Freiwilligkeit und Pflicht in der Firmvorbereitung?

Was könnte denn dagegen sprechen, die verpflichtende Teilnahme an der Firmvorbereitung zur Voraussetzung für den Empfang der Firmung zu machen?

  • Glauben kann man nicht erzwingen: nur die freiwillige, gewollte Zustimmung lässt das Sakrament zur Entfaltung kommen.
  • Ob jemand glaubt, kann man nicht von außen sehen: Wer könnte sich anmaßen, dem Wunsch eines Menschen nach Firmempfang im Wege zu stehen?
  • Gottes Geist wirkt, wo er will, er bindet sich nicht an ein bestimmtes Firmkonzept oder eine bestimmte Anzahl von Gottesdienstbesuchen oder zu besuchenden anderen Veranstaltungen.
  • Gottes Liebe kommt jedem Bemühen des Menschen zuvor. „Er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“ (Mt 5,45). Seine Barmherzigkeit kennt kein Maß und schließt auch die mit ein, die auf unvorhersehbaren Wegen zu ihm kommen.

Siehe: Teil 1Teil 2 – Teil 4

Freiwilligkeit und Pflicht in der Firmvorbereitung?

Was könnte denn dafür sprechen, die verpflichtende Teilnahme an der Firmvorbereitung zur Voraussetzung für den Empfang der Firmung zu machen?

  • „Was nichts kostet, ist nichts wert“: Die Jugendlichen sollen das Sakrament der Firmung schätzen, und sie tun das eher, wenn sie einen Einsatz dafür bringen müssen.
  • Die Jugendlichen sollen vorbereitet sein. Das Sakrament kann ja nur ankommen, wirksam werden, wenn die Empfänger dafür offen und bereit sind und sich darauf einlassen können. Eine sinnvolle Vorbereitung wird dafür sorgen, dass sich die Jugendlichen auf einen Weg machen, der dann in der Firmspendung sein Ziel und seinen Höhepunkt findet. Durch die aktive Teilnahme an der Firmvorbereitung zeigen die Jugendlichen, dass sie bereit sind.
  • Firmung ist Sakrament der Entscheidung: Wie sollen die Jugendlichen wissen, zu was sie ja oder nein sagen, wenn sie Kirche, Glauben, Religion nicht kennenlernen konnten? Viele sind weit weg davon und müssen erst den Anstoß bekommen, sich wieder mehr damit zu beschäftigen.
  • Firmung ist Zuspruch und Herausforderung: Jugendliche brauchen den Anspruch, um das Sakrament in seiner herausfordernden Dimension ernstnehmen zu können. Sie sollen dazu provoziert werden, aus dem glaubensfernen und -kritischen Mainstream auszubrechen und müssen auch erst mal dazu befähigt werden, das tun zu können, wozu sie durch die Firmung beauftragt werden, nämlich Zeugen Jesu Christi und seiner frohen Botschaft zu sein.

Siehe: Teil 1Teil 3 – Teil 4

Freiwilligkeit und Pflicht in der Firmvorbereitung?

Die Firmvorbereitung neigt sich dem Ende zu und wieder stehe ich als Firmverantwortlicher vor der Frage: Was mache ich mit den Jugendlichen, die den vorgegebenen Firmkurs nicht in der erwarteten Art und Weise absolviert haben?Erwartet war die Teilnahme an einer bestimmten Anzahl von Projekten, die sie sich aber aussuchen konnten (aus den Bereichen „Gemeinschaft“, „Gottesdienst“, „Anderen helfen“, „Glauben erfahren“). Außerdem war ein Anmeldegespräch und die Teilnahme am Auftaktabend verpflichtend für alle. Was jetzt noch folgt, ist die „Nacht der offenen Kirche“ und ein Gespräch mit einem Priester für alle.

Insgesamt, denke ich wenigstens, ein machbares Programm mit nicht geringer Wahlmöglichkeit.

Weiterlesen

Zu allen Zeiten suchst du Menschen – ein Segensgebet

Herr, treuer Gott,

zu allen Zeiten suchst du nach Menschen,

die deinen Schalom in dieser Welt Wirklichkeit werden lassen.

Wir fragen: Meinst du mich? Oder: Was kann ich schon ausrichten?

Stille unsere Zweifel, gib uns Kraft, im Vertrauen auf dich unseren Beitrag zu leisten und gib unserem Tun Früchte.

Wohne in uns mit deinem Geist und segne uns, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Dieses Segensgebet habe ich für die Friedenswallfahrt 2014 geschrieben.

Das Recht in der Kirche

Für ein Seminar an der Universität Landau habe ich eine kleine Präsentation zusammengestellt, die deutlich macht, warum es Recht in der Kirche gibt und wie es sich in ganz groben Umrissen darstellt.

Warum überhaupt Kirchenrecht?

  • Rechtssetzung steht in der jüdischen Tradition
  • Jesus selbst hat Weisungen gegeben
  • Jede menschliche Gemeinschaft braucht eine verlässliche Ordnung → sichert die Freiheit im Rahmen der Gemeinschaft
  • Auch geistliche Vorgänge (z.B. Handauflegung) haben eine rechtliche Bedeutung
  • Lange Tradition des Kirchenrechts (als wissenschaftliche Disziplin seit dem 11.Jh. vertreten)

Weiterlesen