Eschatologie, Teil 7

Teil 7: Zum Verständnis der allgemeinen Eschatologie

In Vorbereitung auf einen Seminarabend im Rahmen der Ausbildung Trauerbegleitung habe ich folgenden Beitrag zusammengefasst:

Franz-Josef Nocke: L. Eschatologie, in: Theodor Schneider (Hg.): Handbuch der Dogmatik, Düsseldorf 2000, Bd. 2, 377-478.

Es ist nicht einfach, die Aussagen der Bibel und der theologischen Literatur über das Schicksal der Welt richtig einzuordnen. Daher folgen hier noch einige Hinweise:

Der Umgang mit dem möglichen Untergang

  • Jürgen Moltmann und das Bekenntnis der Würzburger Synode stimmen darin überein: Die Theologie der Hoffnung ist die Kehrseite der Kreuzestheologie. Die Hoffnungsgeschichte ist auch eine Leidensgeschichte – die Aufgabe des Christen ist es, das Leiden durch Solidarität verwandeln.
  • Martin Schloemann fragt: Was bedeutet Hoffnung angesichts des drohenden Untergangs der Biosphäre? Die Kontinuität zwischen der alten und der neuen Welt liegt vielleicht wirklich nur in Gott. Es gibt keine Garantie für den Fortbestand des Menschen und der Welt.
  • Auch bei Karl Rahner wird die Zerstörung der Welt zur Möglichkeit, aber kein Glaubensinhalt wie in der Apokalyptik.

Hermeneutische Aspekte

Bei der Auslegung biblischer Aussagen ist zu beachten:

  • Es geht bei den eschatologischen Aussagen nicht um Vorhersage, sondern um Wachsamkeit in der Gegenwart, Hoffnung auf Vollendung des von Gott Begonnenen und Entschiedenheit in der Auseinandersetzung.
  • Die biblischen Hoffnungsbilder wandeln sich und sind sehr von ihrem Kontext abhängig.
  • Prophetie heißt: einen wachen Blick haben, warnen und rufen, nicht: objektiv die Zukunft beschreiben.
  • Jesus spricht vom Reich Gottes als etwas, das im Hier und Jetzt schon am Wachsen ist

Weiter gilt:

Alle Eschatologie benutzt Bildsprache.

Die Eschatologie bezieht sich biblisch auf den einzelnen Menschen, aber auch auf das Volk, die Menschheit, die ganze Schöpfung – Ziel ist das Heil, keine objektive Beschreibung.

Eschatologie muss sich hüten vor einer Totalerklärung der Welt auf der einen Seite, vor der spiritualistischen Missachtung der Materie auf der anderen Seite.

Zum Teil 1

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