Die Feier der Eucharistie, Teil 9

In Vorbereitung auf einen Kurs habe ich das folgende Buch gelesen: Alexander Saberschinsky: Einführung in die Feier der Eucharistie. Historisch – systematisch – praktisch, Freiburg i.Br. 2009.

Die Kernthesen und Einsichten, die ich daraus gezogen habe, möchte ich nach und nach hier vorstellen. Zum 1.Teil.

Zur Geschichte der Eucharistiefeier vom 19.Jahrhundert bis zum 2.Vatikanischen Konzil stellt Saberschinsky folgendes zusammen:

Die Forschung nach den Quellen der Liturgie im 19.Jahrhundert legte den Grundstein für die Erneuerung der Liturgie und die Liturgische Bewegung im 20.Jahrhundert. Erstes Anliegen dieser Bewegung war die Erneuerung der Kirche durch die Liturgie, u.a. durch das erfahrbare Zusammenwirken zwischen Gemeinde und Priester.

Die Liturgische Bewegung wurde 1903 durch Pius X. und 1947 durch Pius XII.gefördert, prägende Gestalten in Deutschland waren die Abtei Maria Laach mit Abt Ildefons Herwegen, Romano Guardini, der Bund Neudeutschland, der katholische Jungmännerverband und Pius Parsch.

Das 2.Vatikanische Konzil verabschiedete die Konstitution Sacrosanctum Concilium (SC) am 4.12.1963 als erstes Konzilsdokument und mit nur 4 Gegenstimmen. Im Sinne der Liturgischen Bewegung dient die erneuerte Liturgie der Vertiefung des Glaubens.

Normalfall ist die Messfeier mit dem Volk, die bewusste und tätige Teilnahme der Gläubigen ist der Maßstab der Reform. Daraus folgt die Überarbeitung von Ordo und Leseordnung, die Homilie wurde hervorgehoben, das Gebet der Gläubigen wiederhergestellt, der Gebrauch der Muttersprache erlaubt, die Kommunion in die Messfeier integriert, die Kelchkommunion erlaubt.

1970 folgte nach dem Konzil die erste Ausgabe des erneuerten Missale. Nicht mehr der Priester allein ist Träger der Liturgie, sondern es gibt verschiedene andere Rollen. Das neue Messbuch versteht sich als Fortentwicklung des Messbuchs von 1570/1962, nicht als dessen Abschaffung. Neue Auflagen erschienen 1975 und 2002.

 

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