Ekklesiologische Kennzeichen des Frühmittelalters II

Zum ersten Teil.

Die fränkischen Könige, allen voran Karl der Große, suchten die Anerkennung durch den Papst. Der Höhepunkt für jeden König war die quasi-religiöse Salbung zum Kaiser, die nur der Papst vornehmen konnte. Damit traten die fränkischen Könige in Kontinuität zu den römischen Kaisern und bezeichneten sich auch so, als König und Kaiser der Römer und Schutzherr der Kirche, was zu einem Verhältnis gegenseitiger Abhängigkeit im Guten wie im Schlechten führte.

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Ekklesiologische Kennzeichen des Frühmittelalters I

In Vorbereitung auf ein Seminar habe ich versucht, die Kirchengeschichte des Frühmittelalters äußerst kompakt zusammenzufassen unter besonderer Berücksichtigung der Aspekte, die für die Ekklesiologie wichtig sind, z.B. welche Aufgaben und Funktionen die Kirche in dieser Zeit ausfüllte oder ausfüllen sollte, welche leitenden Kirchenbilder es gab usw.

Das Frühmittelalter ist durch eine wachsende Entfremdung zwischen dem griechisch-sprachigen Osten und dem lateinisch-sprachigen Westen gekennzeichnet.

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Unitatis Redintegratio (UR), Kap. 3 – die Kirchen des Abendlandes

► Zum ersten Teil.

In den Kapiteln 19-24 wendet sich das Konzil dann den Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften des Abendlandes zu, d.h. den aus der Reformation hervorgegangenen Konfessionen. Zu Beginn steht die Feststellung, dass eine besondere Bande in der gemeinsamen langen Geschichte bestünde, die Christen in der einen Kirche im Abendland zurückgelegt haben.

Eine genaue Einteilung oder Beschreibung dieser Konfessionen kann oder will das Konzilsdokument nicht geben, dazu seien die Unterschiede zwischen ihnen – und zwischen diesen und der katholischen Kirche zu schwerwiegend und zu groß.

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Unitatis Redintegratio (UR), Kap. 3 – die orientalischen Kirchen

► Zum ersten Teil.

Das dritte Kapitel ist überschrieben mit „Die vom Römischen Apostolischen Stuhl getrennten Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften“. Es enthält die Abschnitte 13-24 der laufenden Zählung und unterscheidet die orientalischen Kirchen von den aus der Reformation hervorgegangenen abendländischen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften.

Zunächst wird im Kapitel 13 diese Unterscheidung eingeführt. Zuerst kam es zu Spaltungen mit den monophysitischen Kirchen im 4.Jahrhundert und den orthodoxen Kirchen im 11.Jahrhundert, dann die Reformation im 16.Jahrhundert. Die Sonderstellung der anglikanischen Kirche wird erwähnt. Die Trennung, so wird gesagt, erfolgte aufgrund sehr verschiedener Umstände, und auch die Art und Weise der heutigen Unterschiede ist jeweils anders gelagert.

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