Womit habe ich das verdient? Teil 20

Zum ersten Teil.

Schwierige Charaktereigenschaften und verschlungene Lebenswege

Wenn Eltern daran leiden, wie ihre (erwachsenen) Kinder mit ihrem Leben umgehen, stellen sich oft Schuldgefühle ein: Haben wir in der Erziehung versagt? Solche Eltern stellen sich selbst in Frage, machen sich klein, gerade dann, wenn die Kinder ihnen auch noch Vorwürfe machen. Aber dieses Sich-Klein-Machen hilft den Kindern nicht weiter, weil es deren Opferhaltung verfestigt und den Eltern jede Selbstachtung nimmt.

P. Anselm rät, die Kinder und ihre Situation Gott entgegenzuhalten, die Vergangenheit vergangen sein zu lassen und den Kindern die Herausforderung zu lassen, am eigenen Leben zu reifen. Eltern können ihren Kindern Mut machen, ihnen zutrauen und für sie beten, dass sie sich den Herausforderungen stellen, aber nicht für sie die Probleme lösen. Kindheit ist nicht einfach, und man kann und darf Kinder nicht vor allen Schwierigkeiten bewahren.

Den Eltern sind die folgenden Aufgaben gestellt: einen Umgang mit den eigenen Schuldgefühlen finden, sich die eigene Hilflosigkeit eingestehen, den Glauben an die eigenen Kinder stärken, die Herausforderung durch die problematischen Kinder annehmen – was sagt mir diese Situation über mein Leben, meine Werte, meine Prioritäten?

Homosexualität

Für Eltern kann es ein Schock sein, wenn ein Kind sich zu einer homosexuellen Veranlagung bekennt. Nach P. Anselm hängt das Leiden daran jedoch von der Einstellung zur Homosexualität ab. Wenn man sein Kind so akzeptiert, wie es ist, dann wandelt sich auch das Leid.

Krankheit und Behinderung

Wenn es Eltern gelingt – und das kann lange dauern – die Behinderung eines Kindes zu akzeptieren, dann erleben sie ihr Kind oft als Segen, nicht nur als Belastung, sondern auch als Geschenk.

Psychische Krankheit

Wenn das Kind psychisch erkrankt ist, sollten Eltern sich fachlich informieren, und dann die Herausforderung annehmen, die Anfrage, die darin an mein eigenes Leben und meine eigenen Illusionen steckt. Dabei gilt es, die Balance zu bewahren: Weder die Krankheit nur den Kindern in die Schuhe schieben noch alle Schuld bei sich suchen. Manchmal ist die Krankheit auch unerklärlich, ein Widerfahrnis. „Dann begegnet mir in der Unbegreiflichkeit des Leids der unbegreifliche Gott selbst“ (S. 131) – die Krankheit und Belastung kann auf Gott verweisen und im Gebet kann sich meine Einstellung zum Kind und seiner Krankheit wandeln.

Magersucht

Die folgenden Schritte wollen gegangen sein, wenn ein Kind magersüchtig ist: die eigene Ohnmacht akzeptieren, eine fachliche Beratung in Anspruch nehmen, den Fragen, die durch die Krankheit des Kindes ans eigene Leben gestellt werden, angehen.

Drogenabhängigkeit

Hier meint P.Anselm: Sich den Schuldgefühlen stellen, ist wichtig. Er deutet Sucht als Ergebnis verdrängter Sehnsucht, als Flucht in die künstliche Geborgenheit der Droge. Die Eltern müssen hier mehr konsequent sein als nur verständnisvoll. Zum Leben gehören Erfüllung und Enttäuschung, das muss man lernen. Vorwürfe helfen nicht weiter, sondern nur der Zugang zum Herzen des Kindes.

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