Beten – zu Mt 6,1-6

Für einen Trauergottesdienst – gedacht wurde eines Menschen, der zeitlebens viel gebetet hat – habe ich diese Ansprache verfasst:

Natürlich ist nicht nur an dieser Stelle von Beten in der Bibel die Rede. Im Gegenteil: das Thema „Beten und Gebet“ durchzieht die ganze Bibel, Altes und Neues Testament.

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Das Bittgebet auf dem Prüfstand der Vernunft, Teil 5

Es handelt sich hierbei um ein Exzerpt aus: Saskia Wendel: Der ‚beständige Wunsch, ein würdiges Glied im Reiche Gottes zu sein‘ (I.Kant). Das Bittgebet auf dem Prüfstand der Vernunft, in: Magnus Striet (Hg.): Hilft beten? Schwierigkeiten mit dem Bittgebet. Freiburg im Breisgau 2010, 11-30

Eine christliche Gebetspraxis ohne „Bittgebet“ – die Orientierung am Vater unser

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Das Bittgebet auf dem Prüfstand der Vernunft, Teil 4

Es handelt sich hierbei um ein Exzerpt aus: Saskia Wendel: Der ‚beständige Wunsch, ein würdiges Glied im Reiche Gottes zu sein‘ (I.Kant). Das Bittgebet auf dem Prüfstand der Vernunft, in: Magnus Striet (Hg.): Hilft beten? Schwierigkeiten mit dem Bittgebet. Freiburg im Breisgau 2010, 11-30

… Ein weiterer denkerischer Weg im Blick auf das Verständnis des Handelns Gottes …

Der Verzicht Gottes auf direkte Intervention in der Geschichte aus Achtung der menschlichen Freiheit

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Das Bittgebet auf dem Prüfstand der Vernunft, Teil 3

Es handelt sich hierbei um ein Exzerpt aus: Saskia Wendel: Der ‚beständige Wunsch, ein würdiges Glied im Reiche Gottes zu sein‘ (I.Kant). Das Bittgebet auf dem Prüfstand der Vernunft, in: Magnus Striet (Hg.): Hilft beten? Schwierigkeiten mit dem Bittgebet. Freiburg im Breisgau 2010, 11-30

… Ein weiterer denkerischer Weg im Blick auf das Verständnis des Handelns Gottes …

Die Absage an einen geschichtsmächtig handelnden Gott
Gott hat die Welt geschaffen, interveniert jedoch nicht (Deismus) → personales Gottesbild, Freiheit und Allmacht Gottes bleiben gewahrt.

Erwiderung:

  • Theodizee ist auch dadurch nicht geklärt: wer die Schöpfung ihrem Schicksal überlässt, wäre nicht gut.
  • immer noch anthropomorphes Gottesbild
  • widerspricht dem christlichen Gottesverständnis, dem zufolge Gott in der Geschichte handelt und sich selbst zum Teil der Geschichte macht

Das Bittgebet auf dem Prüfstand der Vernunft, Teil 2

Es handelt sich hierbei um ein Exzerpt aus: Saskia Wendel: Der ‚beständige Wunsch, ein würdiges Glied im Reiche Gottes zu sein‘ (I.Kant). Das Bittgebet auf dem Prüfstand der Vernunft, in: Magnus Striet (Hg.): Hilft beten? Schwierigkeiten mit dem Bittgebet. Freiburg im Breisgau 2010, 11-30

Mögliche Auswege im Blick auf das Verständnis des Handelns Gottes

Möglichkeit 1: Die Absage an ein personales Gottesverständnis
Das ist die Maximallösung: Abschied vom Bittgebet und vom personalen Gottesbild.(Spinoza): es gibt nur eine Substanz, das ist Gott. Gott folgt allein der Notwendigkeit seiner eigenen Natur. Alles andere fließt aus dieser Natur. Im Gebet spräche der Mensch „nicht zu einem von ihm unterschiedenen Gott, sondern zu sich selbst als [bloßem] Modus Gottes“ (S.19)

Erwiderung:

  • widerspricht der biblischen Tradition
  • monistische Metaphysiken können leicht naturalisiert werden → können nicht Basis einer religiösen Weltdeutung sein
  • klärt die Theodizee nicht: das Leid und das Böse müssten ja mit Notwendigkeit Teil des einen Absoluten sein

Das Bittgebet auf dem Prüfstand der Vernunft, Teil 1

Es handelt sich hierbei um ein Exzerpt aus: Saskia Wendel: Der ‚beständige Wunsch, ein würdiges Glied im Reiche Gottes zu sein‘ (I.Kant). Das Bittgebet auf dem Prüfstand der Vernunft, in: Magnus Striet (Hg.): Hilft beten? Schwierigkeiten mit dem Bittgebet. Freiburg im Breisgau 2010, 11-30

Wer das Bittgebet in Frage stellt, stellt anscheinend „auch den Glauben an einen Gott in Frage, der als Person kraft seiner Freiheit und seiner Allmacht dazu fähig ist, handelnd […] in die Geschichte, ja sogar in die Lebensläufe einzelner Menschen einzugreifen […]“ (11). Es gibt Kritik an der Praxis des Bittgebets, diese wird dargestellt und dann verschiedene Antwortmöglichkeiten aufgezeigt.

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Atempause – Wie ist das mit dem Beten?

Unter der Überschrift „Atempause“ biete ich jede Woche den Schülerinnen und Schülern der 9. und 10.Klasse eine Besinnung an: ein spiritueller Gedanke, meist verknüpft mit einem Song, manchmal mit einer Bibelstelle. Hier möchte ich einige in loser Folge veröffentlichen.

