Womit habe ich das verdient? Teil 19

Zum ersten Teil.

Psychische Leiden

Menschen, die psychisch krank sind, leiden oft besonders darunter, weil sie sich hilflos und unter einem gesellschaftlichen Stigma fühlen. Niemand möchte an psychischen Krankheiten leiden, obwohl auf der anderen Seite gerade die Depression sehr weit verbreitet ist. Besonders bei reaktiven Depressionen hilft es, meint P.Anselm, mit der Depression ins Gespräch zu kommen, da sie etwas Wichtiges zu sagen hat.

Bei endogenen Depressionen ist die Lage etwas schwieriger. Die richtigen Schritte des Umgangs sind: a) Anerkennen, dass ich krank bin b) Aussöhnung mit der Krankheit c) Der Depression einen Sinn abringen; ein Sinn könnte sein, im Abgrund der Krankheit etwas von der Abgründigkeit Gottes zu erahnen.

Manchmal begegnen wir einem Menschen, dem all das nichts hilft, da verbietet sich jedes Urteilen.

Psychosen durchkreuzen Lebensträume und -pläne, machen hilflos, der Mensch fühlt, dass die Krankheit ihn im Griff hat und nicht umgekehrt. Die Aussöhnung mit der Krankheit kann gelingen, wenn wir das rechte Maß finden, in Demut das viel kleinere Maß akzeptieren als die Größenphantasien, die wir manchmal haben. Schizophrene Menschen haben oft spirituelle Visionen und machen wichtige Erfahrungen, aber es fehlt ihnen die Erdung.

Medikamente können die psychische Krankheit so eindämmen, dass man damit leben kann, aber das Leben bleibt eingeschränkt. Mit dieser Einschränkung muss man leben – die Krankheit lehrt Demut, Bescheidenheit und ein sehr genaues Hinhören auf mich. Der Kranke muss sich seiner bleibenden Gefährdung bewusst sein. Aber wenn es gelingt, die Krankheit anzunehmen und Gott hinzuhalten, dann vermag Gottes Geist inneren Frieden auch in diesen Menschen zu schaffen.

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