Kirchenrechtliche Gedanken zu den wiederverheiratet Geschiedenen, Teil 4

Lehramtliche Schreiben und Rechtsfolgen

„Familiaris consortio“ (1981): objektiv schwere Sündhaftigkeit einer ungültigen Ehe bei bestehendem Eheband ist allgemeine Lehre der Kirche.

  • Wer sich einer schweren Sünde bewusst ist, darf nicht ohne vorherige sakramentale Beichte die Eucharistie empfangen (c. 916).
  • Wer hartnäckig in einer offenkundig schweren Sünde verharrt, darf zum Empfang der Eucharistie nicht zugelassen werden (c. 915).
  • Verzeihung der Sünde empfängt nur der, der unter Reue über seine begangenen Sünden sich mit dem Vorsatz zur Besserung Gott zuwendet (c. 987).
  • Kein ausdrücklicher Ausschluss von kirchlichen Diensten und Aufgaben, aber die Eignungsvoraussetzungen sind nicht erfüllt (Patenamt, liturgischer Dienst, Mitgliedschaft in einem kirchlichen Verein, Sachverständiger für die Hirten, Mitarbeit in pfarrlichen Gremien, Tätigkeit in kirchlichen Gerichten, hauptamtliche Tätigkeit in der Kirche)
  • keine Exkommunikation

Zum ersten Teil.

Kirchenrechtliche Gedanken zu den wiederverheiratet Geschiedenen, Teil 3

Auflösungsmöglichkeiten einer Ehe im Kirchenrecht

  • durch den Tod eines Partners
  • durch Nichtigerklärung (Formfehler, Ehehindernis, Konsensmangel)
  • durch geheime Ungültigkeit bei in foro externo nicht beweisbarem Konsensmangel
  • durch päpstliches Privileg bei nichtvollzogenen/nichtsakramentalen Ehen
  • Trennung: cc. 1152 und 1153: Trennung bei Ehebruch bzw. Gefahr für Leib und Leben

Zum ersten Teil.

Kirchenrechtliche Gedanken zu den wiederverheiratet Geschiedenen, Teil 2

Begründung der Unauflöslichkeit der Ehe

  • Die Unauflöslichkeit geht auf Jesus Christus, auf die Ordnung Gottes zurück (Mt 19,8).
  • Die Ehe ist ein gegenseitiges Sich-Ganz-Schenken (kein Konsens auf Widerruf).
  • Die Ehe ist ein Bild für den Bund Gottes mit den Menschen.
  • Die Ehe ist Bild und Zeugnis für die Treue Jesu zu seiner Kirche.
  • Die Ehe als Grundinstitution der Gesellschaft muss stabil sein.
  • Das trennende und de iure divino begründete Ehehindernis der bestehenden Ehe steht einer Wiederheirat entgegen.
  • Ebenso kann bei der Wiederheirat nach Scheidung die zur gültigen Eheschließung erforderliche Form nicht eingehalten werden.

Zum ersten Teil.

Kirchenrechtliche Gedanken zu den wiederverheiratet Geschiedenen, Teil 1

Als ich 2009 die Rigorosa abgelegt habe, war eines der Fächer, in denen ich geprüft wurde, das Kirchenrecht. Ein Schwerpunktthema war die Situation der wiederverheiratet Geschiedenen. Aus meinen Lernunterlagen habe ich einige Gedanken zusammengetragen.

Verwendete Literatur:

  • Belliger, Andréa: Die wiederverheirateten Geschiedenen : Versuch eines neuen kirchenrechtlichen Lösungsansatzes. – In: International Academy for Marital Spirituality: Intams review. – 7. 2001, 2. – S. 194-212
  • Laukemper-Isermann, Beatrix: Zum Recht der wiederverheirateten Geschiedenen auf die Sakramente. – In: Iustitia in caritate. – 1997. – S. 247-263
  • Lüdicke, Klaus: Tathaftung oder Schuldhaftung? : Zur Problematik der wiederverheirateten Geschiedenen angesichts der Grundprinzipien des kirchlichen Sanktionenrechtes. – In: Geschieden, wiederverheiratet, abgewiesen?. – 1995. – S. 254
  • Puza, Richard: Kanonistische Ansätze zur Frage der Rechtsstellung wiederverheirateter Geschiedener : aus Anlaß einer Neuerscheinung. – In: Theologische Quartalschrift. – 165. 1985, 4. – S. 308-313
  • Primetshofer, Bruno: Ehescheidung und Wiederverheiratung im Kirchenrecht. – In: Theologisch-praktische Quartalschrift. – 142. 1994, 4. – Seite 343

Warum sich die Situation zugespitzt hat

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Eine Gedenkfeier für Verstorbene

Seit 5 Jahren versammeln sich die kulturellen Vereine von Au am Rhein an einem Sonntagabend im November in der Kirche, um der verstorbenen Mitglieder des vergangenen Jahres zu gedenken. Ich war von Anfang an dabei und habe gemeinsam mit den jeweiligen Vereinsvorständen eine liturgische Feier entwickelt, die der Musik den gebührenden Raum einräumt und doch auch Platz lässt für theologische Gedanken zur Auferstehungshoffnung. Als Beispiel mag der Ablauf des gestern gefeierten Gedenkens dienen.

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Das fürbittende Gebet

Für einen theologischen Gesprächsabend in der Seelsorgeeinheit habe ich ein Thesenpapier entworfen, das seine Gedanken aus dem Sammelband von Magnus Striet bezieht (Magnus Striet (Hg.): Hilft beten? Schwierigkeiten mit dem Bittgebet. Freiburg i.Br. 2010)

Das fürbittende Gebet

Thesenpapier von Dr.Tobias Speck

7.November 2013

Die Frage „Erhört Gott das Gebet?“ berührt das Gottesbild und den Kern des Glaubens.

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Kirche und Finanzen

Aus aktuellem Anlass, wo doch die Finanzen der Kirche bzw. das Finanzgebaren einzelner deutscher Bistümer so im Gerede sind:

1) Warum gibt es eine Kirchensteuer?
Ein kurzweiliges und informatives Video unter
http://www.katholisch.de/de/katholisch/video/video_details.php?id=12562

2) Der Haushaltsplan der Erzdiözese Freiburg
http://www.erzbistum-freiburg.de/html/haushaltsplan.html

3) Fragen und Antworten zur Finanzierung der Erzdiözese Freiburg
http://www.erzbistum-freiburg.de/html/finanzen931.html

4) Fragen und Antworten zur Kirchensteuer in der Erzdiözese Freiburg
http://www.erzbistum-freiburg.de/html/kirchensteuer660.html

5) Fragen und Antworten zu den Staatsleistungen
http://www.erzbistum-freiburg.de/html/staatsleistungen.html