Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (20)

Gescheitert

Der Tod Jesu am Kreuz war so ernüchternd, dass man von Anfang versuchte, ihm einen Sinn zu geben.

Als Ursachen für Jesu Kreuzigung werden genannt:

  • der öffentliche Affront im Tempel
  • Kritik am traditionellen Kult, der nicht die Früchte hervorbrachte, nämlich Liebe zum „Bräutigam“ und untereinander

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Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (21)

Was dennoch Mut macht zu vertrauen

Jesus war nicht der einzige, der als Lehrer aufgetreten war. Er war aber der einzige, dessen Jünger nach seinem Tod behaupteten, ihr Meister sei auferstanden. Wenn überhaupt, dann glaubten die Juden an eine kollektive Auferweckung. Der Gedanke an eine individuelle Auferweckung Jesu war ungewöhnlich und lag nicht in der Luft.

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Unsere Heimat ist im Himmel – Gedanken zu Phil 3,20-21

„Unsere Heimat ist im Himmel“

Beim Wort „Heimat“ klingen bei jedem von uns wahrscheinlich andere Töne an. Heimat ist für die einen die Gegend, in der sie geboren und aufgewachsen sind, auch wenn sie vielleicht schon lange nicht mehr dort wohnen. Für die meisten ist Heimat allerdings nicht in erster Linie ein Ort, sondern sind Menschen und Beziehungen.
Im griechischen Original steht für das Wort „Heimat“ der Einheitsübersetzung „politeuma“, da steckt die polis drin, der Stadtstaat. Das hat nochmal einen anderen Akzent.
„Politeuma“ heißt: Vollbürger sein in einer Gemeinschaft, einem Gemeinwesen. Man könnte also auch übersetzen: Wir sind Bürgerinnen und Bürger des Himmels. Wenn wir einmal dorthin kommen, kommen wir in unser eigenes, dahin, wo wir mit Fug und Recht hingehören. Das ist eine tröstliche Aussicht.
Die Kehrseite: wir sind hier auf Erden noch nicht zuhause, noch nicht da, wo wir eigentlich hingehören.
Das richtig zu verstehen oder besser zu leben ist eine Gratwanderung. Die Atheisten des 19.Jahrhunderts haben der Kirche mit einem gewissen Recht vorgeworfen, die Menschen auf das Jenseits zu vertrösten, damit sie das Elend im Diesseits widerspruchslos hinnehmen.
Das war in manchen Fällen bestimmt auch so – der Himmel als Weltflucht, vor lauter Nach-oben-Gucken nicht mehr darauf achten, was hier passiert.
So ist es freilich nicht gedacht. Christinnen und Christen sollen nach dem Vorbild Jesu sich ganz auf das irdische Leben einlassen, mit all seinen Facetten, mit seiner Schönheit – Jesus hat auch gerne gefeiert – aber den Blick auch sehr genau auf das Elend richten, das es hier gibt, mit dem Auftrag zu helfen, wo es nötig ist – Jesus hat gerade die Ausgegrenzten gesucht und Ihnen geholfen.
Der Glaube daran, dass diese Welt nicht das Endziel unseres Lebens ist, das biologische Vergehen nicht das einzige, was uns erwartet, dieser Glaube kann befreien, kann innerlich frei machen von Zwängen, die unser Leben vermeintlich oder tatsächlich bestimmen.
Wenn ich im Himmel eine Heimat habe, wenn da noch etwas kommt, kann ich z.B. gelassener damit umgehen, wenn ich hier auf Erden nicht alle Möglichkeiten des Lebens erfüllen kann. Es ist ja so: indem ich hier eine Wahl treffe, mich für einen Beruf entscheide, für eine Partnerschaft, für einen Wohnort, schließe ich automatisch andere Möglichkeiten aus – ich hätte mir durchaus auch einen anderen Beruf, eine andere Partnerin, eine andere Gegend vorstellen können. Wenn ich in diesem Jahr nach Frankreich in Urlaub gehe, kann ich zur gleichen Zeit nicht in Portugal sein. Nicht alles ausschöpfen können, was es gibt, macht manche Menschen rastlos, sie sind verzweifelt auf der Jagd nach der nächsten goldenen Gelegenheit und können sich nicht festlegen.
Christinnen und Christen können da gelassen bleiben. Ein erfülltes Leben wird der finden, der sich für eine konkrete Möglichkeit entscheidet, für seinen Platz in dieser Welt, und diesen dann menschlich, human gestaltet für sich und andere, im Vertrauen darauf, dass die schlussendliche Erfüllung sich nicht im Hier und Jetzt ereignen muss, sondern am Ende auf uns wartet.
Und weiter: Der Glaube daran, dass die Heimat im Himmel ist, hat Christinnen und Christen die Kraft und den Mut gegeben, auch Drohungen und Gewalt zu widerstehen. Der Leib kann durch die Machthaber gefoltert und getötet werden, die Seele, das was den Menschen als Person ausmacht, geht lediglich nach Hause. Solchen Menschen, die in diesem Glauben feststehen, kann man nicht so viel anhaben wie anderen, für die das Diesseits das einzige ist, was sie haben.

Eine solche Haltung der Gelassenheit, des Mutes und der Hoffnung wünsche ich uns.

Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (19)

Wie Gottes Reich gelingt

Jesus hat nie den Priestern, den Beamten, den Großgrundbesitzern und den Bauern gesagt, wie sie sich als Glieder des Gottesreichs verhalten sollen. Er hat Fragen beantwortet und niemanden abgewiesen. Moralische Anweisungen hat er nur seinen Jünger/innen gegeben: nicht zürnen, die Ehe respektieren, vergeben. Der Sitz im Leben seiner Gebote und Anweisungen war der Jüngerkreis.

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