Bibelstelle (nach Röm 8,23-27)
Wir haben den Heiligen Geist, und trotzdem seufzen wir und sehnen uns danach, dass sich Gott als unser Vater zeigt. Wir sind zwar gerettet, aber halt erst in der Hoffnung, noch kann man’s nicht sehen. Wir üben uns in Geduld und hoffen weiter. Der Geist kümmert sich um uns. Wir wissen nämlich gar nicht, um was wir eigentlich beten sollen. Der Geist betet in uns, und Gott schaut in unser Herz und sieht, dass der Geist für uns eintritt.

Gedanken
Das mit dem Beten scheint nicht so einfach zu sein. Paulus, der Reli-Lehrer der ersten Christen, gibt das auch zu. Er sagt: Beten ist weniger etwas, das wir aus eigener Kraft können oder machen, wir wissen ja nicht einmal so richtig, wie das gehen soll. Es geht mehr darum, dass wir den Geist zu Wort kommen lassen, der in uns ist. Und dazu braucht es Stille und eine Aufmerksamkeit dafür – dann aber kann in einem wirklich was passieren. Selbst jemanden, der so punkig drauf ist wie Campino von den Toten Hosen, lässt das nicht in Ruhe. Dazu hören wir einen Song.

Die Toten Hosen: Beten

Schülergebete

In der 9.Klasse der Realschule hatte ich heute die Aufgabe gestellt, eigene Gebete zu formulieren (Hier die Arbeitsanweisung). Obwohl sich einige Schüler/innen am Anfang schwertaten, kamen doch viele bemerkenswerte Gebetsformulierungen heraus, traditionell anmutende Gebete und ganz unkonventionelle, Bitten für sich und andere, Dank für ganz spezielle Situationen oder allgemein für das Leben.

Drei Schüler/innen haben mir die Erlaubnis gegeben, ihre Gebete beispielhaft hier zu veröffentlichen:

Lieber Gott,
danke, dass du mich erschaffen hast,
danke, dass du jeden Tag bei mir bist,
danke, dass ich dir alles sagen kann und du mir immer zuhörst.
Bitte sei auch weiterhin an meiner Seite
und lasse mich nicht alleine.
Bitte lasse es meiner Familie und mir, allen Menschen auf der Welt weiterhin gut gehen.

(Lea Heck)

 

Guter Gott,
ich danke dir, dass du immer bei mir bist,
dass du immer für mich da bist,
dass du mir hilfst, wenn ich dich brauche,
dass du mir Kraft gibst, wenn ich geschwächt bin.
Bitte sei für meine Freunde und Familie da, wenn sie dich brauchen.
Amen.

(Erik Bischof)

 Lieber Gott,
ich danke dir für dein Da-Sein und dass ich leben darf.
Und ich bitte darum, dass ich noch lange Zeit auf der Erde leben darf
und dass du mich während meiner langen Wege noch begleiten wirst.
Amen.

(Monique-Christin Krensel)

Beten im Verborgenen – zu Mt 6,5-8

Macht es nicht wie die Heuchler – eine Mahnung steht im Evangelium. Das griechische Wort für Heuchler heißt eigentlich “Schauspieler”. Die Mahnung lautet also: Wenn ich bete, dann spreche ich mit Gott – welche Außenwirkung das hat, darauf soll es mir nicht ankommen.
Dass an dieser Stelle das Gebet im Verborgenen so hervorgehoben wird, bedeutet im übrigen keine keine Verurteilung des gemeinsamen Gebets oder des Gottesdienstes, solange wir auch dabei immer bedenken, dass auch dieses Gebet, dass auch Gottesdienst immer authentisch sein soll.

Worin liegt aber der besondere Wert des Betens im Verborgenen?
Das Da-Sein für sich ist der Beginn des Betens. Ohne Ablenkung sich selbst aushalten, in der stillen Kammer oder draußen in der Natur. Da erfahren Menschen, dass sich in der Stille und im Alleinsein, mehr im Hören als im Sprechen etwas öffnet, eine Erfahrung auftut, ein Spüren und Ahnen, dass da jemand ist, Gott, ein großes Du, der sich uns Menschen in liebender Aufmerksamkeit und Güte zugewandt hat und immer wieder zuwendet. So bereitet die Verborgenheit dem authentischen Gebet den Boden.

Das Gebet zielt auf die Beziehung zu Gott. Beten ist: Die Beziehung zu Gott zu suchen, ihm nachzuspüren, diese Beziehung zu pflegen: indem wir Gott bitten, indem wir ihn loben, indem wir ihm danken, aber auch das ist Beziehungsaufnahme, wenn wir ihn zornig anklagen oder ohnmächtig anschreien. Und nicht zu vergessen: wenn wir einfach da sind und schweigen.

Wir sprechen nicht zu Gott, weil Gott uns nötig hätte, sondern weil es uns gut tut, in Beziehung zu Gott zu treten. Gott respektiert unsere Freiheit. Er ist immer da, er wartet geduldig. Deshalb ist es zeitlebens nie zu spät, dass wir uns von uns aus öffnen und ihm zuwenden.

In dieser Beziehung zu Gott liegt das Leben. Diese Beziehung, die Gott von sich aus zu jedem Menschen knüpft, reißt – so glauben wir – durch den Tod nicht ab. Diese Beziehung ist wie ein Faden, an dem Gott uns festhält, auch über den Tod hinaus.