Die Feier der Eucharistie, Teil 12

In Vorbereitung auf einen Kurs habe ich das folgende Buch gelesen: Alexander Saberschinsky: Einführung in die Feier der Eucharistie. Historisch – systematisch – praktisch, Freiburg i.Br. 2009.

Die Kernthesen und Einsichten, die ich daraus gezogen habe, möchte ich nach und nach hier vorstellen. Zum 1.Teil.

Im folgenden Abschnitt geht es um die Frage der Präsenz Christi in den Gaben von Brot und Wein und in der Eucharistiefeier und die Bedeutung der Wandlung.

In der Folge des Ringens um das rechte Verständnis der Gegenwart im Mittelalter kam es zur Modellvorstellung der Transsubstantiation, die 1551 auf dem Konzil von Trient ausdrücklich formuliert wurde. Die äußere Gestalt (accidentia) bleibt, der innere Wesenskern (substantia) wird verwandelt. Dabei wird aristotelische Begrifflichkeit verwendet. Das heutige Verständnis von Substanz ist jedoch geradezu umgekehrt. Daher gibt es unter heutigen Verstehensvoraussetzungen Versuche, den Bedeutungszusammenhang neu zu fassen. Im Kontext der Eucharistie wird Brot zur Teilhabe an Christus. „Weil dies nach katholischem Verständnis nicht nur eine bildhafte Redeweise ist, sondern real, sind Brot und Wein nicht mehr Brot und Wein im alltäglichen Sinne, sondern wesentlich verwandelt“ (S. 148).

Verwandelnd wirkt allein Gott. Daher ist die Epiklese, die Herabrufung des Heiligen Geistes, so wichtig. Die Deuteworte gelten nach katholischer Tradition als Zentrum der Eucharistie. Die reine Herauslösung der Deuteworte ist aber bedenklich, weil sie den Kontext des Hochgebets übersieht. Die Didache enthält überhaupt keine Einsetzungsworte und das Hochgebet der assyrischen Kirche, das als gültig anerkannt ist, auch nicht. Entscheidend ist vielmehr die Kontinuität zum letzten Abendmahl und den Anliegen der Kirche. Saberschinsky zieht daraus die Folgerung: Das Hochgebet ist als Ganzes Konsekrationsgebet. Der Kontext der Wandlung der Gaben ist nach Kurt Koch die Wandlung des Todes in Liebe. Im letzten Abendmahl hat Jesus seinen Tod vorausgedeutet und seinem Sterben einen Sinn gegeben. Die zweite Wandlung ist die von Tod zu Auferstehung, die dritte Wandlung ist die der Gaben in die Gegenwart Christi des Auferstandenen; die Präsenz Christi ist nicht nach Art einer naturalen Sache, sondern „auf eine personale Weise und in der Beziehung zu Personen“ (S. 154; zitiert K.Koch: Eucharistie als Lebenszentrum der Kirche, 57).
Auch der Empfänger soll sich wandeln, nach Augustinus „seid, was ihr seht, und empfangt, was ihr seid“ (S. 155; zitiert Augustinus, Sermo 272; Patrologia Latina 38, 1247f.); auch die Kirche wird immer mehr in den Leib Christi verwandelt, schließlich die ganze Schöpfung.
Nur der Glaube vermag die Gegenwart Christi in der Eucharistie zu erkennen, aber dies gilt ja für das Erkennen der Gegenwart Gottes in der Welt insgesamt, wobei Glaube hier nicht in erster Linie ein Fürwahrhalten, sondern die Beziehung zu Gott meint.

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