Vortrag von Prof. Schockenhoff: Veränderungen im Gesundheitswesen

Auf der heutigen Herbstkonferenz des Dekanats Rastatt, die den Titel „Ohne die Kranken ist die Kirche nicht heil. Krankenpastoral“ trug, hat Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Freiburg, einen interessanten Vortrag zu den Veränderungen im Gesundheitswesen gehalten.

Ich möchte meinen Mitschrieb hier zur Verfügung stellen. Natürlich gilt das gesprochene Wort!

In drei Feldern stellte Prof. Schockenhoff, der dem Nationalen Ethikrat angehörte und von 2008-2012 stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates war, einen Wandel fest, wobei die ersten beiden von den Ursachen her eng zusammengehören.

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Michael Welker: Was geht vor beim Abendmahl? – Zusammenfassung (Teil 16 = Schluss)

Zum vorherigen Beitrag.

4 Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!

Die Menschen treten im Abendmahl erfahrbar in Beziehung zum dreieinigen Gott.

Unter dem Einfluss der orthodoxen Theologie wurde die protestantische Fixierung auf Jesus Christus erweitert hin auf den dreieinigen Gott.

Vorschlag einer dreifaltigen Struktur des Abendmahls:

  • Dank an Gott, den Erschaffenden, Erhaltenden, Neuschaffenden.

  • Gedächtnis des rettenden, gekreuzigten, auferstandenen, kommenden Jesus Christus.

  • Anrufung des Geistes, die Gläubigen werden im Heiligen Geist werden „gerechtfertigt“ und „geheiligt“ → Trägerinnen und Träger von Gottes Gegenwart.

Diese drei Aspekte durchdringen sich (Perichorese): „Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes, alle Herrlichkeit und Ehre, jetzt und in Ewigkeit. Amen.“

Dennoch bleibt die Differenz zwischen Schöpfer und Geschöpf bestehen: das macht die „Armut“ des Abendmahls deutlich: die Handlung ist nur zeichenhaft, die Erkenntnis gefährdet und angefochten, die Implikationen nur schwer vorstellbar. Es wird deutlich: wir sind auf dem Weg, vielleicht noch ganz am Anfang.

Michael Welker: Was geht vor beim Abendmahl? – Zusammenfassung (Teil 15)

Zum vorherigen Beitrag.

3 Gottes Friede sei mit dir! – Geht hin in Frieden!

In der Feier des Abendmahls wird ein schöpferischer Frieden gestiftet. Dieser hat drei Dimensionen: a) Danksagung an den Schöpfer, b) Gedächtnis Christi, c) Anrufung des Heiligen Geistes. Der Friedensgruß in den verschiedenen Phasen des Abendmahls lässt sich im Sinne einer Steigerung verstehen: a) wir stimmen dankbar in den Schöpfungsfrieden ein, b) bitten um den rettenden Frieden Christi und c) rufen den Heiligen Geist an, dass er befreie und erneuere.

Am Ende steht die Sendung im Frieden: Gott ergreift die Menschen, die vom Geist erfüllt sind. Sie haben Anteil am göttlichen Leben, das sie in der Welt bezeugen. Das ist Anlass zu großer Freude → der beste Schluss einer Abendmahlsfeier ist das fröhliche und befreite Hinausgehen unter dem jubelnden Klang der Orgel (nicht das höfliche Sitzenbleiben!!)