Ansprache zum Floriansgottesdienst der Feuerwehr

Am Montag, 4.5., hatte ich die Ehre, den Floriansgottesdienst der Feuerwehr zu leiten.

Ich hatte mich im Vorfeld mit dem Kommandanten zusammengesetzt – ein ganz wichtiges Thema für ihn war die Kameradschaft.

Als Evangelium habe ich ausgesucht Mt 7,21.24-27.

Zu Beginn der Ansprache lenkte ich den Blick der Anwesenden nach hinten, wo die Feuerwehr zur Demonstration einen Kameraden von der Empore in den Kirchenraum nach unten abseilte. Darauf schloss sich meine Predigt an:

Wir haben die Kameraden gesehen – vielen Dank dafür!

Sie haben uns sehr eindrücklich vor Augen geführt:
was es bedeutet, sich auf jemanden anderen zu verlassen.
Der eine hängt am anderen,
der eine hält, damit der andere nicht abstürzt,
dafür brauchen beide großes Vertrauen.
Ich muss mich darauf verlassen können:
dass die Leine hält,
dass die Leiter trägt und richtig aufgestellt ist,
dass jeder mit Sachkenntnis und richtigem Krafteinsatz voll konzentriert bei der Sache ist.

Leine und Leiter und das, was sie uns gezeigt haben, sind für mich ein eindrückliches Bild für das Leben.

Und der Anlass für Nachdenken und Fragen – auch an mich selbst.

Auf welcher Leiter stehe ich fest?
Auf welche Leine verlasse ich mich in meinem Leben?
Woran kann ich mich festhalten, wenn’s darauf ankommt?
Worauf baue ich?

Das, was sie uns gezeigt haben, das trägt schon sehr weit.

Ich habe den Kommandanten gefragt:
Warum sind Sie und Ihre Leute bei der Feuerwehr?
Und er sagte spontan, es ist die Kameradschaft.

Kameradschaft,
das ist Vertrauen,
das ist Zusammenarbeit,
das ist, sich auf den anderen verlassen zu können.
Das tut gut, da gibt man und bekommt auch zurück,
und es entsteht ein Netz von Beziehungen, die tragen.

Kameradschaft, das heißt: eine Leine flechten, die belastbar ist, die nicht gleich reißt, wenn es schwierig wird.
Kameradschaft, das heißt, eine Leiter so hinstellen, dass sie nicht kippt und nicht bricht.

So eine Art von Freundschaft bietet uns auch Gott an.
Eine, die von Vertrauen geprägt ist,
wo man gibt, wo man bekommt,
wo man an einem Netz knüpft, das einen selbst auch trägt.

Gott kann der Fels sein, auf den wir unser Haus bauen,
die Leine, die uns hält,
die Leiter, die uns sicher trägt.

Jesus sagt: Hör auf mich und handle danach!
Mach’s wie ich: Liebe Gott und setze dich für andere ein!

Dann baust du dein Haus auf einen sicheren Felsen,
dann wirst du von einer Leine gehalten, die nicht reißt,
dann stehst du auf einer Leiter, die nicht wackelt und deren Sprossen nicht brechen.

Das hat also zwei Seiten: wenn ich Gott vertraue und seinen Willen tue, das heißt: mich aus Liebe für andere einsetze, dann darf ich auch die Erfahrung machen, selbst gehalten zu sein, einen festen Stand in Gott zu haben, dann hat mein Leben einen festen Grund.

Hör auf mich und handle danach!
Mach’s wie ich: Liebe Gott und setze dich für andere ein!

Da ist der Schritt zur Feuerwehr sehr nahe.
Wenn’s aufs Tun der Liebe ankommt, darauf, anderen hilfreich beizustehen, dann entspricht auch Ihr Tun dem Willen Gottes.

Dann ist Feuerwehr-Dienst auch Gottes-Dienst.

Das ist vielleicht für manche ein ungewohnter Gedanke.

Aber ich finde, man kann das so sagen: tatkräftiger Einsatz für andere ist ein Dienst, an dem Gott seine Freude hat.

In einem Lied heißt es:
Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält, und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt.
Wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt, ja dann schauen wir heut schon sein Angesicht, in der Liebe, die alles umfängt.
Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen vor allem:
Indem Sie sich für andere einsetzen, sollen Sie spüren, selbst gehalten zu sein, von Gottes Liebe getragen und umfangen zu sein.

Gott möge Ihren Einsatz segnen und Sie immer begleiten. Amen.

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