Was ist biblische Spiritualität?

Ich habe in Vorbereitung auf einen Workshop einen sehr interessanten Artikel von Michael Theobald gefunden, den man hier herunterladen kann.

Für die Teilnehmer/innen des Workshops habe ich die wichtigsten Grundgedanken zusammengefasst unter dem Titel: „Was ist biblische Spiritualität?“

Beobachtungen

  • Das Wort Spiritualität hat eine Renaissance erlebt.
  • Dahinter steckt die Sehnsucht nach persönlicher Glaubenserfahrung.
  • Kritische Anfragen: Ist das, für was Christentum steht, nicht von Dogma, Moral und Institution überdeckt? Gelingt es der Verkündigung, die Bibel als Quelle geistlichen Lebens zu erschließen?

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Was ist Berufung?

Was heißt Berufung?

Manchmal denken wir vielleicht, Berufung ist etwas, das nur anderen passiert.

Manchmal denken wir vielleicht, es braucht ein spektakuläres Ereignis, eine Lebenswende wie bei Paulus, der vor Damaskus Christus begegnet.

Viele von uns werden sagen: Ich bin halt hineingewachsen, oder: es hat sich so ergeben, oder: der oder jener hat mich halt gefragt.

Es gibt beides, die dramatischen Lebenswenden und die stille, ganz alltägliche Berufung, dass einem erst nach und nach klar wird, ich fühle mich da wohl, ich kann etwas bewegen, ich werde ernstgenommen, ich nehme davon etwas mit – aus den Begegnungen mit den Menschen, aus dem gemeinsamen Tun, aus der Gemeinschaft.

Das klingt so alltäglich und ist es auch, und doch ist es Berufung.

Es ist Berufung, wenn wir uns klarmachen, dass Gott zwar auch in den umstürzenden Erfahrungen präsent sein kann, uns aber viel häufiger in Menschen begegnet, in den alltäglichen Begegnungen anwest. Er ist auch da in denen, die uns fragen: Machst du mit?

Gott begegnet uns in den Menschen, die uns brauchen, für die wir da sind. Und so kann jedes Telefonat, jede E-Mail, jedes Gespräch zum Aufruf Jesu werden: Komm, folge mir nach.

Gebet zum Neuanfang 2

Herr, so viele Dinge strömen auf mich ein,
Eindrücke, Gespräche, Bilder, Empfindungen,

 

Hoffnungen und Erwartungen verknüpfen sich mit mir,
Ansprüche werden gestellt, Meinungen abgegeben.

 

Wie soll ich mich zurechtfinden?

 

Auf wen ich gehe zu, was weise ich zurück?

 

In dir, Herr, möchte ich Ruhe finden.

 

Gib du mir die Gelassenheit, das hinzunehmen, was ich nicht ändern kann,
den Mut, das zu verändern, was ich verändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Der letzte Vers ist formuliert nach einem Gebet, das Reinhold Niebuhr zugeschrieben wird.

Gebet zum Neuanfang

Herr, wir stehen vor einem neuen Anfang,
was wir hinter uns lassen müssen,
wissen wir noch nicht genau,
was die Zukunft für uns bereithält,
auf welche Änderungen wir uns einstellen müssen,
können wir nur ahnen.
 
Du hast Menschen immer wieder neue Wege gehen lassen, sie aus dem Vertrauten weggeführt,
ihnen den Aufbruch zugemutet.
 
Führe du auch uns,
gib uns Kraft und Mut,
die Schritte zu gehen, die jetzt notwendig sind,
miteinander und mit dir.
 
Schenke uns das Vertrauen, dass dein Geist uns leitet,
heute und alle Tage. Amen.

Was ist „Kuschelpastoral“?

Gestern war ich auf einer Konferenz, auf der von manchen die „Kuschel-Pastoral“ gescholten wurde. Gemeint ist wohl eine Pastoral, die ein angenehmes, harmonisches Gottesbild verkündet, die den Gläubigen wenig zumutet und die anstrengenden, missverständlichen und herausfordernden Seiten des Glaubens ausblendet.

Soweit, so einigermaßen klar. Allerdings hat für mich auch die Kritik daran etwas klischeehaftes, da wird meiner Meinung nach ein Zerrbild bekämpft.

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Pro und Contra Gottesglauben

Im Religionsunterricht der 9.Klasse habe ich mit den Schülerinnen und Schülern gesammelt, welche Gründe für den Glauben an einen Gott sprechen, und welche Gründe es geben mag, den Glauben an Gott nicht als sinnvoll anzusehen.

Dabei sind die Schülerinnen und Schüler von sich aus auf viele interessante Argumente gestoßen, die in der Vergangenheit in dieser oder einer ähnlichen Form diskutiert wurden und werden.

Nun die Argumente im einzelnen:

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Gottesbilder

Im Religionsunterricht der 9.Klasse habe ich die Schüler/innen gefragt, was ihnen spontan einfällt, wenn sie das Wort „Gott“ hören.

Die Antworten lassen sich in folgende Kategorien gliedern:

  • Eigenschaften Gottes: mächtig, vertrauenswürdig
  • Handeln Gottes: gibt Kraft, hört zu, ist für einen da, beschützt, kann das Leben von Menschen verändern, verzeiht, bewahrt die Welt
  • Vorstellungen und Titel: Herr des Lebens, Vater, Engel als Mitarbeiter, höheres Wesen, Erschaffer der Welt, lebt im Himmel
  • Mit Gott in Beziehung treten: Beten
  • Weitere Assoziationen: in vielen Religionen, Leben nach dem Tod, Jesus ist Gottes Sohn, Hölle, Atheismus, Gotteslästerung, Glaube,Kirche

Interessant ist, dass die Schüler/innen durchweg in der christlichen Gottesvorstellung zu Hause sind, auch wenn sie sich selbst zum Teil nicht als gläubig ansehen. Viele haben ein positives Gottesbild, in dem man Beziehung zu Gott aufnehmen kann und er sich dem Menschen wohlwollend und barmherzig zuwendet.

Begrüßung der Gemeinde – Varianten

Zum vorhergehenden Beitrag dieser Reihe.

 

Das deutschsprachige Messbuch bietet sieben alternative Begrüßungsformeln an. Die Antwort der Gemeinde („Und mit deinem Geiste“) und das „sei mit euch“ bleiben dabei gleich. Von diesen sieben werden in der Praxis jedoch die meisten kaum verwendet, das lateinische Missale Romanum enthält drei Begrüßungsformeln, von denen nur eine im Ordo steht, die anderen in einem Anhang. Es handelt sich also um deutschsprachiges Sondergut.

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