Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (18)

„Selig die Augen, die sehen …“ (Lk 10,23)

Warum tun wir uns so schwer mit dem Kampf gegen das Leid?

Ein Blick ins Neue Testament: Jesus und Johannes d.T. hatten beide dasselbe Ziel: Carpe diem, so dass das Ende nicht gefürchtet werden muss.

Jesus erlebte dann aber eine Wandlung. Er distanzierte sich nicht von Johannes, verkündete aber den Anbruch des Gottesreichs statt des bevorstehenden Strafgerichts. Er schärfte bei seinen Zuhörern den Blick für das Leben.

An der Grenze und am Übergang

Limbeck gibt die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von Prof. Knoblauch wieder:

Etwa 3,3 Mio. Deutsche haben eine Nahtoderfahrung gemacht, nur wenige davon waren allerdings tatsächlich klinisch tot bzw. dem körperlichen Tod nahe. Alle aber haben Grenzerfahrungen gemacht in einer außergewöhnlichen psychischen und/oder physischen Situation. Die Inhalte und Deutungen dieser Erfahrung waren sehr unterschiedlich. Das Fazit von Prof. Knoblauch: die Fähigkeit, eine transzendente Wirklichkeit wahrzunehmen, scheint zum Menschen zu gehören.

Dieses Phänomen, eine transzendente Wirklichkeit wahrzunehmen, könnte einen Hinweis auf Jesu Wandlung geben, die damit in sich stimmig bliebe.

Jesus erwartete das Gericht (Vgl. Mt 3,10), hatte dann aber bei der Taufe durch Johannes etwas ganz anderes erlebt, eine Transzendenzerfahrung, die ihn Gott neu sehen lehrte: „Gott will nicht unser Richter sein“ (S. 85). Wenn Gott aber kein Richter ist, dann fällt auch der Ankläger (= Satan) weg (Vgl. Lk 10,18). Das war vermutlich für Jesus eine umstürzende Erkenntnis.

Ist das nachvollziehbar? Ja. Es gibt in jedem Leben auch Momente, in denen man spürt, wie glücklich das Leben sein kann. Wenn diese Momente nicht sinnlos, sondern Vorahnungen des künftigen Glücks sind, sind sie Auferstehungserfahrungen.

Die Konsequenz von Jesu Erfahrung/Erkenntnis: Er sammelte Menschen um sich, um mit ihnen das Reich Gottes = ein Leben ohne Leid schon jetzt zu verwirklichen.

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