Unitatis Redintegratio (UR), Kap. 3 – die Kirchen des Abendlandes

► Zum ersten Teil.

In den Kapiteln 19-24 wendet sich das Konzil dann den Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften des Abendlandes zu, d.h. den aus der Reformation hervorgegangenen Konfessionen. Zu Beginn steht die Feststellung, dass eine besondere Bande in der gemeinsamen langen Geschichte bestünde, die Christen in der einen Kirche im Abendland zurückgelegt haben.

Eine genaue Einteilung oder Beschreibung dieser Konfessionen kann oder will das Konzilsdokument nicht geben, dazu seien die Unterschiede zwischen ihnen – und zwischen diesen und der katholischen Kirche zu schwerwiegend und zu groß.

Im Kapitel 20 werden die Konfessionen würdigend genannt, die sich zu Christus als dem Mittelpunkt und der Quelle ihrer Gemeinschaft offen bekennen. Es wird aber auch nicht verschwiegen, dass es erhebliche Unterschiede in der Christologie, Soteriologie, Ekklesiologie und Mariologie gibt.

Der Rolle der Heiligen Schrift wendet sich Kapitel 21 zu. Die Verehrung der Schrift findet Anerkennung, jedoch bestehen Unterschiede in der Sicht des Verhältnisses zwischen Schrift und Kirche bzw. Lehramt. Die Heilige Schrift ist jedoch ein gutes Werkzeug des Dialogs.

Um die Taufe geht es in Kapitel 22. Wo sie recht gespendet wird, begründet sie zwar ein fundamentales Band zwischen Christus und zwischen allen Getauften, sie ist jedoch nur ein Anfang und wird erst vollständig, wo volle Übereinstimmung im Glaubensbekenntnis, in der kirchlichen und eucharistischen Gemeinschaft gegeben sind. Im Dialog mit diesen Kirchen, denen vor allem aufgrund des Mangels im Weihesakrament (defectus sacramenti ordinis) wird es vor allem um die Sakramentenlehre, die Liturgie und die Ämter gehen.

Im Kapitel 23 wird das authentische christliche (Familien-)Leben und der Gottesdienst gewürdigt, ebenso das soziale Engagement. Auch wenn diese Christen auf dem Gebiet der Moral nicht immer zu denselben Ergebnissen kommen wie die römische Kirche, könnte dies ein Dialogfeld sein.

Im Schlusskapitel 24 wird vor unklugem Eifer und Leichtfertigkeit gewarnt, und an die Gläubigen appelliert, in der Treue zur eigenen Tradition nach der Fülle der Einheit zu streben. Da die Einheit menschliches Bemühen übersteigt, hofft das Konzil auf den Beistand der Dreifaltigkeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.