Das liturgische Gewand für Laien

Auf eine Frage hin habe ich die einschlägigen Richtlinien herausgesucht und das Ergebnis kurz zusammengefasst.

Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch (AEM); Nr. 298

„298. Das allen Diensten entsprechende liturgische Gewand ist die Albe, die mit einem Gürtel gehalten wird; es sei denn, sie ist so angefertigt, dass man sie auch ohne Gürtel tragen kann. Falls die Albe am Hals nicht gut schließt, soll man ein Schultertuch tragen.“

Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester, Art. 6 §2

Laien dürfen keine liturgische Gewandung tragen, die Diakonen oder Priestern vorbehalten ist (Stola, Messgewand, Kasel, Dalmatik).

Zum gemeinsamen Dienst berufen (DBK 62), Abschnitt 61

„Die liturgische Kleidung derer, die in einer gottesdienstlichen Versammlung besondere Dienste und Aufgaben wahrnehmen, hebt den festlichen Charakter der Feier hervor. Die unterschiedlichen Formen der Gewänder und bestimmte Insignien kennzeichnen den unterschiedlichen Stand und Auftrag der unmittelbar am liturgischen Geschehen Mitwirkenden. Sie weisen hin auf ihr geistliches Amt oder auf die ihnen zukommende liturgische Aufgabe. Ein Gottesdienstbeauftragter darf nicht liturgische Gewänder anlegen, die den geweihten Amtsträgern vorbehalten sind (Stola, Dalmatik, Messgewand) oder zur Verwechslung Anlass geben. Wird auf die liturgische Kleidung verzichtet, tragen Laien, die Gottesdienste leiten, normale, der Würde ihres Dienstes angemessene Zivilkleidung. Der Diözesanbischof kann vorschreiben, ob und bei welchen Gelegenheiten Gottesdienstbeauftragte liturgische Kleidung tragen können. Als solche kann eine Albe (unter Umständen mit Schultertuch und Zingulum) dienen. Sie erinnert an das Taufgewand. Talar und Chorrock sind von ihrer Entstehung her eher klerikale Gewänder.“

Richtlinien der Erzdiözese Freiburg (Amtsblatt 2008, S. 461)

„14. Bei der Ausübung ihrer Dienste können Gottesdienstbeauftragte (Männer und Frauen) sowie Lektoren und Lektorinnen, Kantoren und Kantorinnen ebenso wie Ministranten und Ministrantinnen die vorgesehene liturgische Kleidung (Albe, Talar und Chorrock, Ministrantenkleidung) tragen. Diese bringt zum Ausdruck, dass alle Beteiligten einen liturgischen Dienst in dieser Feier ausüben und unterstützt sie in der Ausübung ihrer Dienste.“

Richtlinien der Erzdiözese Freiburg zum Kommunionhelferdienst (Amtsblatt 1994, Nr. 6)

„3. Die Kommunionhelfer tragen die ortsübliche liturgische Kleidung oder ein Gewand, das der Bedeutung ihres Dienstes entspricht und vom Bischof zugelassen ist. Die in vielen Gemeinden bestehende Gewohnheit, dass die Kommunionhelfer ihren Dienst in einer dem Anlass entsprechenden Zivilkleidung versehen, kann beibehalten werden.“

 

In Kürze: Eigentlich ist die Albe als liturgische Kleidung für alle liturgischen Dienste vorgesehen, die deutschen Bischöfe und die Richtlinien der Erzdiözese Freiburg schwächen das aber zu einer Soll- oder gar Kann-Bestimmung ab.

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