Der Aufbau der Bibel

Ein Tafelanschrieb aus dem Religionsunterricht der 5.Klasse, es geht um Grundwissen zur Bibel:

Das Erste (Alte) Testament

  • die 5 Bücher Mose = Tora
  • 16 Bücher zur Geschichte des Gottesvolks
  • 7 Bücher der Lehrweisheit und Psalmen
  • 18 Bücher der Propheten

Das Neue Testament

  • 4 Evangelien: nach Matthäus, Markus, Lukas, Johannes
  • die Apostelgeschichte
  • 9 Briefe des Apostels Paulus
  • 5 Pastoralbriefe
  • 7 katholische Briefe
  • die Offenbarung des Johannes

Atempause – Echte Freunde

Unter der Überschrift „Atempause“ biete ich jede Woche den Schülerinnen und Schülern der 9. und 10.Klasse eine Besinnung an: ein spiritueller Gedanke, meist verknüpft mit einem Song, manchmal mit einer Bibelstelle. Hier möchte ich einige in loser Folge veröffentlichen.

Gedanken: Echte Freunde

OK, ich habe 156 Freunde. Auf facebook. Alle sind nett, keine Frage. Alle kenne ich persönlich. Manche sind Bekannte und Verwandte, aber von diesen 156 „Freunden“ würde ich nur eine Handvoll als richtige Freunde bezeichnen, denen ich alles erzählen kann. Das sind Menschen, mit denen man durch dick und dünn gehen kann. Manche davon sind nicht einmal auf facebook zu finden. Was macht einen echten Freund aus? Man kann sich auf ihn oder sie verlassen. Man muss gar nicht so oft Kontakt haben, aber wenn man sie braucht, sind sie da. Dazu muss man die Freundschaft natürlich auch pflegen. Dann kann man sich auf ein persönliches Treffen freuen und es genießen, wenn man miteinander Sachen unternehmen kann. Das persönliche Treffen ist sowieso unersetzbar. Christinnen und Christen glauben, dass man auch mit jemandem befreundet sein kann, den man nicht sehen kann. Man kann ihn vielleicht spüren, wenn man gelernt hat still zu sein. Man kann ihm begegnen, indem man anderen Menschen begegnet. Da ist er immer mit drin, wenn sich etwas bewegt, wenn das Maß an Liebe in dieser Welt größer wird. Wenn man darauf vertrauen kann, das Jesus unser Freund ist, dann wird man auch nicht mehr so einsam sein. Aber wie bei anderen Freundschaften auch will diese Beziehung immer wieder gepflegt sein, eine Möglichkeit dazu ist das Beten.

Placebo: Too many friends

 

Der Rosenkranz – ein Arbeitsblatt

Im Religionsunterricht der 5.Klasse beginne ich mit dem Thema „Gebet“. Dabei kommen wir neben dem „Vater unser“ auch auf den Rosenkranz zu sprechen. Immerhin ein Schüler konnte dieses Jahr den Wortlaut des Rosenkranz-Gebets auswendig. Für die anderen habe ich ein einfaches Arbeitsblatt mit Lückentext entwickelt, das den Inhalt, der in einer den Schüler/innen ungewohnten Art und Weise formuliert ist, etwas erhellt.

Arbeitsblatt Rosenkranz Lücken

Schwangerschaftsabbruch – die Position von Eberhard Schockenhoff

Im Rahmen des Religionsunterrichts habe ich versucht, aus dem Buch von Eberhard Schockenhoff: Ethik des Lebens, Mainz, 3.Aufl. 2000, S.304-340 seine Position zum Schwangerschaftsabbruch in auch für Schüler verständliche Sätze zusammenzufassen.

Die Entstehung menschlichen Lebens fällt in die unmittelbare Nähe der Empfängnis. Der genetische Rahmen, innerhalb dessen sich dieses menschliche Leben entwickeln kann, ist damit gegeben. Die Redeweise von der „befruchteten Eizelle“ wird dem nicht gerecht, denn sie erweckt den Eindruck, als handele es sich lediglich um den Übergang der Eizelle vom unbefruchteten in den befruchteten Zustand → in Wirklichkeit beginnt damit aber die Existenz eines neuen menschlichen Wesens. Menschliches Leben entwickelt sich nicht zum menschlichen Leben, sondern ist von Anfang an menschliches Leben.

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Die Krankensalbung

Ich habe mir vorgenommen, in Vorbereitung auf einen theologischen Gesprächsabend noch einmal gründlich das Buch von Eva-Maria Faber: Einführung in die katholische Sakramentenlehre, Darmstadt 2002 zu lesen und die Impulse, die mir daraus wichtig werden, in loser Folge hier vorzustellen.

