Wort Gottes

Christinnen und Christen glauben, dass Menschen Erfahrungen mit Gott machen. Menschen haben diese Erfahrungen zuerst weiter erzählt und dann aufgeschrieben, vor vielen Jahrhunderten und Jahrtausenden: Geschichten aus dem Volk Israel, Alltägliches und Großes. Sie haben im Wirken von Menschen, in Vorgängen der Natur und im Lauf der Geschichte Gott  gesucht und gefunden.

Was in der Bibel steht, ist zuerst Erzählung gewesen, Geschichten, die man sich abends am Lagerfeuer und zu Hause erzählt hat. Später wurden diese Erzählungen, aber auch Lieder und Gedichte, Sprüche und Botschaften aufgeschrieben und immer wieder abgeschrieben.

Die jüdische Kultur war und ist eine Kultur von Erzählen und Hören – gar nicht so sehr von Auge und Sehen. In der jüdischen Tradition sagt man: Glaube kommt vom Hören. Und da schwingt zweierlei mit:

  • Zum einen kann ich sagen: Ich glaube, was du mir erzählt hast; dass das stimmt.
  • Wichtiger noch aber ist der zweite Aspekt: Ich glaube dir, ich schenke dir mein Vertrauen.

Glauben ist Vertrauen, Glauben ist Beziehung.

In diese Beziehung lassen wir uns heute mit hineinnehmen. Und die alten Erzählungen von damals gewinnen an Bedeutung für uns, wenn wir sie uns gegenseitig erzählen und entdecken, was sie in uns zum Klingen bringen. Wo spricht das, was diese Menschen mit Gott erlebt haben, auch mich heute an? Wo entdecke ich einen Anhaltspunkt, dass Gott auch in mein Leben hineinspricht?

Denn er hat ja nicht einfach aufgehört, mit den Menschen zu sein, als die Bibel – dieses Buch – fertig war.

Und so kann das, was niedergeschrieben ist, uns helfen zu entdecken, wie Gott heute mit uns, mit mir unterwegs ist.

Die Erfahrung, dass Gott in meinen Leben zu Hause ist, die wünsche ich uns allen.

Was ist biblische Spiritualität?

Ich habe in Vorbereitung auf einen Workshop einen sehr interessanten Artikel von Michael Theobald gefunden, den man hier herunterladen kann.

Für die Teilnehmer/innen des Workshops habe ich die wichtigsten Grundgedanken zusammengefasst unter dem Titel: „Was ist biblische Spiritualität?“

Beobachtungen

  • Das Wort Spiritualität hat eine Renaissance erlebt.
  • Dahinter steckt die Sehnsucht nach persönlicher Glaubenserfahrung.
  • Kritische Anfragen: Ist das, für was Christentum steht, nicht von Dogma, Moral und Institution überdeckt? Gelingt es der Verkündigung, die Bibel als Quelle geistlichen Lebens zu erschließen?

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Der Aufbau der Bibel

Ein Tafelanschrieb aus dem Religionsunterricht der 5.Klasse, es geht um Grundwissen zur Bibel:

Das Erste (Alte) Testament

  • die 5 Bücher Mose = Tora
  • 16 Bücher zur Geschichte des Gottesvolks
  • 7 Bücher der Lehrweisheit und Psalmen
  • 18 Bücher der Propheten

Das Neue Testament

  • 4 Evangelien: nach Matthäus, Markus, Lukas, Johannes
  • die Apostelgeschichte
  • 9 Briefe des Apostels Paulus
  • 5 Pastoralbriefe
  • 7 katholische Briefe
  • die Offenbarung des Johannes

Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (20)

Gescheitert

Der Tod Jesu am Kreuz war so ernüchternd, dass man von Anfang versuchte, ihm einen Sinn zu geben.

Als Ursachen für Jesu Kreuzigung werden genannt:

  • der öffentliche Affront im Tempel
  • Kritik am traditionellen Kult, der nicht die Früchte hervorbrachte, nämlich Liebe zum „Bräutigam“ und untereinander

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Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (21)

Was dennoch Mut macht zu vertrauen

Jesus war nicht der einzige, der als Lehrer aufgetreten war. Er war aber der einzige, dessen Jünger nach seinem Tod behaupteten, ihr Meister sei auferstanden. Wenn überhaupt, dann glaubten die Juden an eine kollektive Auferweckung. Der Gedanke an eine individuelle Auferweckung Jesu war ungewöhnlich und lag nicht in der Luft.

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Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (19)

Wie Gottes Reich gelingt

Jesus hat nie den Priestern, den Beamten, den Großgrundbesitzern und den Bauern gesagt, wie sie sich als Glieder des Gottesreichs verhalten sollen. Er hat Fragen beantwortet und niemanden abgewiesen. Moralische Anweisungen hat er nur seinen Jünger/innen gegeben: nicht zürnen, die Ehe respektieren, vergeben. Der Sitz im Leben seiner Gebote und Anweisungen war der Jüngerkreis.

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Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (18)

„Selig die Augen, die sehen …“ (Lk 10,23)

Warum tun wir uns so schwer mit dem Kampf gegen das Leid?

Ein Blick ins Neue Testament: Jesus und Johannes d.T. hatten beide dasselbe Ziel: Carpe diem, so dass das Ende nicht gefürchtet werden muss.

Jesus erlebte dann aber eine Wandlung. Er distanzierte sich nicht von Johannes, verkündete aber den Anbruch des Gottesreichs statt des bevorstehenden Strafgerichts. Er schärfte bei seinen Zuhörern den Blick für das Leben.

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Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (17)

Auf dem Weg

(78)

Das Herrschen des Menschen lässt sich durchaus mit Natur-/Tier- und Umweltschutz in Einklang bringen, weil wir Menschen eingebunden sind in einen noch laufenden Prozess. Wir sind ein Teil des Ganzen, in Messgrößen erfassbar (Vgl. George V. Coyne SJ, Astronom des Papstes) und dennoch ungeheuer komplex, im Menschen hat der ordnende Wille „seine (bislang) höchste Verkörperung und Vergegenwärtigung erreicht“ (S. 78). Das Universum erreicht im Menschen die Fähigkeit, sich selbst zu reflektieren. Philosophisch ist der Mensch gewollt.

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Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (16)

Der Mensch als Chaosmeister

Der Mensch als Ebenbild und Gleichnis Gottes? Der Mensch wird in Gen 1,1-2,4a als Gottesstatue bezeichnet, wie in Mesopotamien und Ägypten der König, „insofern er die Gottheit machtvoll und tätig repräsentierte“ (S. 73)

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Zusammenfassung von Meinrad Limbeck: alles Leid ist gottlos (15)

Im Chaos – Der Mensch im Leid

Der Mensch als Krone der Schöpfung? Die erste Schöpfungserzählung Gen 1,1-2,4a hat im Laufe der Geschichte die Haltung befördert, der Mensch sei von der Natur abgehoben. Gen 1,1-2,4a bezieht sich aber nicht auf diese konkrete Welt, was man daran sieht, dass alle Vegetarier sind. Diese Anweisung, nur Pflanzen zu verzehren, wird nach der Sintflut aufgehoben (Gen 9,2-4), und zwar in Kampfessprache ausgedrückt, d.h. die reale Welt ist gewalttätig, Kampf und Leid entspricht aber nicht Gottes ursprünglicher Intention!

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