Morgenlob in der Fastenzeit

Für eine Mitarbeiterandacht habe ich ein kleines Morgenlob zusammengestellt.

Eröffnung
Wir haben den Aschermittwoch hinter uns gelassen und sind nun mitten in der Österlichen Bußzeit. Landläufig sagt man „Fastenzeit“. Viele unserer Zeitgenossen verzichten in dieser Zeit auf Fleisch, auf Alkohol, auf Süßigkeiten, manche enthalten sich ganz der Nahrung. Andere wiederum schauen wenig oder kein Fernsehen. Das ist alles gut und richtig.

Christinnen und Christen erkennen aber: Es geht nicht einfach um Weniger, um Verzicht um des Verzichts willen, sondern um ein Mehr. Es geht um ein Mehr an Freiheit, um ein Mehr an bewusstem Handeln und Leben, um ein Mehr an Versöhnung und Liebe. Das ist der Weg, den wir Gott entgegengehen.

So beginnen wir im Zeichen des Glaubens: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Weiterlesen

Das Gewissen

Es ist nicht zu leugnen, dass die Frage nach dem höchsten Maßstab sittlichen Handelns in der katholischen Kirche immer wieder umstritten war. Vor allem das Verhältnis zwischen Gewissensurteil und geschuldetem Gehorsam musste immer wieder neu bestimmt werden.

Die klassische Lehre vom Gewissen hat im Mittelalter Thomas von Aquin vorgelegt.

In jedem Menschen ist die Fähigkeit angelegt, Gut und Böse zu unterscheiden. Außerdem ist der Mensch frei genug, um das als gut Erkannte dann auch zu tun. Das Urteil des Gewissens ist verbindlich.

Weiterlesen

Krankheit und Krankenkommunion, Teil 3

Krankheit und Krankenkommunion, Teil 3

In Vorbereitung auf einen Seminarabend habe ich mir die Gedanken von Eberhard Schockenhoff aus Ethik des Lebens. Ein theologischer Grundriss, Mainz 32000, 268-286 angeeignet.

Religiöse Deutungsmuster des Krankseins
Kreuz und Auferstehung eröffnen den Kranken eine neue Perspektive. Die Selbstverständlichkeit und Alltäglichkeit von Krankheit und großer Not in Antike, Mittelalter und Neuzeit und die intensive Auseinandersetzung damit führen allerdings oft auch zu einer Verklärung und mystischen Überhöhung.

Eine christliche Deutung von Krankheit muss den folgenden Rahmen akzeptieren:

  • Krankheit und Leid sind widergöttliche Mächte und widersprechen dem Reich Gottes, das in Jesus angebrochen ist
  • Kein Leid und keine Not ist mehr gottfern, wer leidet, ist nicht gottverlassen.
  • Krankheiten sind nicht immanent sinnvoll, wohl aber kann ein Mensch seiner Krankheit einen individuellen Sinn geben.

Weiterlesen