Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (21)

Was dennoch Mut macht zu vertrauen

Jesus war nicht der einzige, der als Lehrer aufgetreten war. Er war aber der einzige, dessen Jünger nach seinem Tod behaupteten, ihr Meister sei auferstanden. Wenn überhaupt, dann glaubten die Juden an eine kollektive Auferweckung. Der Gedanke an eine individuelle Auferweckung Jesu war ungewöhnlich und lag nicht in der Luft.

Der Schlüssel: Jesu letztes Mahl, mit dem er seine tiefe Verbundenheit in außergewöhnlichen Zeichen darstellte. Er lenkte den Blick der Jünger auf das glückliche Mahl der Vollendung.

Das Erlebnis der drei Frauen am Grab am Ostermorgen lässt sich als transzendente Grenzerfahrung deuten: In einer begrenzten Zeit innerer Spannung hatten verschiedene Jünger/innen das Unvorstellbare erlebt und so wuchs die Gewissheit, dass Jesu Tod nicht das Ende war – und sie drückten das in den Vorstellungen aus, die sich ihnen anboten. Der Verlust Jesu hatte den Frauen und anderen Jüngern die Kraft der/seiner Liebe so deutlich vor Augen gestellt, dass sie davon überwältigt wurden. Zusammenfassend: Die Liebe ist das „Medium“ der Osterbotschaft.

Die Liebe hat also das erste Ostern bewirkt, warum nicht auch die allgemeine Vollendung?

„Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen!“ (Offb 21,4)

Im Kosmos zeigt sich ein Prozess, der immer komplexere Wesenheiten und den Menschen als selbstbewusstes Lebewesen hervorgebracht hat. Es gibt – obwohl der Zufall nicht ausgeschlossen ist – eine „offensichtliche Zielstrebigkeit“ (S.105). Von der Bibel her: alles ist von Gott her, vom Ursprung, im Innersten geprägt. Gottes prägendes Ziel ist aber Schalom. Alle biblischen Schriften sind durchzogen von der Überzeugung: Gott wollte und will das Wohlergehen des Lebens. Dieses Wohlwollen ist nicht automatisch und nicht zwangsläufig. Sprung und Zufall gehören zum Prozess dazu.
Daher hat sich Gott in uns Menschen verkörpert, deswegen sollen wir aufmerksam und hörend sein, um die positiven Möglichkeiten wahrzunehmen und zu realisieren.

Nichts, was ist, hat seinen Ursprung aus sich. Alles, was ist, bekommt sein Dasein geschenkt. Gott trägt alles in jedem Augenblick (Apg, 17,27f). Es gibt also keine Gott-Losigkeit. Aber erfahrbar ist Gott für uns nur da, wo er sich wohltuend auswirken kann. Der Auftrag Gottes lautet: in seinem Namen Leid spürbar lindern. Es gibt kein Leben ohne Leid, aber es gibt die Verheißung der Liebe.

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