Pro und Contra Gottesglauben

Im Religionsunterricht der 9.Klasse habe ich mit den Schülerinnen und Schülern gesammelt, welche Gründe für den Glauben an einen Gott sprechen, und welche Gründe es geben mag, den Glauben an Gott nicht als sinnvoll anzusehen.

Dabei sind die Schülerinnen und Schüler von sich aus auf viele interessante Argumente gestoßen, die in der Vergangenheit in dieser oder einer ähnlichen Form diskutiert wurden und werden.

Nun die Argumente im einzelnen:

Weiterlesen

Gottesbilder

Im Religionsunterricht der 9.Klasse habe ich die Schüler/innen gefragt, was ihnen spontan einfällt, wenn sie das Wort „Gott“ hören.

Die Antworten lassen sich in folgende Kategorien gliedern:

  • Eigenschaften Gottes: mächtig, vertrauenswürdig
  • Handeln Gottes: gibt Kraft, hört zu, ist für einen da, beschützt, kann das Leben von Menschen verändern, verzeiht, bewahrt die Welt
  • Vorstellungen und Titel: Herr des Lebens, Vater, Engel als Mitarbeiter, höheres Wesen, Erschaffer der Welt, lebt im Himmel
  • Mit Gott in Beziehung treten: Beten
  • Weitere Assoziationen: in vielen Religionen, Leben nach dem Tod, Jesus ist Gottes Sohn, Hölle, Atheismus, Gotteslästerung, Glaube,Kirche

Interessant ist, dass die Schüler/innen durchweg in der christlichen Gottesvorstellung zu Hause sind, auch wenn sie sich selbst zum Teil nicht als gläubig ansehen. Viele haben ein positives Gottesbild, in dem man Beziehung zu Gott aufnehmen kann und er sich dem Menschen wohlwollend und barmherzig zuwendet.

Sehnsucht nach Erlösung – zu Offb 21,1-5

Die Sehnsucht nach Ganzheit, nach Vollendung, nach Erlösung hat die Menschen in biblischer Zeit genauso (noch mehr?) bewegt als uns heute. Der Seher Johannes hat im letzten Buch der Bibel seine Vision niedergeschrieben von diesem Gott, der eines Tages das vollendete Glück herbeiführen wird und sich als der zeigen wird, der er schon immer war: Jahwe, der Ich-bin-da, inmitten seines Volkes.

Weiterlesen

Das Apostolische Glaubensbekenntnis IV: Gott, der Allmächtige, der Schöpfer

Wir nennen Gott „allmächtig“, weil es nichts gibt, was nicht von Gott geschaffen wurde und nichts, durch das Gott zu irgendetwas gezwungen werden könnte. Er ist völlig frei, auch von Zeit und Raum. Wir brauchen aber keine Angst haben, dass Gott willkürlich handelt und heute dies und morgen das Gegenteil tut. Denn Gott hat sich aus freien Stücken selbst gebunden: er hält sich an seine Versprechen, er ist wahrhaftig und treu. Er hat dem Menschen die Freiheit gegeben. Diese Freiheit schließt auch mit ein, dass wir Gott ablehnen können und uns gegen ihn und gegen das Gute entscheiden können. Sie schließt auch mit ein, dass die Welt, die uns umgibt, ihre eigene Art von Freiheit hat. Daher kommen die Unvollkommenheiten, die Schmerzen und das Leid in der Welt. Die Freiheit ist aber die Vorbedingung dafür, dass es Liebe gibt.
Gott hat das Universum geschaffen und mit der Freiheit auch die Entwicklungsmöglichkeiten, die im Universum drinstecken. Daher schließen sich Glaube und Evolution nicht aus. Gott überlässt die Welt aber auch nicht einfach ihrem Schicksal, sondern geht mit ihr mit, er hat dem Menschen die Würde und Möglichkeit gegeben, an der Welt mitzuarbeiten, und Gott erhält die Welt in jedem Augenblick im Sein. Gott macht den Unterschied zwischen Nichts und Sein, zwischen Nichts und Etwas.

Zum vorherigen Artikel: Gott, der Vater

Zum folgenden Artikel: Jesus Christus

Beten im Verborgenen – zu Mt 6,5-8

Macht es nicht wie die Heuchler – eine Mahnung steht im Evangelium. Das griechische Wort für Heuchler heißt eigentlich “Schauspieler”. Die Mahnung lautet also: Wenn ich bete, dann spreche ich mit Gott – welche Außenwirkung das hat, darauf soll es mir nicht ankommen.
Dass an dieser Stelle das Gebet im Verborgenen so hervorgehoben wird, bedeutet im übrigen keine keine Verurteilung des gemeinsamen Gebets oder des Gottesdienstes, solange wir auch dabei immer bedenken, dass auch dieses Gebet, dass auch Gottesdienst immer authentisch sein soll.

Worin liegt aber der besondere Wert des Betens im Verborgenen?
Das Da-Sein für sich ist der Beginn des Betens. Ohne Ablenkung sich selbst aushalten, in der stillen Kammer oder draußen in der Natur. Da erfahren Menschen, dass sich in der Stille und im Alleinsein, mehr im Hören als im Sprechen etwas öffnet, eine Erfahrung auftut, ein Spüren und Ahnen, dass da jemand ist, Gott, ein großes Du, der sich uns Menschen in liebender Aufmerksamkeit und Güte zugewandt hat und immer wieder zuwendet. So bereitet die Verborgenheit dem authentischen Gebet den Boden.

