Eschatologie, Teil 3

Teil 3: Biblische Grundlagen – Neues Testament

In Vorbereitung auf einen Seminarabend im Rahmen der Ausbildung Trauerbegleitung habe ich folgenden Beitrag zusammengefasst:

Franz-Josef Nocke: L. Eschatologie, in: Theodor Schneider (Hg.): Handbuch der Dogmatik, Düsseldorf 2000, Bd. 2, 377-478.

Das Reich Gottes

Im Zentrum der Verkündigung Jesu steht die Verkündigung des Reiches Gottes. Jesus grenzt sich von anderen Auffassungen des Reiches Gottes ab:

  • Jesus will kein politischer Messias sein
  • das Reich Gottes ist vor allem ein Geschenk, nicht zuerst eigene Anstrengung (Pharisäer)
  • die Gottes Herrschaft ist schon angebrochen (Apokalyptik).

Jesus gibt keine Definition vom Reich Gottes. Aber in ihm, in seinen Worten und Taten, ist es schon angebrochen. Wenn man also auf Jesus schaut, dann bedeutet Reich Gottes:

  • Die Nähe Gottes, der annimmt, versöhnt und aufrichtet.
  • Die Heilung und Befreiung des Menschen von dem, was ihn quält und hindert, Mensch zu sein.
  • Ein neues Verhalten der Menschen zueinander.
  • Die Fülle des Lebens / Befreiung von der Herrschaft des Todes.

In der Verkündigung Jesu gibt es eine Spannung zwischen „schon“ und „noch nicht“.

Die Entwicklung in den Briefen des Neuen Testaments und im Johannesevangelium

Das Reich Gottes wird als „Reich Christi“ bezeichnet, mit Gott wird Jesus Christus als Herr verkündet. Aus der Hoffnung, dass das Reich Gottes verwendet wird, wird die Hoffnung auf das Kommen Christi (Parusie).
Ein großes Thema ist auch der Umgang mit der Naherwartung.

In 1 Thess: die Erwartung der Parusie wird über den Tod hinaus ausgedehnt. Später: das Kommen des Herrn rückt in weitere Ferne, die Zeit jetzt ist wichtiger.

Das Johannesevangelium zeigt beide Schichten: die Hoffnung richtet sich auf das Hier und Jetzt. Jetzt ist schon Verwandlung. Gleichzeitig gibt es Aussagen, die im Futur stehen.

Die Aussagen vom Gericht

Schon im Alten Testament richten sich die Hoffnungen darauf, dass Gott am Ende der Geschichte Gerechtigkeit herstellen wird. Ziel des Gerichts ist nicht Vernichtung, sondern Rettung: Gott wird ein neues Verhältnis der Menschen zu sich herstellen.
Während zu Beginn bei den alten Propheten das Gericht als ein Geschehen innerhalb der Geschichte begriffen wird (fremde Herrscher überfallen Israel), verlegen die Apokalyptiker das Gericht an das Ende der Weltzeit. Johannes der Täufer und an einigen Stellen auch Jesus sprechen ebenfalls in Bildern vom Gericht.
Jesus geht es um eine Einladung: die Menschen müssen sich entscheiden. Sein Kommen ist ein Weckruf.
Er selbst ist der Richter.
Das bedeutet:

  • Jesus ist der Maßstab der Geschichte, er gibt die Richtung vor
  • Wenn er der Richter ist, dann gibt es Hoffnung, denn er ist barmherzig.

Zum Teil 1

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