Begrüßung der Gemeinde – Varianten

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Das deutschsprachige Messbuch bietet sieben alternative Begrüßungsformeln an. Die Antwort der Gemeinde („Und mit deinem Geiste“) und das „sei mit euch“ bleiben dabei gleich. Von diesen sieben werden in der Praxis jedoch die meisten kaum verwendet, das lateinische Missale Romanum enthält drei Begrüßungsformeln, von denen nur eine im Ordo steht, die anderen in einem Anhang. Es handelt sich also um deutschsprachiges Sondergut.

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Der Herr sei mit euch – und mit deinem Geiste

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Die Wendung „Der Herr sei mit euch“ mit der entsprechenden Antwort „und mit deinem Geiste“ kommt in der Eucharistiefeier an vier Stellen vor.

Der Satz „Der Herr sei mit euch“ ist eine wörtliche Übernahme aus der Bibel (2 Thess 3,16; Lk 1,28 im Singular; vgl. auch 2 Tim 4,22) und steht der Gattung des Segensspruchs nahe.

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Amen

Ich habe den ersten, in diesem Jahr erschienenen Band der Reihe „Gemeinsam vor Gott treten. Die Liturgie mit biblischen Augen betrachten.“, herausgegeben von Birgit Jeggle-Merz, Walter Kirchschläger und Jörg Müller, geschenkt bekommen.

Ich finde das Buch ein sehr interessantes Unterfangen und möchte in loser Folge den Beitrag zu dem einen oder anderen Element der hl. Messe in hoffentlich verständlicher Weise wiedergeben.

Das Wort „Amen“ ist charakteristisch für christliches Beten, und ein in allen Sprachen unübersetzt bleibendes hebräisches Wort. Es wurde seit dem Anfang des Christentums ununterbrochen gebraucht und stellt so einen Zusammenhang zum Ursprung des christlichen Glaubens im Judentum her.

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Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Ich habe den ersten, in diesem Jahr erschienenen Band der Reihe „Gemeinsam vor Gott treten. Die Liturgie mit biblischen Augen betrachten.“, herausgegeben von Birgit Jeggle-Merz, Walter Kirchschläger und Jörg Müller, geschenkt bekommen.

Ich finde das Buch ein sehr interessantes Unterfangen und möchte in loser Folge den Beitrag zu dem einen oder anderen Element der hl. Messe in hoffentlich verständlicher Weise wiedergeben.

Die Worte der Formel „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ finden sich im Schlusskapitel des Matthäusevangeliums und damit an wichtiger und prominenter Stelle. Jesus spricht als der Weltenherrscher und gibt den Jüngerinnen und Jüngern den Auftrag, alle „auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ zu taufen, und er versichert sie seiner bleibenden Gegenwart.

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Die Krankensalbung

Ich habe mir vorgenommen, in Vorbereitung auf einen theologischen Gesprächsabend noch einmal gründlich das Buch von Eva-Maria Faber: Einführung in die katholische Sakramentenlehre, Darmstadt 2002 zu lesen und die Impulse, die mir daraus wichtig werden, in loser Folge hier vorzustellen.

Heute: Die Krankensalbung (S. 142 – 149)

Gottes Macht hört nicht da auf, wo die Möglichkeiten des Menschen aufhören. Dennoch fordert der Glaube zugleich zur Gestaltung des eigenen Lebens in Freiheit heraus. Die Kraft Gottes „wird in der Regel durch die menschliche Freiheit hindurch wirksam“ (S. 142), indem sich z.B. Einstellungen verändern, man sein Leben mit anderen Augen betrachtet. Krankheit und Krankensalbung sind daher ganzheitlich zu sehen, das Sakrament daher nicht als automatisch wirksame körperliche Therapie.
Krankensalbung steht unter dem Zeichen des Kreuzes, auch Situationen des Leidens können in die Gemeinschaft mit Christus führen.

Biblische Grundlegung
Die Annahme, Krankheit sei eine Strafe Gottes, wird in der Bibel immer mehr abgelehnt. Kranksein wird in Gebeten vor Gott gebracht. Jesus heilt Kranke und macht damit deutlich, dass Gott das ganzheitliche Heil des Menschen will. Nach Mk 6,13 gehört das Salben und Heilen von Kranken zu den Aufgaben der Jünger, wahrscheinlich war das Praxis der Gemeinde. Öl gilt als Heilmittel, in religiöser Sicht bewahrt es vor dem Tod und erhält das Leben. Jak 5,14f. fordert dazu auf, die Salbung und das Gebet durch die Ältesten der Gemeinde zu erbitten, verheißen werden Aufrichtung, Rettung und Sündenvergebung.

Theologiegeschichtliche Entwicklungen
In der frühen Kirche wurde Öl neben anderen Naturalien gesegnet, im 5.Jahrhundert wird die Salbung durch Presbyter von der durch die anderen Gläubigen unterschieden. Sie wird an Kranken vorgenommen, die in voller Gemeinschaft mit der Kirche stehen.
Im 8.Jahrhundert verschiebt sich die Krankensalbung ans Lebensende, weil sie analog zur Buße asketische Einschränkungen mit sich bringt. Schließlich wird sie mit der Sterbebuße verbunden und nur noch Sterbenden gespendet. Die seelischen Wirkungen werden betont. Der Name ändert sich in extrema unctio. Neben der Sündenvergebung ist in der Praxis das Lindern körperlicher Leiden dennoch immer noch präsent.
Luther und Calvin lehnen die Krankensalbung als Sakrament ab, das Konzil von Trient hält daran fest. Die strikte Einschränkung auf Sterbenskranke wird aber aufgehoben. Sündenvergebung, Aufrichtung, Stärkung und möglicherweise Heilung des Leibes werden als Wirkungen genannt.
Das II.Vaticanum löst das Sakrament noch etwas mehr vom Sterbeprozess, der Ritus wird erneuert und zielt auf Tröstung im Ertragen der Krankheit, aber auch auf deren Überwindung hin.

