Zum Rücktritt von Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. hat am 11.2.2013 seinen Rücktritt erklärt. In der Ansprache vor Kardinälen im Konsistorium (auf katholisch.de im Wortlaut) erklärte er seinen freien Verzicht für den 28.Februar 2013. Diese wahrhaft historische Entscheidung verlangt großen Respekt. Der letzte Rücktritt eines Papstes datiert auf 1294.

Damals trat Papst Coelestin V., der unter dem Namen Peter vom Morrone als Eremit in den Abruzzen gelebt hatte, zurück, da er sich nicht in der Lage fühlte (und es wohl auch nicht war), die Kurie zu leiten. Coelestin V., der einem Teil der Armutsbewegung als der endzeitliche „engelgleiche Papst“ gegolten hatte und von ihnen wohl auch instrumentalisiert wurde, floh nach seiner Abdankung erst in seine Zelle, dann nach Apulien, wurde aber gefasst und von seinem Nachfolger Bonifatius VIII. in „lockerer Haft“ gehalten (so Peter Herde in: Art. Coelestin V.,  LThK 3 – Sonderausgabe 2006, 1248)!

Umso größeren Respekt ruft also die Entscheidung Benedikts XVI. hervor, seinen Rücktritt unter wesentlich klareren Umständen zu verkünden. Das Kirchenrecht hat die Möglichkeit des Amtsverzichts immer vorgesehen, doch galt der tatsächliche Schritt angesichts des Gewichts der Geschichte als undenkbar, zumindest unerhört. Benedikt XVI. hat das Amt über die Person gestellt und damit allen Amtsträgern ein Beispiel gegeben.

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