Heute: Die Krankensalbung (S. 142 – 149)

Gottes Macht hört nicht da auf, wo die Möglichkeiten des Menschen aufhören. Dennoch fordert der Glaube zugleich zur Gestaltung des eigenen Lebens in Freiheit heraus. Die Kraft Gottes „wird in der Regel durch die menschliche Freiheit hindurch wirksam“ (S. 142), indem sich z.B. Einstellungen verändern, man sein Leben mit anderen Augen betrachtet. Krankheit und Krankensalbung sind daher ganzheitlich zu sehen, das Sakrament daher nicht als automatisch wirksame körperliche Therapie.
Krankensalbung steht unter dem Zeichen des Kreuzes, auch Situationen des Leidens können in die Gemeinschaft mit Christus führen.

Biblische Grundlegung
Die Annahme, Krankheit sei eine Strafe Gottes, wird in der Bibel immer mehr abgelehnt. Kranksein wird in Gebeten vor Gott gebracht. Jesus heilt Kranke und macht damit deutlich, dass Gott das ganzheitliche Heil des Menschen will. Nach Mk 6,13 gehört das Salben und Heilen von Kranken zu den Aufgaben der Jünger, wahrscheinlich war das Praxis der Gemeinde. Öl gilt als Heilmittel, in religiöser Sicht bewahrt es vor dem Tod und erhält das Leben. Jak 5,14f. fordert dazu auf, die Salbung und das Gebet durch die Ältesten der Gemeinde zu erbitten, verheißen werden Aufrichtung, Rettung und Sündenvergebung.

Theologiegeschichtliche Entwicklungen
In der frühen Kirche wurde Öl neben anderen Naturalien gesegnet, im 5.Jahrhundert wird die Salbung durch Presbyter von der durch die anderen Gläubigen unterschieden. Sie wird an Kranken vorgenommen, die in voller Gemeinschaft mit der Kirche stehen.
Im 8.Jahrhundert verschiebt sich die Krankensalbung ans Lebensende, weil sie analog zur Buße asketische Einschränkungen mit sich bringt. Schließlich wird sie mit der Sterbebuße verbunden und nur noch Sterbenden gespendet. Die seelischen Wirkungen werden betont. Der Name ändert sich in extrema unctio. Neben der Sündenvergebung ist in der Praxis das Lindern körperlicher Leiden dennoch immer noch präsent.
Luther und Calvin lehnen die Krankensalbung als Sakrament ab, das Konzil von Trient hält daran fest. Die strikte Einschränkung auf Sterbenskranke wird aber aufgehoben. Sündenvergebung, Aufrichtung, Stärkung und möglicherweise Heilung des Leibes werden als Wirkungen genannt.
Das II.Vaticanum löst das Sakrament noch etwas mehr vom Sterbeprozess, der Ritus wird erneuert und zielt auf Tröstung im Ertragen der Krankheit, aber auch auf deren Überwindung hin.

Systematische Entfaltung
Der Spender des Sakraments ist der Bischof oder Priester. Immer wieder wird gefordert, dass der Diakon oder Laie, der die seelsorgerliche Begleitung von Kranken übernommen hat, ebenfalls das Sakrament spenden dürfe, weil das Auseinanderfallen beider Vorgänge als unbefriedigend erlebt wird. Das Sakrament hat allerdings ein Mehr, eine Zusage der unmittelbaren Gottesbegegnung über menschliche Möglichkeiten hinaus, das zeichenhaft zu verwirklichen ist die Aufgabe des ordinierten Amtsträgers. Ein Absehen davon ist nach Meinung Fabers nicht sinnvoll.
Es gibt biblische wie theologische Gründe für ein Auseinanderhalten von Krankensalbung und Sterbesakrament. Dennoch darf die Krankensalbung auch für die Sterbephase in Betracht gezogen werden. Der gesellschaftlichen Tabuisierung des Todes soll nicht Vorschub geleistet werden. Außerdem ist die Wegzehrung, die Eucharistie, als Sterbesakrament, oft körperlich nicht mehr empfangbar. Leichtfertig sollte sie auch nicht gespendet werden, Kriterium ist die empfundene Schwere der Erkrankung, insbesondere dann, wenn der Kranke durch seine Situation in Glaubensnot gerät.
Jeder Abgrund und jedes Leid ist von Gott umfangen, so dass die Krankheit zur Gottesbegegnung werden kann. Die Krankensalbung stärkt dazu, im Vertrauen auf die Auferstehung „irdische Lebensmöglichkeiten loszulassen“ (S. 149), sie ist Ruf in die Nachfolge des Gekreuzigten.