Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (19)

Wie Gottes Reich gelingt

Jesus hat nie den Priestern, den Beamten, den Großgrundbesitzern und den Bauern gesagt, wie sie sich als Glieder des Gottesreichs verhalten sollen. Er hat Fragen beantwortet und niemanden abgewiesen. Moralische Anweisungen hat er nur seinen Jünger/innen gegeben: nicht zürnen, die Ehe respektieren, vergeben. Der Sitz im Leben seiner Gebote und Anweisungen war der Jüngerkreis.

Zu Mk 2,19b.20: Gott kommt als Bräutigam Israels. Jesus sah sich nicht selbst als der Bräutigam, sondern als erster Freund des Bräutigams und begann, andere Freunde zu sammeln, um auf die Ankunft des Bräutigams aufmerksam zu machen.

Zu Mk 10,17ff.: Als Jesus merkt, dass das Erfüllen der Gebote den jungen Mann nicht wirklich ausfüllt, gewann er ihn spontan lieb und war nachher umso mehr enttäuscht. Jesus war ganz und gar Mensch, der eben auch maßlos enttäuscht war, dass er einen potentiellen Freund verloren hatte. Nicht nur war Jesus für seine Jüngerschar bedeutend, sondern umgekehrt auch.

In der Gemeinschaft seiner Jünger erlebte Jesus das Gottesreich, letztlich Gott. Seine Anweisungen entsprangen seiner Sorge, dass niemand diese Gemeinschaft zerstören möge. Die Anweisungen waren ganz konkret und persönlich auf sie bezogen und ließen diese Sorge spüren.

Für heute: das Reich Gottes kann weder als Begeisterung ohne Bedenken existieren noch als Regelwerk von Vorschriften für Menschen, die sich nicht ganz normal lieben können. Aber: wo wir auf Jesu Art und Weise zu leben versuchen, da tun sich die positiven Möglichkeiten des Lebens am ehesten auf. Die Atmosphäre, die dabei entsteht, inspiriert, löst Verkrampfungen, lässt heilsame Kräfte aufkommen.

Zum Inhaltsverzeichnis.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.