Rechtfertigung – Begriff und biblische Fundierung im AT

Die Rechtfertigungslehre war (ist) ein Streit zwischen den Konfessionen. Was hat es damit auf sich? Der Begriff „Rechtfertigung“ ist ja im spezifisch theologischen Sprachgebrauch ungebräuchlich geworden.

Für einen theologischen Gesprächsabend in unserer Seelsorgeeinheit habe ich mich damit befasst.

Der Begriff

Im NT kommen für Rechtfertigung Wortzusammensetzungen mit griechisch „dikaio -“ (dikaios, dikaoisyne, dikaiosis) vor. Allerdings: die theologische Bedeutung steht gleichsam quer zur heutigen alltagssprachlichen Verwendung (= sich rechtfertigen) ↔ theologisch: Gott spricht den gerecht, der von sich aus Sünder, also nicht im Recht ist.

Der Begriff „Rechtfertigung“ steht v.a. bei Paulus als Kurzformel für Gottes Heilshandeln am Menschen. Es geht um eine Verhältnisbestimmung von Gott und Mensch: Wie handelt Gott am Menschen? Wie ist der Mensch vor Gott? Kann der Mensch etwas zu seinem Heil beitragen? – und damit auch die Frage nach der Freiheit und dem Vermögen des Menschen und der Freiheit und dem Vermögen Gottes.

Im AT

Im AT spielt der Begriff keine zentrale Rolle. Er taucht auf, wenn es darum geht, dass der Gerechte vor Gericht auch tatsächlich sein Recht bekommt. Dieses Recht soll Gott ihm verschaffen, wie es in einigen Psalmen heißt.

Eine Besonderheit bilden die Gottesknechtslieder bei Jesaja: Gott verschafft dem leidenden Gottesknecht, der stellvertretend für die vielen den Tod auf sich nimmt, um ihre Schuld zu tilgen, gerecht – und Gott ist so mit seinem Knecht identifiziert, dass es schließlich heißt: „Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht“ (Jes 53,11).

Paulus bezieht sich auf Abraham (in Gen 15,6) als Vorbild der Glaubensgerechtigkeit. Wie sieht es dort direkt aus? In gewisser Weise ist Gerecht-Sein eine Tat oder Haltung Abrahams, die von Gott angerechnet wird, auf jeden Fall ist Abraham ein Vorbild für alle Israeliten, trotz allem an der Verheißung des gelobten Landes festzuhalten.

Hiob ist der exemplarische Gerechte, er lässt sich im Leid seine Gerechtigkeit auch von Gott nicht nehmen – im Gegenteil: Gott rechtfertigt sich gegenüber Hiob.

Insgesamt aber sind das Einzelfunde.

2 Gedanken zu „Rechtfertigung – Begriff und biblische Fundierung im AT

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