Eine Umfrage unter Erstkommunioneltern

Ich habe beim Elternabend eine Befragung von Erstkommunioneltern durchgeführt, was ihr Verhältnis zum Glauben und den gelebten Glauben in den Familien angeht.

Die Gesprächsrunde selbst beim Elternabend kam nur mühsam in Gang, es war zu spüren, dass es eine hohe Hemmschwelle gibt, über etwas so persönlich Empfundenes wie den Glauben in einer Runde zu sprechen, in der sich die meisten zwar kennen, aber nicht unbedingt ein allseitiges Vertrauen wachsen konnte.

Hier die ausführliche Auswertung:Umfrage Glauben

Und eine kurze Zusammenfassung:

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Jesus, dein Licht zeigt uns den Weg – Gedanken zu einem Erstkommunionmotto

Mit den landauf, landab gebräuchlichen Erstkommunionmottos ist es so eine Sache: auf der einen Seite bieten sie einen griffigen, bildhaft-konkreten Zugang zu einem Aspekt des vielschichtigen Mysteriums, das wir in der Eucharistie feiern. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, auf der Suche nach dem roten Faden in allen Gruppenstunden und Gottesdiensten das (sprachliche) Bild zu überdehnen, alle möglichen Facetten hineinzulegen und womöglich die Grenzen der Metapher zu überschreiten. Manchmal beschleicht mich auch der Verdacht, das ganze Basteln und Gestalten führe weniger zum Geheimnis der Gegenwart Jesu im Brot hin als dass es dieses verdecke.

Nun gut, nachdem dies gesagt ist, möchte ich trotzdem einige Gedanken zum diesjährigen Erstkommunionmotto und dem dazugehörigen Symbol „Leuchtturm“ aufschreiben:

Das Motto der diesjährigen Erstkommunionvorbereitung lautet: „Dein Licht weist uns den Weg“. Als Symbol haben wir uns den Leuchtturm genommen. So wie ein Leuchtturm in dunklen Nächten oder bei Nebel den Schiffen den Weg weist, ihnen durch sein Licht Orientierung gibt, sie vor gefährlichen Stellen warnt oder die Einfahrt in den sicheren Hafen markiert, so will Jesus uns durch sein Wort und Beispiel den richtigen Weg zum Vater im Himmel zeigen, uns Hoffnung und Orientierung sein. Er will uns gerade dann – aber nicht nur dann – Hoffnung geben, wenn es in unserem Leben dunkel wird und wir nicht mehr ein noch aus wissen.

Das Licht des Leuchtturms leuchtet weit, bis zum Horizont, ins Unbekannte hinein. Mit Jesu Hilfe können wir uns hinauswagen in die unbekannte Zukunft – und sein Licht leuchtet noch weiter, über den Horizont hinaus.

Die Schifflein der Kinder sind alle unterschiedlich gestaltet, ganz individuell. So sind auch wir Menschen alle ganz unterschiedlich, mit unterschiedlichen Begabungen und Veranlagungen. Und doch dürfen wir uns alle auf den einen Leuchtturm hin orientieren und miteinander unterwegs sein.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis X: …die Vergebung der Sünden…

Zum vorherigen Beitrag.

…die Vergebung der Sünden

Wir glauben daran, dass Gott barmherzig ist, dass er immer zur Versöhnung bereit ist und denen, die einsehen, dass sie Böses getan haben, einen neuen Anfang schenkt. So wie Gott verzeiht, sollen auch wir denen verzeihen, die uns etwas angetan haben. Nur so kann Frieden entstehen.

…die Auferstehung der Toten

Die Jünger Jesu haben erfahren: Jesus ist nicht im Tod geblieben, die Liebe des Vaters war stärker als der Tod. An Ostern feiern wir, dass Jesus auferstanden ist. Weil wir Schwestern und Brüder Jesu Christi sind, so sind wir zuversichtlich, dass Gott auch uns nicht im Tod lassen wird.
Alle Menschen müssen sterben, aber Gott ruft sie nach dem Tod zu sich in die Vollendung. Wie das geschieht und wie es dann sein wird, ist ein Geheimnis, das wir uns nicht vorstellen können.

…und das ewige Leben. Amen.

Die vollkommene Gemeinschaft mit Gott und mit den Menschen, die wir geliebt haben und die vor uns gestorben sind, nennen wir „Himmel“ oder „ewiges Leben“. Es ist das Ziel jedes Menschen, in den Himmel zu kommen.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis IX: Ich glaube an den Heiligen Geist …

Zum vorherigen Beitrag.

Der Heilige Geist ist die dritte Person Gottes. Er ist Kraft, Liebe, Energie. Nach dem hebräischen Wort ist der Heilige Geist eigentlich von der Sprache her weiblich, steht also auch für die Mütterlichkeit Gottes. Er bringt in Bewegung, wo Erstarrung droht. Sein großes Fest ist Pfingsten, wo er den Jüngern die Begeisterung und den Mut gab, die Sache Jesu weiterzutragen.

… die heilige katholische Kirche …
Katholisch ist ein griechisches Wort und heißt: „allumfassend“. Und „heilig“ ist die Kirche nicht deshalb, weil die Menschen, die zur Kirche gehören, keine Fehler machen, sondern weil sie zu Gott gehört. Wenn wir so beten, dann heißt das also: Ich glaube daran, dass der Heilige Geist in der Gemeinschaft derer wirkt, die zu Jesus Christus gehören.

… die Gemeinschaft der Heiligen …
Was uns Christen ganz wichtig ist: wir gehören zusammen und treten füreinander ein, wir sind eine Gemeinschaft, sollen alles in Liebe teilen und immer mehr zusammenwachsen. Die „Gemeinschaft der Heiligen“ umfasst auch unsere Verstorbenen, die vor uns gelebt und geglaubt haben und die jetzt ganz bei Gott sind. Sie treten bei Gott für uns ein, zugleich bitten wir Gott für sie.

