Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (15)

Im Chaos – Der Mensch im Leid

Der Mensch als Krone der Schöpfung? Die erste Schöpfungserzählung Gen 1,1-2,4a hat im Laufe der Geschichte die Haltung befördert, der Mensch sei von der Natur abgehoben. Gen 1,1-2,4a bezieht sich aber nicht auf diese konkrete Welt, was man daran sieht, dass alle Vegetarier sind. Diese Anweisung, nur Pflanzen zu verzehren, wird nach der Sintflut aufgehoben (Gen 9,2-4), und zwar in Kampfessprache ausgedrückt, d.h. die reale Welt ist gewalttätig, Kampf und Leid entspricht aber nicht Gottes ursprünglicher Intention!

Unsere konkrete Welt ist ziemlich weit weg von dem, was Gottes wollte. Die Gewalttätigkeit, die der Welt innewohnt (bis auf Molekülebene und darunter), hindert Schöpfung und Menschen daran, die guten innewohnenden Möglichkeiten Wirklichkeit werden zu lassen. Es liegt allein an Menschen wie Noah, die Gewaltlosigkeit geübt haben, dass die Welt nicht schon längst zugrunde gegangen ist.

„Die Bibel bestärkt uns, wenn wir über den gegenwärtigen Zustand der Welt und des Lebens unglücklich sind; wenn wir das Leben so, wie wir es erleben, keinesfalls als gut – oder gar als sehr gut! – empfinden, wenn es in allen Bereichen so viel Gewalt, Widerstand und Kampf gegen einander gibt. Die Bibel verlangt von uns keineswegs, dass wir mit dem, was ist, und so, wie es ist, einverstanden seien, weil es gottgewollt und gottgegeben sei.“ (S. 72)

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