Was ist biblische Spiritualität?

Ich habe in Vorbereitung auf einen Workshop einen sehr interessanten Artikel von Michael Theobald gefunden, den man hier herunterladen kann.

Für die Teilnehmer/innen des Workshops habe ich die wichtigsten Grundgedanken zusammengefasst unter dem Titel: „Was ist biblische Spiritualität?“

Beobachtungen

  • Das Wort Spiritualität hat eine Renaissance erlebt.
  • Dahinter steckt die Sehnsucht nach persönlicher Glaubenserfahrung.
  • Kritische Anfragen: Ist das, für was Christentum steht, nicht von Dogma, Moral und Institution überdeckt? Gelingt es der Verkündigung, die Bibel als Quelle geistlichen Lebens zu erschließen?

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Atempause – nicht von dieser Welt

Unter der Überschrift „Atempause“ biete ich jede Woche den Schülerinnen und Schülern der 9. und 10.Klasse eine Besinnung an: ein spiritueller Gedanke, meist verknüpft mit einem Song, manchmal mit einer Bibelstelle. Hier möchte ich einige in loser Folge veröffentlichen.

Bibelstelle

Joh 17,16 Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.

Gedanken

Im Johannesevangelium haben die Aussagen zur Welt immer etwas Abgrenzendes. Dahinter steckt die Erfahrung der Ablehnung, aber auch die Erfahrung des Ungenügens und der Distanz. Manchmal sagen wir: „zu schön, um wahr zu sein“, oder „das ist nicht von dieser Welt“ und verleihen damit einer Ahnung Ausdruck, dass da noch etwas mehr ist als nur das, was wir sehen, anfassen und messen können.

Xavier Naidoo bekennt sich in seinen Texten immer wieder als gläubiger Mensch. Sein Lied „Nicht von dieser Welt“ enthält Anspielungen an christliche Gebete und biblische Erzählungen und das Bekenntnis „Sie ist nicht von dieser Welt, die Liebe, die mich am Leben hält“. Diese Ahnung, dass ich verdankt bin, dass ich mein Leben als Geschenk erhalten habe, kann mir den Blick öffnen über die Welt hinaus, eine Distanz schaffen zur Welt, so dass ich nicht darin untergehe, und damit Hoffnung ermöglichen.

Xavier Naidoo: Nicht von dieser Welt

 

Gedanken zu Joh 8,12: Ich bin das Licht der Welt

Wir hatten heute einen Kindergottesdienst zum Wort Jesu aus dem Johannesevangelium: „Ich bin das Licht der Welt“.

Dazu wurden einige wunderschöne Gedanken vorgetragen:

Wenn es draußen so trüb und kalt ist, sehnen wir uns alle nach Wärme und Licht. Im Evangelium sagt uns Jesus:

Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. Was bedeutet das?

Dunkel ist, wenn wir traurig oder einsam sind. Ein Licht spendet Trost und Hoffnung und Wärme. Wir sind nicht alleine, Gott ist bei uns.

Dunkel ist, wenn es Streit oder gar Krieg gibt. Friede und Versöhnung sind ein Lichtblick. Gott hilft uns, mit uns und den anderen wieder ins Reine zu kommen.

Dunkel ist, wenn wir nicht weiterwissen, wenn wir keinen Ausweg sehen. Das Licht hilft uns, den Weg zu finden. Vielleicht sehen wir die Welt sogar in einem ganz neuen Licht. Gott zeigt uns den Weg und eröffnet uns neue Horizonte.

Dunkel ist, wo Tod ist. Jesus, das Licht, steht für Auferstehung und Leben.

Gott lässt uns teilhaben an seinem Licht. So können auch wir, jede/r einzelne von uns, für andere zum Licht werden.

Susanne Olbrich

Glaube, nicht Leistung – zu Joh 3,13-18

Zur Bibelstelle Joh 3,13-18 die folgenden Gedanken:

Nur wer was leistet, gilt auch was. Nur wer was leistet, ist anerkannt, ist wer.

Diese Haltung ist, so denke ich, in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Wir sind alle stolz darauf – und zu Recht – wenn wir mit Anstrengung etwas geschafft haben. Wir dürfen diese Haltung aber nicht auf Gott übertragen.

Wenn es um Gott geht und um die letzten Dinge, zählt nicht Leistung, sondern etwas anderes: Glauben.

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Das Gespräch mit Nikodemus (Joh 3,1-8)

Heute habe ich versucht, im Dankgottesdienst den Erstkommunionkindern und ihren Eltern einige Gedanken nahezubringen, die sich für mich aus der Erzählung von der nächtlichen Begegnung zwischen Jesus und Nikodemus im Johannesevangelium ergeben.

Nikodemus hat von Jesus gehört, er ist neugierig, aber so richtig öffentlich auf Jesus zugehen, das traut er sich nicht. Also kommt er bei Nacht. Das ist für Jesus auch in Ordnung. Wichtig ist, dass Nikodemus sich auf das Gespräch mit Jesus einlässt. Es wird ein Gespräch über das Zentrum des Glaubens.

Das Zentrum des Glaubens ist nach dem Johannesevangelium die Erfahrung einer Verwandlung: wer zum Glauben kommt, ist wie neugeboren.
Es gibt da diese Anzeigenplakate vom Roten Kreuz, die zur Blutspende aufrufen (Siehe hier). Diese Menschen, die da dargestellt sind, denen wurde neues Leben geschenkt durch die Blutspende, die haben einen neuen Anfang bekommen, als es mit dem Leben sonst wohl zu Ende gewesen wäre.

So ähnlich müssen das die ersten Christen erfahren haben, an die Johannes schreibt: dass der Glaube wie eine Bluttransfusion ist, dass er ihnen ein neues Leben gibt, dass der Glaube ihnen das Leben wieder schenkt, sie mit Kraft und Mut und Hoffnung erfüllt, ihnen einen neuen Anfang gibt.

Ihr habt gestern Jesus in der Gestalt des Brotes empfangen. Ich wünsche euch und uns allen: dass wir, wenn wir Jesus in der Eucharistie empfangen, dies immer wieder als eine Neubelebung, als eine neue Chance, einen neuen Anfang erfahren, dass er uns immer wieder Kraft, Mut und Hoffnung dafür schenkt, dass unser Leben immer wieder zum Guten hin verwandelt wird.