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Das Apostolische Glaubensbekenntnis VIII: … am dritten Tage auferstanden

Zum vorherigen Beitrag der Reihe.

… am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.

Das große Ereignis von Ostern: Jesus wird auferweckt. Die Liebe des Vaters ist stärker als der Tod, sie überwindet alle Grenzen. Jesus ist aber nicht wieder ins normale, irdische Leben zurückgekehrt. Die Jünger haben nach Ostern die Erfahrung gemacht: Jesus ist er selbst geblieben und doch anders geworden. Er ist mit Gott, dem Vater, in einer Weise verbunden, die wir uns nicht vorstellen können.
Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.
Diese Zeit und diese Welt haben ein Ende. Auf dieses Ende gehen wir alle zu. Tröstlich daran ist: auch dann wird Jesus uns entgegenkommen. Er wird richten – das heißt: es ist nicht alles egal, was man jetzt tut, sondern es gibt gutes und böses Handeln, und das wird eines Tages ans Licht kommen. Jesus steht für eine schlussendliche Gerechtigkeit, so dass die, die jetzt unterdrückt sind und leiden, die betrogen und benachteiligt werden, zu ihrem Recht kommen, geheilt und versöhnt werden. Das gibt ihnen auch jetzt und hier Hoffnung. Gleichzeitig ist es eine Aufforderung an alle, den Willen Gottes zu tun und schon in dieser Welt für Gerechtigkeit und Versöhnung zu arbeiten.

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Das Apostolische Glaubensbekenntnis VII: …gelitten unter Pontius Pilatus…

Zum vorherigen Beitrag dieser Reihe.

…gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben…

Das Glaubensbekenntnis springt von der Geburt Jesu gleich zu seinem Leiden und Sterben. Es rahmt sein Leben sozusagen ein. Was Jesus in seinem Leben getan und gesagt hat, was wir in den Evangelien lesen, gehört natürlich zum Glauben dazu.
Pontius Pilatus hieß der römische Statthalter, der den Befehl gab, Jesus hinzurichten. Die Erwähnung dieses Namens zeigt: Die Erzählungen von Jesus sind keine Märchen. Jesus war ein konkreter Mensch, er lebte an einem ganz bestimmten Ort zu einer ganz bestimmten Zeit. Er wurde unschuldig umgebracht durch die grausame Strafe am Kreuz. Er war wirklich tot und ist begraben worden.
hinabgestiegen in das Reich des Todes
Die Menschen zur Zeit Jesu glaubten, dass unter der Erde das Reich des Todes sei. Wer starb, dessen Seele ging in diese Unterwelt, vor der man Angst hatte. Man glaubte, dass man dort fern von Gott sei. Die Christen aber bezeugten: Jesus ist zu allen Menschen gekommen, auch zu denen, die vor ihm gelebt haben und ihn nie kennenlernen konnten. Er hat das Schicksal der Menschen ganz geteilt und ist eben auch an den gottfernsten Ort gekommen. Seitdem brauchen wir keine Angst mehr zu haben, denn Jesus kommt überall hin, wo man sehnsüchtig auf Erlösung wartet.

Zum nächsten Beitrag der Reihe.

Erstkommunionvorbereitung – Beziehung braucht Zeit und Begegnung

Im Nachhinein und nach den Rückmeldungen zur diesjährigen Erstkommunionvorbereitung möchte ich aus den Erfahrungen und Beobachtungen der vergangenen Jahre ein neues Konzept Erstkommunionvorbereitung ins Gespräch bringen, das ich unter das Motto „Beziehung braucht Zeit und Begegnung“ stellen möchte.

Erfahrungen und Beobachtungen

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Das Apostolische Glaubensbekenntnis VI: seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, …

Zum vorherigen Beitrag dieser Reihe.

Die einzigartig enge Verbindung zu Gott drücken die Evangelien dadurch aus, dass Jesus an mehreren Stellen als „Sohn Gottes“ bezeichnet wird. Er ist der einzige, für den Gott in dieser besonderen Weise Vater ist.
Der Titel „Herr“ war im Alten Testament Gott selbst vorbehalten. Wenn wir Jesus also „Herr“ nennen, dann bekennen wir, dass Jesus göttliche Würde hat. Er war also mehr als nur ein Prophet, und mehr als ein Mensch.

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Das Apostolische Glaubensbekenntnis V: Jesus Christus

Im Kern des christlichen Glaubens steckt die Überzeugung, dass sich Gott in dem Menschen Jesus von Nazareth in endgültiger Weise gezeigt hat. An Jesus konnte und kann man ablesen, wie Gott wirklich ist.

Der hebräische Name „Jesus“ bedeutet: „Gott rettet“. Das Wort „Christus“ ist kein Nachname, sondern ein Titel: es heißt „der Gesalbte“ (auf hebräisch: „Messias“). In Israel, wo Jesus lebte, wurden Menschen gesalbt, die eine besondere Würde und einen besonderen Auftrag von Gott bekommen hatten, z.B. Könige, Priester und Propheten.

Die Menschen zur Zeit Jesu hofften auf den Messias, der sie befreien und retten würde. Wenn wir Jesus als den „Christus“ bezeichnen, dann meinen wir damit, dass dieser Jesus der endgültige Retter und Befreier ist, der die Sehnsucht der Menschen nach Gerechtigkeit, Frieden und Liebe erfüllen kann.

Zum vorherigen Artikel: Gott, der Allmächtige, der Schöpfer

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