Eschatologie, Teil 8

Teil 8: Zentrale Inhalte der allgemeinen Eschatologie

In Vorbereitung auf einen Seminarabend im Rahmen der Ausbildung Trauerbegleitung habe ich folgenden Beitrag zusammengefasst:

Franz-Josef Nocke: L. Eschatologie, in: Theodor Schneider (Hg.): Handbuch der Dogmatik, Düsseldorf 2000, Bd. 2, 377-478.

Zum Abschluss der allgemeinen Eschatologie, der es um das Schicksal der Welt als ganzer geht, noch einmal zusammenfassend die zentralen Aussagen:

  • Das Ende der Welt ist Vollendung, nicht Zerstörung, das ergibt sich aus der Bundestheologie – Gott ist treu.
  • In Jesus Christus hat die Vollendung angefangen – es braucht aber noch Verwandlung, denn so wie sie ist, ist die Welt jetzt noch nicht gottförmig.
  • Die Geschichte hat eine Richtung, sie ist unwiederholbar und relevant. Gott wirkt in dieser konkreten Geschichte. Hoffnung gründet sich in guten Erfahrungen mit diesem Gott in der Geschichte. Darin zeigen sich Anfänge der Gottesherrschaft.
  • Jede Verheißung ist auch Appell. Die Menschen sind aufgerufen, aktiv zusammen mit dem Heiligen Geist eine gute Zukunft zu gestalten. So kann die Vollendung auch als Vollendung von innen her beschrieben werden. Die biblischen Bilder geben die Richtung des Handelns vor. Aber sie müssen natürlich ständig überprüft werden und dürfen nicht absolut gesetzt werden. Christliche Hoffnung ist politisch: Sie stemmt sich gegen Unmenschlichkeiten, weil sie die Differenz zwischen der jetzigen Situation und der erhofften Welt Gottes sieht. Trotzdem bleibt die Vollendung Geschenk, sie kann von Menschen nicht gemacht und schon gar nicht erzwungen werden.
  • Die Hoffnung auf Vollendung ist nicht vom Evolutionsgedanken abhängig, auch nicht vom technischen oder sozialen Fortschritt der Menschheit. Auch Sprünge, Irrwege und Katastrophen sind möglich.
  • Christliche Eschatologie muss damit rechnen, dass Freiheitsentscheidungen eine wichtige Rolle spielen und daher die Möglichkeit offenhalten, dass die Vollendung im Guten nicht für alle auch Wirklichkeit wird.

Zum Teil 1

Ein Gedanke zu „Eschatologie, Teil 8

  1. Die Eschatologie mit ihrem Grundsatz, dass das Ende gleichzeitig die Vollendung ist, passt sie gut in die chinesische Philosophie des Yin und Yang. Auch ich glaube, dass alles immer zwei Seiten hat und sich beeinflusst. Deshalb schaue ich mir auch gern mein Horoskop an. Gerade bei der Trauerbewältigung hat mir der Glaube an einen vorgegeben Pfad sehr geholfen. Vielen Dank für diese wichtigen Gedanken hier.

    Freundliche Grüße,
    Tane

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.