Unitatis Redintegratio (UR), Kap. 2

► Zum ersten Teil.

Das zweite Kapitel, das mit „Die praktische Verwirklichung des Ökumenismus“ überschrieben ist, enthält die Abschnitte 5-12 in der laufenden Zählung.

Im Abschnitt 5 wird betont, dass die Ökumene Sache der ganzen Kirche, also sowohl von Hirten wie aller Gläubigen ist, und dass es eine geschwisterliche (der Text sagt: brüderliche) Verbindung unter allen Christen gibt.

Der Abschnitt 6 bestimmt die dauernde Reform der Kirche, weil diese als menschliche und irdische Institution dieser immer bedarf, als den Weg zur Einheit. Wo diese Erneuerung sich heute zeigt – das Konzil nennt u.a. die biblische Bewegung und das Laienapostoloat – so ist das auch für die Ökumene hoffnungsvoll und von Bedeutung.

Im Abschnitt 7 wird erklärt, dass die Bewegung hin zur Einheit Demut und innere Bekehrung verlangt. Die Konzilsväter bitten um Vergebung für die Sünden gegen die Einheit und geben selbst ihre Versöhnungsbereitschaft bekannt. Ein Leben gemäß dem Evangelium fördert die Einheit am besten.

Der Abschnitt 8 führt diesen Gedanken weiter, wenn es heißt, dass dies zusammen mit dem Gebet um die Einheit der Kern der ökumenischen Bewegung ist. Diese Gebete können in passenden Situationen gemeinsam mit den anderen Konfessionen stattfinden. Allerdings hat die Gottesdienstgemeinschaft zwei Funktionen: Bezeugung der Einheit (was in den meisten Fällen nicht gegeben sein wird) und Teilnahme an den Mitteln der Gnade. Die konkrete Regelung ökumenischer Gottesdienste wird dem Ortsbischof überlassen.

Der Abschnitt 9 empfiehlt das sorgfältige Studium der anderen christlichen Konfessionen und den sachkundigen Dialog von gleich zu gleich.

Damit das geschehen kann, soll das Theologiestudium und die Ausbildung der Hirten und Priester ökumenische Gesichtspunkte enthalten, wie es im Abschnitt 10 heißt.

Im Abschnitt 11 wird gefordert, die Art und Weise der Darstellung der Lehre der katholischen Kirche dürfe den Dialog nicht behindern, es gelte, die Lehre demütig, klar und richtig vorzutragen und zwar so, dass sie „auch von den getrennten Brüdern wirklich verstanden werden kann“. Das Konzil erinnert daran, dass es eine Hierarchie der Wahrheiten gibt, je nach ihrem Zusammenhang mit dem Fundament des Glaubens. [Das ist wohl so zu verstehen, dass man die spezifisch katholischen Glaubenslehren in eher peripheren Gebieten nicht über Gebühr betonen soll, T.S.].

Der Abschnitt 12 ruft alle Christen zum Bekenntnis des Glaubens und zur gemeinsamen Anstrengung und Zusammenarbeit im sozialen und gesellschaftlichen Bereich auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.