Die Feier der Eucharistie, Teil 4

In Vorbereitung auf einen Kurs habe ich das folgende Buch gelesen: Alexander Saberschinsky: Einführung in die Feier der Eucharistie. Historisch – systematisch – praktisch, Freiburg i.Br. 2009.

Die Kernthesen und Einsichten, die ich daraus gezogen habe, möchte ich nach und nach hier vorstellen. Zum 1.Teil.

Saberschinsky fährt mit der Deutung der jetzigen Gestalt der Eucharistiefeier fort. Heute: die Eucharistiefeier (da er dazu sehr viel schreibt, möchte ich das in zwei Blöcken bringen).

Der Eucharistieteil der Messfeier orientiert sich am letzten Abendmahl Jesu. Dass hier vom „Opfer“ die Rede ist, birgt ein Missverständnis. Es geht, das stellt Saberschinsky mehrmals und deutlich heraus, nicht um eine Besänftigung Gottes, sondern Gott bringt sich selbst dar.

Am Anfang waren Eucharistie und Agape nicht streng getrennt, sondern es wurden viele Gaben gebracht, aus denen ein kleiner Teil abgesondert wurde als eucharistische Gabe.

Der Leitgedanke der Gabenbereitung: die Gläubigen bringen sich ein und suchen die Nähe Gottes. Daher brachten früher Gläubige die Gaben. Die Kollekte steht für die diakonische Dimension und ist der Ersatz für die Lebensmittel-Gabe der Antike.

Darbringung ist das zentrale Motiv: Brot und Wein sind Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit. Auch das macht deutlich: die Gläubigen bringen sich selbst ein.

Das Brot muss wirkliches Brot sein aus reinem Weizenmehl, in der lateinischen Tradition ungesäuert (das berührt die Gültigkeit aber nicht). KIeine Einzelhostien sind wirklich nur aus praktischen Gründen eingeführt worden. Der Wein muss reiner Wein mit etwas Wasser sein, wie zur Zeit Jesu üblich. Es gibt auch eine theologische Deutung dazu: Aus der Seitenwunde Jesu am Kreuz flossen Blut und Wasser.

Die Händewaschung des Priesters dient der inneren Vorbereitung, das Gabengebet bittet um Annahme der Gaben, das Hochgebet ist das große Dankgebet, in ihm werden wir dessen gegenwärtig, was im Abendmahlssaal geschah, des Geheimnisses des Glaubens: Jesus schenkt sich in den Zeichen von Brot und Wein. Im Hochgebet spricht der Priester den großen Dank für Schöpfung und Erlösung durch Jesus Christus

Der Priester spricht im Namen Christi, der Kirche, der Gemeinde – so ist das Hochgebet auch das Gebet der Gemeinde (wie man z.B. an den Akklamationen und Antwortrufen merken kann).

Das Sanctus (lat. heilig) ist integraler Bestandteil des Hochgebets, es darf nicht wegfallen oder durch ein beliebiges Gebet ersetzt werden. Es bedeutet: die Gemeinde vereinigt sich mit dem Himmel und begrüßt Jesus, der bei uns einziehen will (wie damals in Jerusalem).

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