Das Gebet zielt auf die Beziehung zu Gott. Beten ist: Die Beziehung zu Gott zu suchen, ihm nachzuspüren, diese Beziehung zu pflegen: indem wir Gott bitten, indem wir ihn loben, indem wir ihm danken, aber auch das ist Beziehungsaufnahme, wenn wir ihn zornig anklagen oder ohnmächtig anschreien. Und nicht zu vergessen: wenn wir einfach da sind und schweigen.

Wir sprechen nicht zu Gott, weil Gott uns nötig hätte, sondern weil es uns gut tut, in Beziehung zu Gott zu treten. Gott respektiert unsere Freiheit. Er ist immer da, er wartet geduldig. Deshalb ist es zeitlebens nie zu spät, dass wir uns von uns aus öffnen und ihm zuwenden.

In dieser Beziehung zu Gott liegt das Leben. Diese Beziehung, die Gott von sich aus zu jedem Menschen knüpft, reißt – so glauben wir – durch den Tod nicht ab. Diese Beziehung ist wie ein Faden, an dem Gott uns festhält, auch über den Tod hinaus.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis III: Gott, der Vater

Es gibt nur einen Gott. Er ist in sich Bewegung und Fülle und Liebe. So hat sich die Überzeugung gebildet, dass man in Gott drei „Personen“ unterscheiden kann, die für diese Dynamik stehen. Der Vater, von dem die Liebe ausgeht, der Sohn, der die Liebe empfängt, und der Geist, das ist das Band der Liebe.

Wenn wir von Gott, dem Vater, sprechen, meinen wir nicht, dass Gott ein Geschlecht hat. „Vater“ bedeutet, dass Gott der Ursprung und Anfang von allem ist, dass er gut ist, für uns sorgt, uns liebt und zugleich Autorität hat. Die Bibel spricht von Gott an einigen Stellen aber auch wie von einer Mutter.

In besonderer Weise ist Gott der Vater Jesu.

Zum vorherigen Artikel: Ich glaube an Gott

Zum folgenden Artikel: Gott, der Schöpfer

Das Apostolische Glaubensbekenntnis II: Ich glaube an Gott

Ich glaube an Gott

Alle Menschen suchen nach Sinn und Glück in ihrem Leben. Sie fragen danach, woher die Welt kam und wohin sie geht. Diese Suche hat ihren Ausdruck in verschiedenen Religionen gefunden. Wir glauben, dass Gott das Ziel dieser Suche ist, dass wir in ihm allein schlussendlich Sinn und vollkommenes Glück finden.

Wenn wir von Gott sprechen, sind wir uns bewusst, dass er unendlich ist und dass wir nie ganz verstehen können, wer er ist und wie er ist. Wir vertrauen nach den Aussagen der Bibel aber darauf, dass Gott sich uns sich aus mitteilen will. Er will, dass wir ihn verstehen und lieben, so wie er uns versteht und liebt.

Man kann etwas von Gott erahnen, wenn man die Natur anschaut, die Schönheit einer Blume oder die Sterne in der Nacht. Man kann etwas von Gott erahnen, wenn man sich bewusst machen, was Menschen ersehnen und erhoffen, von was sie träumen und was sie wirklich bewegt.

Von Anfang an haben Menschen Erfahrungen mit Gott machen dürfen. In besonderer Weise hat Gott sich dem Volk Israel mitgeteilt. Die Gedanken und Geschichten von Menschen aus Israel mit ihrem Gott sind in der Bibel aufgeschrieben und gesammelt. Ihnen hat er gesagt, dass er Jahwe heißt, der „Ich bin da“. In unüberbietbarer Weise hat Gott sich in Jesus von Nazareth gezeigt.

Glauben heißt, Gott zu vertrauen. Glauben heißt hören, was Gott mir sagen will und mich darauf einzulassen. Unser Glaube ist die Antwort darauf, dass Gott Beziehung mit uns aufnehmen will. Er will, dass jede und jeder aus freien Stücken Ja zu ihm sagt. Es ist ein Geschenk, wenn man glauben kann. Gleichzeitig ist man selbst gefordert, sich immer wieder für den Glauben zu entscheiden und trotz aller Zweifel Ja zu sagen. Zweifel gehören zum Glauben dazu, sie führen dazu, dass man sich mit dem Glauben beschäftigt und zu einem tieferen Glauben finden kann, einem Glauben mit Verstand.

Niemand kann sich selbst den Glauben geben, es braucht aber auch niemand alleine zu glauben. In der Gemeinschaft der Glaubenden, die wir „Kirche“ nennen, stützen wir uns gegenseitig im Glauben, wir geben den Glauben weiter, wir weisen uns auch gegenseitig in Liebe darauf hin, wenn einer in eine falsche Richtung läuft.

Das Glaubensbekenntnis beginnt mit den Worten „Ich glaube an Gott“. Zusammen mit Juden und Muslimen glauben wir an den einen Gott, neben dem es keine anderen Götter gibt. Die Menschen der Bibel haben Gott als treu erfahren, als barmherzig und gnädig, als einen Gott, der mit ihnen fühlt und mit ihnen geht. Gott ist Wahrheit und Gott ist Liebe.

Zum einführenden Artikel.

Zum nächsten Artikel.