Eschatologie, Teil 2

Teil 2: Biblische Grundlagen – Altes Testament

In Vorbereitung auf einen Seminarabend im Rahmen der Ausbildung Trauerbegleitung habe ich folgenden Beitrag zusammengefasst:

Franz-Josef Nocke: L. Eschatologie, in: Theodor Schneider (Hg.): Handbuch der Dogmatik, Düsseldorf 2000, Bd. 2, 377-478.

„Nocke stellt fest: „Die jüdische-christliche Glaubensgeschichte ist von Anfang an Hoffnungsgeschichte“ (379)

Die ältesten Überlieferungen

In den alten Überlieferungen gibt es drei Inhalte der Verheißung: Land, Nachkommen, die Zuwendung Gottes. Jede Verheißung ist zugleich Appell (Vgl. Abraham, Exodus).


Später kommt noch eine vierte Verheißung dazu: die Stabilität im Königtum. Allerdings sind die politischen Erfahrungen so, dass das Königtum zerbricht und das Volk mit ihm. Im Exil und nach dem Exil werden die Hoffnungen gegen die Realität entgrenzt: die Hoffnungen beziehen sich jetzt auf die ganze Schöpfung, nicht nur auf Israel. Neben die Erwählung kommt die Vergebung. Es wird innere Erneuerung verheißen. Die Hoffnungen werden immer größer. Grund der Hoffnung sind einerseits die geschichtlichen Erfahrungen, andererseits die Treue Gottes.

Die Apokalyptik (von 200 v. Chr. bis 100 n.Chr.)

Gekennzeichnet durch Pessimismus, Anpassung der Machthaber an die Heiden, politische Unruhen, durch Individualisierung der Hoffnung. Gott treibt die Welt in den Untergang und schafft eine neue, bessere Welt. Bestimmte Menschen können diesen Verlauf der Geschichte voraus sehen: „alles muss so kommen“. Es kommt die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten auf.
Bereicherung der christlichen Hoffnung durch die Apokalyptik:

  • Gott kann durch die totale Katastrophe hindurch eine Zukunft eröffnen
  • die Toten werden auferstehen
  • die Hoffnung gilt der ganzen Menschheit

Die neutestamentlichen Texte grenzen sich aber auch von der Apokalyptik ab. Abgelehnt wird:

  • Den Termin des Endes berechnen
  • die Vernachlässigung der gegenwärtigen Zeiten
  • Resignation
  • politische Aktion (= das Missverständnis, die Menschen müssten das Ende gewaltsam herbeiführen)

Zum Teil 1

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