Die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre

Im Jahr 1999 wurde die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre zwischen der katholischen Kirche und dem Lutherischen Weltbund unterzeichnet. 482 Jahre, nachdem Martin Luther die 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg genagelt haben soll, wurde damit ein Streitpunkt, der zeitweise als der trennende Unterschied schlechthin empfunden worden war, einvernehmlich geklärt.

Ich möchte die Gemeinsame Erklärung im folgenden kurz nachzeichnen.

Am Anfang wird dargestellt, dass die Rechtfertigungslehre im 16.Jahrhundert und später aus reformatorischer Sicht einen Angelpunkt des Glaubens darstellte, dass es zu gegenseitigen Lehrverurteilungen kam, welche die Kirchen bis heute trennen.

Die Gemeinsame Erklärung geht aus vielen Dialogen und Studien hervor, die in wachsendem Maße eine Übereinstimmung aufgezeigt haben. Die Gemeinsame Erklärung greift diese auf, stellt den gemeinsamen Grundkonsens dar und zeigt auf, dass die nach wie vor bestehenden Unterschiede nicht länger Anlass für gegenseitige Verurteilungen sind.

Im Abschnitt 1 geht die Erklärung auf die biblischen Texte ein, die in unterschiedlichem Maße und in unterschiedlicher Weise das Thema Rechtfertigung enthalten. Für die Reformation sehr wichtig wird der paulinische Sprachgebrauch von der Rechtfertigung des Sünders durch Gottes Gnade im Glauben, z.B. im Römerbrief. Paulus sieht alle Menschen als in der Sünde verloren an, die Rettung erfolgt allein durch Jesus Christus und ist allein im Glauben an das Evangelium wirksam. Wer gerechtfertigt ist, hat schon jetzt Gemeinschaft mit Gott durch Jesus Christus, ist aber in dieser Welt dennoch Versuchungen ausgesetzt und muss sich immer wieder bemühen, sein Leben nach dem Willen Gottes auszurichten.

Im Abschnitt 2 wird noch einmal auf das Ziel der Erklärung verwiesen: einen als Hauptgrund empfundenen Streitgegenstand aus der Welt zu schaffen, und einen Konsens in der Sache zu bezeugen, so dass die Lehrverurteilungen des 16.Jahrhunderts den heutigen Partner nicht mehr treffen.

3 Gedanken zu „Die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre

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