Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (16)

Der Mensch als Chaosmeister

Der Mensch als Ebenbild und Gleichnis Gottes? Der Mensch wird in Gen 1,1-2,4a als Gottesstatue bezeichnet, wie in Mesopotamien und Ägypten der König, „insofern er die Gottheit machtvoll und tätig repräsentierte“ (S. 73)

Was den König zum König macht, ist sein Menschsein und seine Machtausstattung, die ihn zum Herrschen befähigt.

Das Wort radah (herrschen) in Gen 1,1-2,4a bedeutet: Herrschaft über Andere und Fremde zum Wohl des Eigenen (nicht: Hüten, Schützen von allen!) – das ist dem heutigen ökologischen Denken allerdings peinlich!

Freilich wurde der Genesistext in anderer Zeit und in folgender Situation geschrieben, nämlich im Exil bzw. in der zerstörten Heimat, in der es nur Chaos und keine ordnende Macht gab → Gott wollte nach Meinung der Autoren sagen: „Es gibt viel zu tun, packen wir es an!“ und das auch gegen Widerstände → die Menschen sind „zunächst einmal die Verkörperung und Vergegenwärtigung des ordnenden, machtvollen und heilvollen Willens, auf den der Kosmos zurückgeht und von dem her er lebt“ (S. 76)

Es ist die Aufgabe des Menschen, diesen Willen inmitten des Chaos zur Geltung zu bringen!

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