Amoslied

In einem anderen Zusammenhang habe ich mich mit dem Propheten Amos etwas beschäftigt und bin dabei vor allem am Kapitel 5 dieses kleinen Prophetenbuchs hängengeblieben. Es geht darin um die Sozialkritik des Amos und enthält den wunderschönen Satz „Gerechtigkeit ströme wie Wasser“. Das hat mich zu einem Lied inspiriert, das sich hier im Anhang befindet (bitte vor Benutzung rückfragen. Danke!)

Amoslied

Die Kommunion des Priesters

Aus der Allgemeinen Einführung ins Messbuch (AEM) lässt sich u.a. unter den Nummern 56 und 119 schließen, dass der zelebrierende Priester die hl. Kommunion zuerst empfängt, bevor er dann den Gläubigen den Leib Christi reicht. Ausdrücklich dekretiert die Instruktion „Redemptionis sacramentum“ von 2004:

97. Sooft der Priester die heilige Messe zelebriert, muß er am Altar zu dem vom Meßbuch festgesetzten Zeitpunkt kommunizieren, die Konzelebranten aber, bevor sie zur Kommunionausteilung gehen. Niemals darf der zelebrierende oder konzelebrierende Priester bis zum Ende der Kommunion des Volkes warten, bevor er selbst kommuniziert.

Begründet wird dies an den genannten Stellen nicht. Gisbert Greshake fordert gerade im Gegensatz zur Instruktion (in: Priester-Sein in dieser Zeit. Theologie – Pastorale Praxis – Spiritualität. Freiburg/Basel/Wien 2000, S. 250), dass der Priester zusammen mit den Kommunionhelfern am Ende kommunizieren solle. Alle Argumente, die derzeit vorgebracht werden, um zu rechtfertigen, dass der Priester zuerst kommuniziert, seien theologisch nicht tragfähig. Spirituell sei geboten, dass der Priester selbst ausreichenden Raum zum Innehalten habe.

Ich kenne allerdings selbst keine Gemeinde, in der das so praktiziert wird. Meine Fragen setzen an anderer Stelle an. Es heißt, der Priester solle als erster kommunizieren, damit deutlich wird, dass er empfängt, was er dann weitergibt. Aber wie wird das erkennbar? Alles, was die Gemeinde sieht, ist, dass sich jemand die Gestalten von Brot und Wein nimmt und diese zum Mund führt. Verdunkelt wird die Symbolik des Empfangens noch weiter, wenn Konzelebranten da sind, die nach Nr. 197 der AEM ebenfalls den Leib des Herrn nehmen.

Bei der Verkündigung des Evangeliums andererseits stellt sich der zelebrierende Priester unter das Wort Gottes, indem der Diakon, sofern ein solcher da ist, die Verlesung des Evangeliums übernimmt. Meine Frage also: Warum könnte nicht auch am „Tisch des Brotes“ der Diakon diesen Dienst übernehmen? Warum könnte nicht der Diakon dem Priester die konsekrierte Hostie reichen, damit dieser sichtbar und spürbar ein Empfangender ist? Im Anschluss daran könnte der Priester dem Diakon den Leib Christi reichen und beide zusammen dem Volk.

Oder ein anderer Zugang: Wenn der Priester in der Eucharistiefeier Christus repräsentiert, der seinen Leib den Gläubigen bricht und austeilt, warum dann nicht zu Ende denken? Dann würde nämlich der Priester in dieser Eucharistiefeier überhaupt nicht kommunizieren, so wie auch Christus beim letzten Abendmahl nicht vom Brot gegessen hat, das seinen Leib symbolisierte. In einer anderen Eucharistiefeier hingegen, der ein anderer Priester vorsteht, wäre er dann nur Mitfeiernder, nur Empfangender.