Unitatis Redintegratio (UR), Kap. 1

► Zum ersten Teil.

Das erste Kapitel, das auf das Vorwort folgt, enthält drei lange Abschnitte. Es ist überschrieben mit „Die katholischen Prinzipien des Ökumenismus“ (besser: der ökumenischen Bewegung).

Der erste Abschnitt zitiert Joh 17,21 „dass alle eins seien“ und erklärt, dass Christus das Sakrament der Eucharistie gestiftet habe, das die Einheit der Kirche bezeichnet und bewirkt. Außerdem wird das Gebot der Liebe und die Gabe des Heiligen Geistes genannt. Der Heilige Geist ist das Prinzip der Einheit der Kirche.

 

Weiter ist vom Amt (in Lehre, Leitung und Heiligung) die Rede, das dem Kollegium der Zwölf, vor allem aber dem Petrus von Christus selbst übertragen worden ist. Das Amt der Bischöfe in Verbindung untereinander und mit dem Papst als Haupt ist für die Verkündigung des Evangeliums, die Sakramente und die Leitung aus katholischer Sicht unverzichtbar. Die Einheit der Kirche wird bestimmt im dreifachen Band: Bekenntnis des einen Glaubens, gemeinsame Feier des Gottesdienstes, geschwisterliche Eintracht. Die Einheit hat ihr Vorbild und Urbild in der Trinität.

Der zweite Abschnitt beschreibt die Tatsache, dass von Anfang an Spaltungen und Verfeindungen aufgetreten sind, recht große Gemeinschaften haben sich von der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche getrennt, woran beide Seiten oft nicht unschuldig sind. Heutigen Menschen darf die Schuld der Trennung nicht zur Last gelegt werden, „die katholische Kirche betrachtet sie als Brüder, in Verehrung und Liebe“ (UR 3). Der Glaube an Christus und die recht empfangene Taufe bewirkt eine gewisse, wenn auch nicht vollkommene Gemeinschaft mit der katholischen Kirche. Es wird nüchtern festgestellt, dass es in Leben, Lehre und Struktur schwerwiegende Hindernisse für eine volle Verständigung gibt, was aber das fundamentale Band der Taufe nicht hindert. Es wird anerkannt, dass auch außerhalb der sichtbaren katholischen Kirche Mittel oder Elemente der Gnade existieren, z.B. das Wort Gottes oder bestimmte liturgische Handlungen. Die getrennten Kirchen und Gemeinschaften haben zwar einen Mangel gegenüber der in der katholischen Kirche vorhandenen Fülle der Gnade und Wahrheit, sind aber dennoch irgendwie trotzdem Mittel des Heiles.

Im dritten Abschnitt werden alle Katholiken ermahnt, an der Ökumenischen Bewegung in Gebet, Wort und Werk teilzunehmen. Elemente der Ökumenischen Bewegung können sein: alle Verunglimpfungen der getrennten Brüder einstellen, im Dialog die anderen besser kennenlernen, sich gemeinsam für das Gemeinwohl einsetzen, gemeinsam beten, die je eigene Kirche oder Gemeinschaft im Sinne Christi reformieren. Es geht bei der Ökumenischen Bewegung nicht um Konversion einzelner. Die erste Pflicht der Katholiken ist es, bei sich anzufangen und die christliche Vollkommenheit vorzuleben, so dass die katholische Kirche von der Wahrheit und Liebe Zeugnis ablegen kann. Dann sollen sie alles hochschätzen, was sie aus dem gemeinsamen Erbe und der Kraft Christi bei den anderen finden, das stammt wahrhaftig vom Heiligen Geist und dient auch der Auferbauung der Katholiken.

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