Systematische Entfaltung
Der Spender des Sakraments ist der Bischof oder Priester. Immer wieder wird gefordert, dass der Diakon oder Laie, der die seelsorgerliche Begleitung von Kranken übernommen hat, ebenfalls das Sakrament spenden dürfe, weil das Auseinanderfallen beider Vorgänge als unbefriedigend erlebt wird. Das Sakrament hat allerdings ein Mehr, eine Zusage der unmittelbaren Gottesbegegnung über menschliche Möglichkeiten hinaus, das zeichenhaft zu verwirklichen ist die Aufgabe des ordinierten Amtsträgers. Ein Absehen davon ist nach Meinung Fabers nicht sinnvoll.
Es gibt biblische wie theologische Gründe für ein Auseinanderhalten von Krankensalbung und Sterbesakrament. Dennoch darf die Krankensalbung auch für die Sterbephase in Betracht gezogen werden. Der gesellschaftlichen Tabuisierung des Todes soll nicht Vorschub geleistet werden. Außerdem ist die Wegzehrung, die Eucharistie, als Sterbesakrament, oft körperlich nicht mehr empfangbar. Leichtfertig sollte sie auch nicht gespendet werden, Kriterium ist die empfundene Schwere der Erkrankung, insbesondere dann, wenn der Kranke durch seine Situation in Glaubensnot gerät.
Jeder Abgrund und jedes Leid ist von Gott umfangen, so dass die Krankheit zur Gottesbegegnung werden kann. Die Krankensalbung stärkt dazu, im Vertrauen auf die Auferstehung „irdische Lebensmöglichkeiten loszulassen“ (S. 149), sie ist Ruf in die Nachfolge des Gekreuzigten.

Die Ehe

Ich habe mir vorgenommen, in Vorbereitung auf einen theologischen Gesprächsabend noch einmal gründlich das Buch von Eva-Maria Faber: Einführung in die katholische Sakramentenlehre, Darmstadt 2002 zu lesen und die Impulse, die mir daraus wichtig werden, in loser Folge hier vorzustellen.

Heute: Die Ehe (S. 176 – 192)

Die Ehe aus anthropologischer Sicht

Seit alters her sehnen sich die Menschen nach der Ehe als „erfüllter Lebens- und Liebesgemeinschaft“ (S. 176). Äußere Faktoren wirtschaftlicher und sozialer Art, welche die Ehe stabilisieren konnten, sind heute weitgehend weggefallen. Auch die Form zu finden, wie die Ehe konkret gelebt wird, ist den Partnern heute selbst aufgetragen. Dabei ist die durchschnittliche Ehedauer stark gestiegen. Kurzum: die Herausforderungen, den Zusammenhalt zu leisten, sind stark gewachsen. In den meisten Kulturen wird die Hochzeit rituell begangen.

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Die Ordination

Ich habe mir vorgenommen, in Vorbereitung auf einen theologischen Gesprächsabend noch einmal gründlich das Buch von Eva-Maria Faber: Einführung in die katholische Sakramentenlehre, Darmstadt 2002 zu lesen und die Impulse, die mir daraus wichtig werden, in loser Folge hier vorzustellen.

Heute: Die Ordination (S. 150 – 175)

Die Kirche ist Sakrament, Ort der Begegnung zwischen Menschen und mit Gott. Sie ist das in Christus, d.h. von außen, von ihm her. Sie gründet in Taufe und Firmung und wird in der Eucharistie ständig von ihm her erneuert. Diese Bezogenheit in Christus wird auch deutlich gemacht, indem die Personen, denen der Dienst an Wort, Sakrament und Leitung übertragen ist, sakramental bevollmächtigt, eben ordiniert werden. Das ordinierte Amt ist ekklesial-struktureller Ausdruck dafür, dass Menschen sich das Heil nicht selbst machen können, sondern dass es ihnen von außen (ab extra) geschenkt wird.

Die Begriffe „Amt“ und „Dienst“ ergänzen sich gegenseitig. Es ist nach Eva-Maria Faber nicht sinnvoll, den Laien, die in der Kirche arbeiten, allein den Begriff „Dienst“ zuzuwenden: „Beiden Berufsgruppen ist ein Dienst aufgetragen, und der Dienst beider ist amtlicher Dienst“ (S. 152).

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Die Eucharistie

Ich habe mir vorgenommen, in Vorbereitung auf einen theologischen Gesprächsabend noch einmal gründlich das Buch von Eva-Maria Faber: Einführung in die katholische Sakramentenlehre, Darmstadt 2002 zu lesen und die Impulse, die mir daraus wichtig werden, in loser Folge hier vorzustellen.

Heute: Die Eucharistie (S. 98 – 121)

Biblische Grundlegung

Die Bibel spricht vom Brotbrechen oder vom Herrenmahl.

Nahrung ist für Jesus ein Zeichen des Lebens, er speist die vielen Hungernden, Nahrungsaufnahme gilt als Beleg dafür, dass jemand lebt. In den gemeinsamen Mählern Jesu kommt die Gottesherrschaft erfahrbar zu den Menschen, in den Gleichnissen ist das Mahl Inbegriff des Gottesreichs.

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