Womit habe ich das verdient? Teil 13

Zum ersten Teil.

Wie soll ich noch glauben? Dem Leiden im Gebet eine Sprache geben

P. Anselm hört in Gesprächen Menschen, deren Glauben durch das erfahrene Leid gereift ist, und solche, die ihren Glauben dadurch verloren haben.

Er verweist auf die Menschen des Alten Testaments, die ihren Glauben durch das Leid hindurch bewahrt haben, indem sie auch alle ihre negativen Gefühle vor Gott gebracht, ihm entgegengeschrien haben.

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Womit habe ich das verdient? Teil 12

Zum ersten Teil.

Anfechtung des Gottesbilds durch das Leid

Theodizee heißt: Gott muss sich gegenüber unserem Gerechtigkeitsempfinden verantworten. Wenn wir uns Gott als barmherzig und als allmächtig vorstellen, dann fragen wir uns (und ihn): Warum lässt er das Leid zu, wenn er es doch verhindern könnte?

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Womit habe ich das verdient? Teil 11

Zum ersten Teil.

Der Umgang in der stoischen Tradition der frühen Kirche

In der frühen Kirche wurde die Stoa herangezogen, um einen spirituellen Umgang mit dem Leid zu finden. Johannes Chrysostomus versuchte den Satz „keiner kann dich verletzen außer du selbst“ ins biblisch-christliche Denken zu übersetzen. Es sind die falschen Vorstellungen, die ich mir vom Leben mache, an denen ich mich verletze. Sein Beispiel ist die Rede Jesu vom Haus auf dem Felsen. Solange ich mein Leben auf Christus gebaut habe, wird nichts es zum Einsturz bringen können. Ist das Haus jedoch auf Illusionen und falsche Ziele gebaut, wird das Leid es zum Einsturz bringen. Das Leid zieht einem in der Tat vieles weg, es trägt nicht mehr. Ein christliches Leben ist tiefer gegründet, nicht einmal der Tod wird das Lebenshaus zerstören können. P. Anselm findet die Gedanken des Chrysostomus faszinierend, aber sie haben für ihn auch ihre Grenzen, weil der Mensch nicht nur Intellekt, sondern auch Gefühl und Leib ist, die durch Leid so sehr in Mitleidenschaft gezogen werden, dass Verstandestätigkeit den Schmerz nicht durchdringen kann. Erst wenn der Mensch zur Ruhe gekommen ist, ist er einem solchen Gedankengang gegenüber wieder aufgeschlossen. Dann kann er erahnen, dass das Reich Gottes in ihm ist, ein inneres Heiligtum, das gr. „autos“, in dem das Leid keine zerstörerische Macht mehr hat.

Womit habe ich das verdient? Teil 10

Zum ersten Teil.

Die Auseinandersetzung mit dem Leid bei den Mystikern

Wut, Schmerz und Enttäuschung werden durch Verweis auf andere Leidende nicht einfach aufgelöst. Aber es kann eine Hilfe sein, anzuschauen, wie andere Leidende damit umgegangen sind. In der christlichen Spiritualität wurde das Leid als Herausforderung und Weg betrachtet, die eigene Gottesbeziehung zu reinigen und zu vertiefen.

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Womit habe ich das verdient? Teil 9

Zum ersten Teil.

Hilfe durch die Psychologie

Der Psychologe Viktor E.Frankl vor allem hat versucht, dem Leiden Sinn zu geben. Er hat im Konzentrationslager erfahren, dass, wer sich selbst aufgab, keine Überlebenschance hatte. Er gab seinem Leiden Sinn, als er mit seiner geliebten Frau im Geiste Gespräche führte, während die äußere Situation zum Verzweifeln war. Er unterscheidet drei Werte: Erlebniswerte, schöpferische Werte, Einstellungswerte. Die ersten beiden bleiben einem im Leiden untersagt, aber es bleibt die Freiheit, die eigene Einstellung zum Leiden zu finden und zu gestalten. Diese Freiheit kann einem nicht genommen werden. Auch in aussichtsloser Lage kann der Mensch – jeder Mensch für sich – dem Leiden einen Sinn abtrotzen. In der Begleitung von kranken Menschen hilft der Therapeut, in der Krankheit einen Sinn zu entdecken. Dazu kann auch gehören, mit dem Klienten die Unbegreiflichkeit erstmal auszuhalten. Ergibt sich ein Sinn, gibt das die Kraft, das Leid bestehen zu können.

Womit habe ich das verdient? Teil 8

Zum ersten Teil.

Leidenstheologie im Hebräerbrief

Der Hebräerbrief vertritt die Auffassung: nicht wir leiden mit  Christus, sondern er mit uns. Er ist uns auch im Leiden gleich geworden. Das Leid – das ist eine griechische Vorstellung – war auch für ihn eine Lebensschule. Im Leiden sollen wir lernen, auf Gott zu hören, auf Jesus zu schauen, der uns vorausgegangen ist. Das kann uns Hoffnung geben. Das Leiden ist dann nicht mehr beschämend, sondern ein „Tor, durch das wir in das innere Heiligtum unserer Seele treten“ (S. 54f). In den Bedrängnissen sollen die Christen Mut finden.

… und im 1.Petrusbrief

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Womit habe ich das verdient? Teil 7

Zum ersten Teil.

Leidenstheologie bei Paulus

Paulus hat nach 2 Kor 1,5 zwar Anteil am Leid Christi, ebenso aber an Christi Trost. Warum er leiden muss, diese Frage stellt er sich nicht. Er erfährt im Leiden Gemeinschaft mit Christus, wird ihm ähnlich, und die Botschaft von Tod und Auferstehung, die er verkündigt, gewinnt an existentieller Bedeutung und damit auch an Authentizität gegenüber denen, denen er sie verkündigt. Paulus erlebte die Auferstehung mitten im Leid, in Bedrängnis, in Ohnmacht, in Schwäche. Gerade in der Schwäche will Gott sich offenbaren.

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